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Nordwestmecklenburg AUS DER CHRONIK
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20:23 20.10.2016

1511. Im Anfang des 16. Jahrhunderts war die Ritterschaft des Klützer Ortes stark verschuldet. Die Hauptgläubiger, die verschiedenen Lübecker geistlichen Stiftungen, hatten trotz mannigfacher, auch gerichtlicher Klagen, nichts erreichen können. So sahen sich denn die Herzöge veranlaßt, die gütliche Ordnung dieser Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Es fanden unter dem Vorsitz der Herzöge am 11. Juni 1511 zu Grevesmühlen Vorbesprechungen statt, die nach längeren Verhandlungen am 6. Dezember 1512 in Gadebusch zu einem für die Klützer Ritterschaft sehr günstigen Vergleiche führten.

Die Möglichkeit, welche sich im Laufe dieser Verhandlungen zeigte, einer ganzen Gruppe von Landesbewohnern Erleichterung von schwerer Schuldenlast zu verschaffen, mußte den Herzögen und ihren Räten den Gedanken nahelegen, auch bei der beabsichtigten Regelung der städtischen Verhältnisse die gleiche Wohltat der verschuldeten städtischen Einwohnerschaft zuteil werden zu lassen.

Den Städten wurde aufgegeben: „zu verzeichnen und zu melden, wieviel Kapital und Renten in und außerhalb der Stadt verschrieben und verpfändet sind.“ Es ist hierauf aber von keiner Stadt ein Schuldenverzeichnis der Einwohner eingegangen. Dieser auffallende Umstand findet seine Erklärung darin, daß diejenigen, denen im herzogl. Schreiben die Zusammenstellung der Schulden aufgegeben war, – der Rat der Stadt und die wohlhabendsten Bürger, – sicherlich kein Interesse an dem Eingreifen der Landesherren in ihre Vermögensverhältnisse hatten. Die Städte setzten also den Bestrebungen der Herzöge Widerstand entgegen. Erst im Jahr 1514 gaben die Herzöge ihre Bestrebungen auf Ermäßigung des Schuldenstandes der städtischen Einwohner auf, nachdem sie mit der Klützer Ritterschaft sehr trübe Erfahrungen gemacht hatten: kein einziger Ritter hatte die durch Vergleich ermäßigten und dann fällig gewordenen Zahlungen geleistet.

Bd. 57 S. 154.

Meckl. Jahrbücher,

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