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Nordwestmecklenburg 90000 Euro für „Cap Arcona“-Gedenkstätte auf Poel
Lokales Nordwestmecklenburg 90000 Euro für „Cap Arcona“-Gedenkstätte auf Poel
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20:51 21.09.2017
Birgit Hesse überreicht Gabriele Richter und Tilo Gundlack (v. r.) den Fördermittelbescheid. Quelle: Foto: Sk
Schwarzer Busch

Die Gedenkstätte für die Opfer der Cap Arcona am Schwarzen Busch auf der Insel Poel kann jetzt saniert werden. Nachdem das Innenministerium über das Landesamt für innere Verwaltung bereits 70844 Euro bewilligt hatte, gab es einen Nachschlag in Höhe von 21425 Euro durch das Bildungsministerium. „Damit bekommen wir die gesamte Summe von 87269 Euro gefördert“, sagte Poels erfreute Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos) bei der Übergabe des Förderbescheids. Sie würdigte zudem den Einsatz von Tilo Gundlack, Geschäftsführer des Regionalverbands Wismar der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. „Ohne seine Beharrlichkeit hätten wir die Restfinanzierung sicher nicht so schnell hinbekommen.“

Tilo Gundlack war im vergangenen Jahr mit den jungen Menschen eines internationalen Workcamps der Kriegsgräberfürsorge auf Poel. „Da habe ich gesehen, wie dringend hier etwas gemacht werden muss“, stellte der SPD-Landtagsabgeordnete fest. Gabriele Richter bestätigte: „Ich glaube, 1972, also vor 45 Jahren, ist dort das letzte Mal etwas gemacht worden.“

In dem Eichenhain, der mittlerweile als Naturdenkmal eingestuft wurde, wurden 1945 34 Tote beigesetzt. Sie waren auf Poel angespült worden, nachdem britische Flugzeuge die Schiffe Cap Arcona und Thielbek versenkt hatten. Mehr als 7000 KZ-Häftlinge kamen dabei ums Leben.

Dank der Fördermittel können die beiden Wege zur Gedenkstätte am Schwarzen Busch erneuert und die vorhandene Waschbetonfläche sowie die Mauereinfassung instand gesetzt werden. Außerdem soll eine weitere Gedenktafel aufgestellt werden, die die Geschichte der Cap Arcona erzählt. Die Arbeiten sollen noch in diesem Monat beginnen.

„Ich finde, das ist gut investiertes Geld“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), die den Förderbescheid brachte. Sie sei sehr dafür, Gedenkstätten zu erhalten und erlebbar zu machen. „Und zur Cap Arcona habe ich sogar eine persönliche Beziehung“, verriet sie. Ihr Vater habe einen guten Kontakt zur Hamburg- Süd-Reederei gehabt, dadurch habe sie einiges über das Schicksal der Cap Arcona erfahren.

Außer auf Poel gibt es in Groß Schwansee, in Grevesmühlen in Klütz und im schleswig-holsteinischen Neustadt der Tragödie gewidmete Denkmäler. Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, erklärte: „Das Gedenken an das Schicksal der Cap Arcona ist auch wichtig, weil es Regionen miteinander verbindet.“

Sylvia Kartheuser

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