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Nordwestmecklenburg Alpakas beim Friseur
Lokales Nordwestmecklenburg Alpakas beim Friseur
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22:09 19.04.2017
Marco Holter (M.) assistiert seinem Züchter-Kollegen Ulrich Baum (r.), der extra für die Schur der Alpakas aus Neustadt-Dosse angereist war. Quelle: Fotos: M. Freitag

Fahrstuhlfahren, Treppensteigen oder Streicheleinheiten sind für Leopold und Alberto ganz alltägliche Dinge. Doch wer die beiden Alpakas auf dem Hof von Marco Holter in Hamberge zunächst sieht, findet sie einfach nur niedlich. Ein kleiner „Wuschelkopf“ und große neugierig schauende Augen sorgen für Liebe auf den ersten Blick. Für die Familie Holter sind die Ausbildung der Alpakas und die angebotenen Tiertherapien mittlerweile sogar Existenzgrundlage.

Beim Tag der offenen Tür in Hamberge erlebten die Gäste unter anderem, wie die Tiere geschoren werden.

„Wir haben vor fünf Jahren mit der Alpakazucht und dem Therapieeinsatz angefangen. Die Zucht ist zwar nicht sehr verbreitet, aber in Deutschland auch nicht so selten“, erzählte Marco Holter ( 45).

Zusammen mit seiner Frau Beate und seinen beiden Töchtern Sophie und Sarah hatte er zum Tag der offenen Tür geladen. Mit dabei war auch Züchterkollege Ulrich Baum aus Neustadt-Dosse. Der 55-Jährige ist einer der wenigen Scherer. So konnten die Besucher in Hamberge erleben, wie die Tiere geschoren werden. „Wir haben acht Alpakas und alle werden heute geschoren“, erklärte Marco Holter. Die Wolle werde anschließend zum Herstellen von Betten genutzt. „Wir lassen Steppdecken herstellen und verkaufen sie dann wieder hier direkt auf dem Hof“, sagte der Alpakazüchter. Die Wolle habe den Vorteil, dass sie nicht rieche und keine Fette wie die Schafwolle enthalte. „Sie wird gereinigt und kann sofort verarbeitet werden“, erklärte er.

Der weiße Hengst Leopold und der schwarze Hengst Alberto können noch viel mehr als niedlich aussehen und Wolle geben. Einmal im Monat geht es ins Hospiz Schloss Bernstorf, wo die Tiere ein Lächeln in die Gesichter der Patienten zaubern. Die Tiere kommen sogar bis ans Bett. „Das muss natürlich trainiert werden. Dazu müssen die Tiere von Natur aus neugierig sein, und das sind Leopold und Alberto“, sagte Holter. Drei weitere Alpakas befinden sich derzeit in der Ausbildung. Auch sie können dann später im Seniorenheim Zippendorf, im Hospizzentrum Bernstorf oder in der Grevesmühlener Diakonie eingesetzt werden. „Wir trainieren einmal am Tag 45 Minuten, sowohl hier auf dem Hof als auch in Bernstorf. Die Tiere müssen an alle Situationen gewöhnt werden“, erklärte der Züchter, der 2011 eine neue Heimat in Hamberge fand und sich ein Jahr später die ersten Alpakas zulegte. Am 12. Mai wird das neunte Tier erwartet. Im vergangenen Jahr hatten die Besucher das Glück, genau am Tag der offenen Tür eine Geburt mitzuerleben. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes. In diesem Jahr wird es nach 340 Tagen Tragezeit etwas später“, sagte Holter. Doch den Besuchern beim Tag der offenen Tür war das egal. Die Schurvorführungen und eine Ausstellung rund um die Tiere hatten ihren Reiz.

 Maik Freitag

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