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Nordwestmecklenburg 60 000 Fahrer erhielten Blitzerfotos
Lokales Nordwestmecklenburg 60 000 Fahrer erhielten Blitzerfotos
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21:14 01.08.2017
Der „Anhänger“ blitzt im gesamten Kreisgebiet.

Die gute Nachricht vorweg: Im Jahr 2016 sind in Nordwestmecklenburg knapp 2000 Kraftfahrer weniger geblitzt worden als noch 2015. Die schlechte Nachricht: Es sind immer noch knapp 60000, die im vergangenen Jahr zu schnell unterwegs waren. Nach Angaben des Landkreises waren es genau 59369 Autofahrer und Autofahrerinnen, die vom Landkreis Post erhielten. Spitzenreiter war ein Fahrer, der in der Ortslage Selmsdorf mit 51 Stundenkilometern zu viel unterwegs war. Die Folge: Zwei Monate Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 280 Euro Geldbuße.

Bußgeldkatalog 2017

Übertretung außerorts: Definitiv weg ist der Führerschein für einen Monat ab 31 Kilometer pro Stunde

zu viel. Ab 26 km/h entscheidet

die Führerscheinstelle.

Kontrolliert wird vom Landkreis mittels mobilen und fest installierten Blitzern. Wie der Landkreis betont, dienen die Kontrollen in erster Linie der Prävention. Kontrolliert werde, so heißt es, an Stellen, an denen es besonders häufig kracht. Genau das bezweifeln jedoch manche Autofahrer.

Der Grevesmühlener Pädagoge Frank Bendiks hatte in einem offenen Brief die Radarkontrollen im Grünen Weg in Grevesmühlen kritisiert. Regelmäßig steht der Blitzer an der Einfahrt zum Wohngebiet am Kappellenberg. Unfälle an dieser Stelle? Keine, lautet die Antwort der Polizei auf Nachfrage. Stellt sich die Frage, ob die Prävention gewirkt hat, oder ob die Stelle schlichtweg lohnenswert ist.

Denn die Einnahmen, die allein der Landkreis durch die Geschwindigkeitskontrollen erzielt, sind beachtlich. 2016 waren es rund zwei Millionen Euro, die die knapp 60000 Autofahrer an die Bußgeldstelle überwiesen haben.

Rein statistisch gesehen geht die Rechnung des Landkreises auf, was die Überwachung der Geschwindigkeit anbetrifft. Denn zieht man die Zahlen beispielsweise von vor acht Jahren heran, dann waren es damals deutlich mehr Raser. Für 2008 gab der Landkreis bekannt, dass 64800 Autofahrer einen Bußgeldbescheid erhalten hatten. Insgesamt flossen so 2,19 Millionen Euro in den Haushalt des Landkreises Nordwestmecklenburg – und damals gehörte die Hansestadt Wismar noch nicht einmal zum Kreisgebiet.

Die Zahlen für 2015 sind ähnlich wie im vergangenen Jahr. Auch damals beliefen sich die Einnahmen über die Geschwindigkeitsmessungen in Nordwestmecklenburg auf rund zwei Millionen Euro. Bei knapp 1,4 Millionen Euro, die der Landkreis für die Messungen ausgab, blieben immerhin 600000 Euro übrig.

Beeindruckend sind die Zahlen der stationären Blitzer aus dem Kreis. So passieren pro Jahr rund eine Million Fahrzeuge die Messstellen in Mallentin, in Lützow auf der Verbindungsstrecke zwischen Lübeck und Schwerin sind es fast doppelt so viele. Zu schnell sind rein statistisch gesehen aber nur ein Prozent der Kraftfahrer.

Michael Prochnow

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