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Nordwestmecklenburg Ab ins Wasser! DLRG bringt Kindern das Schwimmen bei
Lokales Nordwestmecklenburg Ab ins Wasser! DLRG bringt Kindern das Schwimmen bei
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20:13 05.08.2017
Marten Roloff (19, r.) aus Wismar übt mit Rafael die richtige Beintechnik beim Schwimmen. Der Neunjährige hält sich dafür an einer Schwimmnudel fest, die nicht untergeht.

Vorsichtig klettert John (9) auf den Startblock und schaut über die linke Schulter zu Anja Schmidt. Die junge Frau hat ihre Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, trägt Badelatschen und hält einen dünnen Stock in der Hand. Damit zieht sie einen Schwimmreifen durchs Wasser – direkt vor Johns Füße. Der Junge streckt beide Arme in die Luft und springt los – ab durch den Reifen und hinein ins Becken. Mit einem Lächeln taucht er wieder auf: „Das hat Spaß gemacht.“

Intensiv-Training für 16 Mädchen und Jungen aus Wismar und dem Kreis.

John aus Wismar ist eins von 16 Kindern, die zwei Wochen lang das Schwimmen lernen. Jeden Tag ziehen sich die sieben- bis elfjährigen Mädchen und Jungen ihre Badesachen an und trainieren mit sechs Übungsleitern jeweils zwei Stunden lang. Möglich macht das intensive Trainingsprogramm für Kinder aus einkommensschwachen Familien die Wismarer Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Die weist regelmäßig auf die prekäre Situation hin, dass immer weniger Kinder noch gar nicht oder nicht gut schwimmen können. Mitte Juni hat die DLRG-Ortsgruppe deshalb ein Zwölf-Stunden-Schwimmen organisiert und dabei Geld gesammelt – für einen Schwimmkurs im Sommer. Den ersten dieser Art. 1600 Euro sind mit Hilfe vieler Wismarer Firmen zusammengekommen, sagt DLRG- Mitglied Dana Gromoll stolz. Sie freut sich, dass sich die Kinder jeden Tag ein bisschen mehr zutrauen. „Am ersten Tag haben wir nur gespielt, damit sie sich wohlfühlen und die Angst vor dem Wasser verlieren“, erzählt Dana Gromoll.

Inzwischen können die Kinder, von denen einige zuvor noch nie in einer Schwimmhalle waren, schon längere Strecke zurücklegen, von den Startblöcken springen und sogar kurz tauchen – so wie Lea Marie, Lilli (beide 8) und Layla (7). Die blonden Mädchen haben von ihrem Übungsleiter Maik Spangenberg kleine Tauchringe bekommen. Die schmeißen sie ins Wasser. Dann holen die Drei tief Luft und strampeln sich nach unten auf den Beckenboden. Geschafft! Sie haben die Ringe wieder nach oben gebracht.

Marten Roloff trainiert in einem anderen Becken gerade mit zwei Jungs die richtigen Beinbewegungen fürs Brustschwimmen. Felix (7) und Rafael (9) halten sich dafür an zwei sogenannten Nudeln fest – zwei langen, dünnen Schaumstoffstangen, die nicht untergehen, wenn sie sich an ihren festhalten. Marten Roloff schaut genau hin, wie sich seine Schützlinge anstellen. Ein Jahr lang hat der Wismarer seinen Bundesfreiwilligendienst bei der DLRG absolviert. „Am Montag war mein letzter Tag, aber ich wollte noch unbedingt bei diesem Schwimmkurs dabei sein“, berichtet der 19-Jährige. Ihm gefalle die Arbeit mit Kindern.

Wie die DLRG informiert, können nur rund 40 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule sicher schwimmen. Immer weniger seien in der Lage, das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, den sogenannten „Freischwimmer“, abzulegen. Dafür müssen Mädchen und Jungen 200 Meter schwimmen, zwei Meter tief tauchen und Baderegeln beherrschen. Das Seepferdchen- Abzeichen reiche nicht aus. Von den heute über 60-Jährigen hätten noch 56 Prozent in der Grundschule das Schwimmen gelernt, der Anteil bei den 14-bis 29-Jährigen liege derzeit bei nur noch 36 Prozent. Gründe seien für ihn zu wenig Schwimmangebote an Schulen und fehlende Badestellen.

Kerstin Schröder

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