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AfD im Aufwind, NPD verschwindet

Wismar/Grevesmühlen AfD im Aufwind, NPD verschwindet

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 haben sich bei einigen Parteien deutliche Unterschiede hervorgetan.

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Wismar/Grevesmühlen. Knapp 17 Prozent für die AfD im Wahlkreis 13, der von Nordwestmecklenburg bis zum Landkreis Rostock reicht und Teile von Ludwigslust Parchim mit einschließt. „Ein Ergebnis, das bedenklich ist“, sagt Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). „Die große Politik muss sich mit dem Problem auseinandersetzen.“ Und: „Man kann nicht alle AfD-Wähler in die rechte Ecke stellen.“ Das sieht auch Christoph Grimm, Kreisvorsitzender der AfD in Nordwestmecklenburg, so. Der Rechtsanwalt zählt zum gemäßigten Kreis der Partei, im Wahlkreis 13 holte Grimm nach Karin Strenz (CDU) und Frank Junge (SPD) die meisten Stimmen. Für einen Platz im Bundestag reichte es jedoch nicht, Christoph Grimm steht auf Platz sechs der Landesliste, drei AfD-Mitglieder aus MV kommen nur in den Bundestag. Dass die Parteispitze mit ihren Aussagen medienwirksam auf sich aufmerksam macht, ist auch in Nordwestmecklenburg registriert worden. Dazu kommt, dass in der Landtagsfraktion der AfD vier Mitglieder gestern verkündeten, eine eigene Fraktion gründen zu wollen. „Ich habe in den vielen Jahren die Erfahrung gemacht, dass mit Ruhe sehr viel mehr zu erreichen ist“, so Grimm, der in früheren Jahren als Sozialdemokrat seine politische Laufbahn begann. „Die Aussagen von Gauland sind nicht meine Sprache.“ Nur knapp 80 Mitglieder der AfD gibt es im gesamten Wahlkreis 13, gerade einmal 65 sind es in Nordwestmecklenburg. „Aber ich gehe davon aus, dass es mehr werden“, sagt Grimm. „Es gibt bereits erste Anfragen.“ Für Kommunalpolitiker wie Christian Schmiedeberg sind das alles andere als gute Nachrichten. Denn die Verluste, die CDU und SPD eingefahren haben, gehen teilweise auf das Konto der AfD. Über die Gründe können die Politiker nur spekulieren.

LN-Bild

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 haben sich bei einigen Parteien deutliche Unterschiede hervorgetan.

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Eines allerdings hat die AfD in den vergangenen Jahren erreicht. Die NPD hat praktisch keine Wählerschaft mehr in der Region. Bereits bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr sorgte der Erfolg der Alternative gleichzeitig für den Untergang der NPD, die aus dem Landtag ausschied. Schaut man sich jetzt die Ergebnisse der Bundestagswahl an und vergleicht sie mit den Zahlen von 2013, dann wird eines deutlich: Die NPD lag damals noch zwischen 2 und 7 Prozent in den Städten und Gemeinden des Landkreises sowie der Hansestadt Wismar, für einen Einzug in den Bundestag reichte es zwar nicht.

Aber dennoch waren einige Wahlergebnisse für die Rechten damals beachtlich. Aktuell liegt die NPD bei weniger als einem Prozent. Lediglich in einem Wahllokal hat die Partei 28 Stimmen und damit 4 Prozent erreicht – und zwar im Wahlbezirk Gägelow 1, zu dem der Ortsteil Jamel gehört. Ansonsten liegen NPD-Kandidat Rainer Schütt, der auch im Kreistag sitzt, und seine Partei weit hinter den Werten von 2013.

Apropos Extremwerte: Vor vier Jahren ragte das CDU-Ergebnis auf der Insel-Poel deutlich heraus. Jeder zweite Wähler machte damals sein Kreuz bei den Christdemokraten, die bei der Zweitstimme auf 49,8 Prozent kamen, am Sonntag waren es 36,5 Prozent der Wähler, die zur Urne gingen. Bei den 396 Briefwählern waren es immerhin rund 43 Prozent.

Die teils gravierenden Unterschiede bei der CDU zwischen Brief- und Urnenwählern hängen vermutlich mit der Berichterstattung über die CDU-Kandidatin Karin Strenz zusammen. Ihr wird vorgeworfen, im Rahmen ihrer parlamentarischen Arbeit im Zusammenhang mit Aserbaidschan nicht neutral gehandelt zu haben. Strenz weist die Vorwürfe zurück.

Info: Die übrigen Wahlbezirke veröffentlichen wir morgen.

Michael Prochnow

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