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Ärger um umgebaute Bungalows in Boltenhagen

Boltenhagen Ärger um umgebaute Bungalows in Boltenhagen

Im Ostseebad werden Wochenendhäuser aus DDR-Zeiten erweitert / Änderung des B-Plans scheint notwendig.

Boltenhagen. Es gibt neuen Ärger in der Siedlung Am Reek in Boltenhagen. Diesmal geht es nicht um Wohnhäuser, die unerlaubt als Ferienwohnungen vermietet werden, sondern um eine Wochenendhaussiedlung, die schon seit DDR-Zeiten besteht.

LN-Bild

Im Ostseebad werden Wochenendhäuser aus DDR-Zeiten erweitert / Änderung des B-Plans scheint notwendig.

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Bei einer Begehung des Wochenendhausgebiets mit Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU), dem Vorsitzenden des Bauausschusses Michael Steigmann (Die Linke) sowie Vertretern des Landkreises und des Amtes Klützer Winkel wurden an einigen Bungalows Um- oder Anbauten festgestellt, die eigentlich nicht erlaubt sind — wenn man den Bebauungsplan zugrunde legt.

Es geht einerseits darum, dass einige Besitzer um ihre Terrasse ganz oder teilweise Wände gezogen haben, sodass zusätzlicher Raum im Haus entsteht. Ein Bungalowbesitzer berichtet, dass zwei Nachbarn in der Siedlung wegen dieser Umbauten einen Baustopp verordnet bekommen hätten. In einem Fall ragt ein Umbau offenbar wenige Zentimeter über die Grenze zum Nachbarbungalow.

In einem drastischeren Fall wurde gerade das Fundament eines Bungalows um etwa einen halben Meter vergrößert, sodass auch der kleine Fußweg vor dem Gebäude überbaut wurde. Die ehemalige Außenwand zur eigentlichen Terrasse ist größtenteils abgerissen und sollte anscheinend deutlich nach vorne versetzt wieder aufgebaut werden. Das ärgert unter anderem die direkte Nachbarin, die jetzt auf eine staubige Baustelle guckt.

Ein weiterer Punkt sind Dächer, die nicht den Vorgaben entsprechen. Das trifft allerdings auf alle der alten Bungalows zu. Sie haben ursprünglich ein Pultdach mit 7,5 Grad Neigung. Im Bebauungsplan sind aber Sattel- oder Krüppelwalmdächer mit einer Neigung von 38 bis 45 Grad festgesetzt. Einige Besitzer haben aber das Pultdach durch einen schwach geneigten Dachstuhl ersetzt. Das entspricht ebenfalls nicht den Festsetzungen des Bebauungsplans.

Was tatsächlich festgesetzt ist, würde aber nach Ansicht von Christian Schmiedeberg nicht ins Bild der Siedlung passen. „So ein spitzes Dach passt da nur rein, wenn es alle machen“, sagt er. „Ich würde es am besten finden, die jetzt nicht konformen Umbauten zu legalisieren und Absprachen bezüglich der Dachformen zu treffen.“ Nach dem bestehenden B-Plan könnte jeder Hausbesitzer ein Dach mit bis zu 45 Grad Neigung aufsetzen. „Alle anderen, die Wände um ihre Terrasse gezogen haben, was in den meisten Fällen ja gut aussieht, müssten schlimmstenfalls abreißen.“

Die Mitglieder des Bauausschusses, die am Dienstag über das Thema beraten sollten, schienen noch die Diskussionen um verbotene Vermietung von Ferienwohnungen in den an die Wochenendsiedlung angrenzenden Neubauten im Hinterkopf zu haben. Ausschussmitglied Christiane Meyer sagte: „Wir haben bestehende B-Pläne und oft unsere Meinung geäußert. Wenn jemand da was macht, was nicht vorgesehen ist, muss er die Konsequenzen tragen.“ Ausschussmitglied Mirko Klein schlug vor, eine Veränderungssperre auf das Gebiet zu legen. „Sonst machen die, was sie wollen.“ Da sich die Ausschussmitglieder kein Bild der Situation gemacht hatten, beschlossen sie, das Thema zu vertagen und die Siedlung zu besuchen. Das soll vor der nächsten Sitzung des Ausschusses geschehen, die für den 7. April geplant ist.

Ebenfalls mit den Wochenendehäusern in Boltenhagen beschäftigt sich der Landkreis als Bauordnungsbehörde. Sprecherin Petra Rappen informiert auf Anfrage, dass im Wochenendhausgebiet „Am Reek“ nur vereinzelt baurechtliche Verstöße bekannt seien. „Aktuell ist hier nur ein Verfahren anhängig, in welchem ein Baustopp wegen einer fehlenden Bauanzeige für die Erweiterung eines Wochenendbungalows verhängt wurde. Gegen diesen Baustopp läuft derzeit ein Widerspruchsverfahren“, so Rappen. Überschreitungen der maximal zulässigen Grundflächen durch die Erweiterung von Bungalows habe der Landkreis bislang nicht festgestellt.

„Sofern die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen die derzeitigen Festsetzungen im Bebauungsplan zur zulässigen Nutzungsart, der maximal bebaubaren Grundfläche sowie der festgesetzten Dachform und Dachneigung überdenken will, wäre hierfür gegebenenfalls eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich“, erklärt Rappen.

Von Malte Behnk

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