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Nordwestmecklenburg Alles unter einem Dach: Integrationshilfe für Flüchtlinge
Lokales Nordwestmecklenburg Alles unter einem Dach: Integrationshilfe für Flüchtlinge
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19:12 08.07.2016
Die Integrationslotsen kümmern sich um die Belange der anerkannten Flüchtlinge: (v. l.) Kathrin Müller, Uwe Feuersenger und Juliane Trebschuh. Anzutreffen sind sie im „Regionalen Integrationsservice Nordwestmecklenburg“ im Jobcenter in Wismar. Quelle: Jana Franke

Grevesmühlen Die Anerkennung der Flüchtlinge in Deutschland nach tage- oder sogar wochenlanger Flucht vor Krieg und Gewalt in ihrem Heimatland ist für die meisten Betroffenen wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Doch die nächste große Hürde lässt nicht lange auf sich warten: die Integration. Auf der To-do-Liste stehen unter anderem Wohnungssuche, Kontoeröffnung, Anmelden bei einer Krankenkasse, Jobsuche, Unterbringen des Nachwuchses in Kindereinrichtungen, Sprachkurse, Beantragen von Hartz IV, und, und, und. . .

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Im Wismarer Jobcenter ist ein regionaler Integrationsservice eröffnet worden – ein landesweit bisher einmaliges Projekt / Drei Mitarbeiter helfen bei bürokratischen Hürden.

Hilfe bekommen die ausländischen Mitbürger seit Kurzem im „Regionalen Integrationsservice Nordwestmecklenburg“, der im Jobcenter in Wismar angesiedelt ist. Die Idee eines solchen Büros hat der Landkreis an das Jobcenter herangetragen, das die entsprechenden Räumlichkeiten bereitstellen konnte. Die gemeinsame Einrichtung des Landkreises, des Jobcenters und der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist nun eröffnet worden. „Mit diesem Service sind wir Vorreiter. So etwas gibt es in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht“, erklärt Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters.

Ansprechpartner sind drei Integrationslotsen von der Awo. Kathrin Müller und Uwe Feuersenger sind schon länger dabei, neu im Team ist Juliane Trebschuh. Nach Aussage von Awo-Geschäftsführer Matthias Koch kümmern sie sich derzeit um etwa 400 Personen. Das Trio hilft den Flüchtlingen, die nach ihrer Anerkennung in den Rechtsbereich des Jobcenters fallen, bürokratische Hürden zu nehmen. „Durch die Bündelung der gemeinsamen Beratungsressourcen können Wartezeiten vermieden und schneller auf die individuellen Belange eingegangen werden“, sagt Greiner weiter. So wird zum Beispiel ein weiterer Kundenempfang im Jobcenter geschaffen, von dem auch alle anderen Kunden des Jobcenters profitieren würden.

Derzeit gibt es 705 asylberechtigte Flüchtlinge im Landkreis Nordwestmecklenburg, die beim Jobcenter gemeldet sind. 600 weitere warten auf eine Anerkennung. Daher schaut Martin Greiner nicht nur ins Hier und Jetzt. „Der ,Regionale Integrationsservice Nordwestmecklenburg’ wird sich sukzessive weiterentwickeln“, erklärt er. „Die Ein- und Anbindung der regionalen Migrationsberatungen sind ebenso geplant wie die Kooperation mit den weiteren im Landkreis schon agierenden Willkommenslotsen zum Beispiel bei der Kreishandwerkerschaft und bei verschiedenen Bildungsträgern.“ Außerdem habe das Land den Integrationsfachdienst zum 1. Juli soweit personell aufgestockt, dass eine Beratung auch in die Fläche hinein angeboten werden kann.

Das Integrationsbüro ist zu den Öffnungszeiten des Jobcenters in Wismar geöffnet: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

Telefon: ☎ 0 38 41/71 00 29.

Adresse: Werkstraße 2, Erdgeschoss.

Jana Franke

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