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Nordwestmecklenburg Ärger um marode Rettungstürme
Lokales Nordwestmecklenburg Ärger um marode Rettungstürme
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21:36 24.05.2016

Mancher Tourist stört sich am Anblick der maroden Wachtürme der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft am Boltenhagener Strand. Volker Peter, Wachführer der DLRG im Kurbad, macht Dienst in der Hauptwache. Er wird, sagt er, genau wie seine Rettungsschwimmerkollegen, immer wieder von Gästen darauf angesprochen. „Viele sagen, man hätte die Türme zu Saisonstart wenigstens neu anstreichen können“

Doch das mit der Schönheit sei zweitrangig, sagt Volker Peter. Ihm und seinen Kollegen geht es zuerst um die Frage der Sicherheit. „Es ist Vorsaison“, sagt Peter, „zur Zeit sind wir nur mit sieben Rettungsschwimmern im Einsatz. Es sind nicht alle Türme besetzt. Und weil die Dünen in Boltenhagen nicht – wie sonst in Ostseebädern üblich – nur mit Seegras, sondern mit Kiefern bewachsen sind, ist es schwer, den Strand im Blick zu behalten.“ Die Kiefern versperren den Rettungsschwimmern – zumindest aus den unteren Etagen der Wachtürme – den Blick. Sie müssten von oben auf den Strand schauen.

Doch die Geländer der oberen Etagen der Türme sind genau das Problem.

Am vergangenen Wochenende ist das Geländer von Turm Zwei an der Seebrücke in sich zusammengefallen. Wachführer Peter musste die Rettungsschwimmer von dort abziehen. Seit gestern ist dort eine Firma am Werk, um das Geländer wieder zu sichern.Volker Peter und seine Rettungssschwimmerkollegen hoffen, dass auch all die anderen Türme am Strand endlich zügig saniert werden. Claudia Hörl, Kurdirektorin von Boltenhagen, versichert auf Anfrage der OZ:„Die bestehenden DLRG-Türme werden durch den Bauhof instand gesetzt. Ein einfaches Anstreichen hätte da nichts gebracht.“ Aus Sicht der Kurverwaltung ist es sinnvoller, einen genehmigten Neubau endlich realisieren zu können, statt die Türme immer wieder provisorisch auszubessern.

In der heutigen Kurbetriebsausschusssitzung soll unter anderem ein Neubau der DLRG-Türme im Rahmen des Projektes Dünenpromenade vorgestellt werden. Was den Bewuchs der Dünen angeht, erklärt Claudia Hörl: „Der Bauhof darf den Dünenbewuchs nicht ohne weiteres entfernen, sowohl die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (StÄLU) als auch die Umweltbehörden müssten dazu ihr Einverständnis erklären.“ Hörl hofft, dass im Rahmen des Dünenpromenadenprojektes auch dieses Problem gelöst werden könnte.

Volker Peter und seine Kollegen verstehen, dass vieles, was sie bemängeln, mit der geplanten Dünenpromenade zusammenhängt. Dass Projekte dieser Art viel Zeit kosten. Und dennoch so Peter, will er sicherstellen, dass im Verlauf der voranschreitenden Zeit, bis es soweit ist, nicht irgendetwas Gravierendes passiert. „Deshalb habe ich die Kurverwaltung über den Bauhof von dieser Gefahrenlage in Kenntnis gesetzt.“ Auch Aktennotizen habe er sich dazu gemacht. „Wenn tatsächlich ein Menschenleben gefährdet wird, dann ist das Geschrei groß. Dann wird hektisch nach dem Schuldigen gesucht.“

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