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Nordwestmecklenburg 82-Jährige stirbt bei Geisterfahrt auf der A20
Lokales Nordwestmecklenburg 82-Jährige stirbt bei Geisterfahrt auf der A20
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22:18 26.05.2016
Der Audi des 52-Jährigen im Vordergrund, der Fahrer überlebte. Die Fahrerin des Hyundai (rechts) starb an der Unfallstelle. Quelle: Fotos: Karl-Ernst Schmidt
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Upahl/Grevesmühlen

Trümmerteile auf der Fahrbahn, zwei Autowracks in den Leitplanken. Das Bild, das sich aam Donnerstag auf der A 20 nahe der Abfahrt Grevesmühlen bot, war auch für die erfahrenen Rettungskräfte schockierend. Zumal eine 82-jährige Frau den Unfall am frühen Vormittag nicht überlebt hatte. Nach Polizeiangaben war die Rentnerin mit ihrem Kleinwagen in Schönberg falsch auf die Autobahn eingebogen. Mehr als 20 Kilometer legte sie so zurück – bis sie frontal mit einem Audi zusammenkrachte. Warum sie trotz des Gegenverkehrs weiterfuhr, bleibt ein Rätsel. Ob sie körperlich oder geistig beeinträchtigt war, konnten die Behörden nicht sagen.

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Gestern Mittag im Grünen Weg in Grevesmühlen: die Autos stauten sich an den Kreuzungen. Erst am Nachmittag floss der Verkehr wieder.

„Das war schon heftig“, sagte Grevesmühlens Wehrführer Steve Klemkow, der gestern ab 8.45 Uhr mit 21 Leuten an der Unfallstelle im Einsatz war – zusammen mit den Upahler Brandschützern (9). Sie befreiten den 52 Jahre alten Audi-Fahrer aus dem Wrack, so dass er ärztlich versorgt werden konnte. Er überlebte den Crash schwer verletzt. Bis kurz nach 14 Uhr dauerte der Einsatz für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute. „Ein Kaffee, dann geht es wieder zur Arbeit“, so Steve Klemkow.

Die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Stunden, die Untersuchungen durch die Dekra-Experten nahmen ebenfalls erhebliche Zeit in Anspruch, so dass die Sperrung der Autobahn bis in den Nachmittag reichte.

Die Folge waren erhebliche Verkehrsstörungen. Die Stadt Grevesmühlen erlebte gestern eine Situation wie die Einwohner sie nur aus Zeiten vor der Öffnung der A 20 Ende der 1990er Jahre kannten.

Weil die Polizei den kompletten Verkehr über die B 105 umleitete, wälzten sich seit dem frühen Vormittag die Autokolonnen durch die Stadt. An den Kreuzungen stauten sich die Fahrzeuge.

Mit dem Unfall, der laut Polizei durch die 82-jährige Geisterfahrerin verursacht worden ist, werden auch die Diskussionen um eine Altersgrenze für Autofahrer laut. Während Lastwagen und Berufskraftfahrer regelmäßig untersucht werden, damit sie weiterfahren dürfen, gibt es für die „normalen“ Autofahrer weder eine Altersgrenze noch medizinische Tests. Sie können ihre Fahrerlaubnis lediglich freiwillig zurückgeben.

Ende September 2014 hatte es in Sternkrug auf der B 105 ebenfalls einen schweren Unfall mit einem Rentner am Steuer gegeben. Ein 84-Jähriger, der zuvor wiederholt im Straßenverkehr aufgefallen war, hatte ungebremst ein stehendes Fahrzeug gerammt. Der Fahrer und seine 83 Jahre alte Beifahrerin wurden damals schwer verletzt.

 Michael Prochnow

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