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Nordwestmecklenburg Abenteuer: Von der Kita in den afrikanischen Busch
Lokales Nordwestmecklenburg Abenteuer: Von der Kita in den afrikanischen Busch
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21:15 21.09.2013
Der aufgeweckte Blondschopf inmitten einer fremden und doch bald vertrauten Kultur. Nanook ist ein Abenteuer-Baby, sagen seine Eltern Madleen Nothnagel und Peter Cipra. Die Wismarer lieben das Volk der Himba und reisen oft nach Afrika. Quelle: Foto: privat

Von der Kita in den afrikanischen Busch — so beginnen im Februar 2013 die Abenteuer für den zweijährigen Nanook aus Wismar. Mit einem allradgetriebenen Geländewagen mit Dachzelt, einer Handvoll Schnullern und einem Sack voll babygerechter Medikamente machen sich seine Eltern auf den Weg in den Norden Namibias. Blondschopf Nanook in seinen Windelhöschen mittendrin:

drei Wochen, 4000 Kilometer. Ein Experiment — wohl durchdacht und geplant zwar, doch nach allen Seiten für das Leben und seine Überraschungen offen.

Und so fügen sich die Fäden zu einem Reise-Wunder der besonderen Art. Für Mama Madleen Nothnagel eröffnet sich auf den staubigen Pisten des fernen Kontinentes mehr denn je auch ein innerer Weg. „Es war eine Reise zu mir selbst“, erzählt die 28-Jährige. Darüber hat sie jetzt ein Buch veröffentlicht. Der Titel „Ein Eisbär in Afrika“.

Dieser Bär ist Nanook. Sein Name kommt aus der Sprache der Inuit und bedeutet „mächtiger Eisbär“. „Ja, das Buch habe ich meinem Sohn gewidmet“, strahlt die junge Autorin. Immer wieder werden ihre Augen feucht. Tief bewegt haben sie die inneren und äußeren Begegnungen in Afrika. „Ich möchte junge Familien bestärken, von Normen abzuweichen und auch neue Wege zu gehen.“ Dass dies Mut braucht, weiß sie selbst. Früher sei sie ein selbstzweifelnder Mensch gewesen, beschreibt die junge Frau ihre Vergangenheit. „Im tiefsten Busch, fernab der Zivilisation ist mir vieles klar geworden“, bekennt sie. „Es war ein beeindruckendes Erlebnis, mit den Eingeborenen zu sitzen und nur den Moment, das Dasein und das ungezwungene Miteinander zu genießen“, erinnert sich die junge Mutter. Sie und ihr Freund Peter Cipra, ein erfahrener Afrika-Reisender, lieben das Volk der Himba. Mittlerweile haben sie Freunde im Busch. Von Anfang an wollten sie diese Liebe auch mit ihrem Nachwuchs teilen. Ihre beeindruckendste Erinnerung? „Im tiefsten Dreck, mitten in der Pampa habe ich mit Nanook ,Backe, backe Kuchen‘ gesungen. Die Himba-Kinder kamen dazu, haben mit ihren großen Augen geschaut und einfach mitgesungen. Das war ein magischer Moment.“ Und davon gab es viele.

„Unser Alltag ist manchmal komisch verwirrt, bestimmt von Druck und selbst gemachtem Stress. In Afrika fiel das alles ab“, so die Wismarerin. „Ich hatte es nicht immer einfach zu spüren, was ich wirklich will im Leben, habe meine Talente nicht gesehen“, gibt sie offenherzig zu. „Auf dieser Reise habe ich mich selbst gestärkt.“

Und Nanook hat es genossen. Was sie von ihm gelernt hat? „Wie einfach es ist, glücklich zu sein“, sagt die junge Mutter. „Ich bin überzeugt, dass ein Kind dann glücklich ist, wenn seine Eltern es auch sind. Und in Afrika sind wir glücklich.“

Viele Monate hat Madleen Nothnagel an ihrem Buch gearbeitet, niemandem etwas von ihrem Projekt erzählt. „Ich habe in meinem Leben viel geredet“, meint sie schmunzelnd. Es ist vollbracht. Ein ganz besonderer Reiseführer ist entstanden. Erhältlich auch in Wismarer Buchläden.

Info: „Ein Eisbär in Afrika - Mit Kleinkind eine Abenteuerreise in Namibia“; Windsor Verlag; ISBN: 978-1-627840-51-4

Ich habe

auf Afrikas Pisten meinen eigenen Weg gefunden.“

Madleen Nothnagel,

Autorin aus Wismar

Ina Schwarz

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