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Nordwestmecklenburg Alte Gärtnerei wird Flüchtlingsunterkunft
Lokales Nordwestmecklenburg Alte Gärtnerei wird Flüchtlingsunterkunft
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20:17 12.03.2016
Im ehemaligen Schulungsgebäude der Alten Gärtnerei soll eine Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber entstehen. Quelle: Peter Täufel

Die seit vier Jahren ungenutzte alte Gärtnerei in Tressow könnte schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Wenn es nach dem Willen des Eigentümers geht, soll das ehemalige Schulungsgebäude zu einer Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber werden. Der Verein „DOT–KOM“ (Demokratie, Teilhabe, Kommunikation) als Eigentümer strebt mit dem Projekt der Kulturgärtnerei ein offenes Wohn- und Kulturprogramm für die aktive Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum an.

Wir werden der beantragten Nutzungs- änderung wohl zustimmen.“ Stefanie Uth (parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde Bobitz

In der Einwohnerversammlung in der Bobitzer Turnhalle, zu der die Gemeindevertretung geladen hatte, stellte der stellvertretende Vorsitzende Michael E. Deppe die Pläne vor. „Wir wollen ein Zentrum schaffen, in dem man aktiv aufeinander zugehen kann. Das bringt mehr Verständnis füreinander und ein besseres Miteinander", warb der Diplom-Sozialpädagoge. Der Verein „DOT–KOM“, dessen prominenteste Vorstandsmitglieder Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel sind, ist der Nachfolger des VFBJ Tressow, dem das Objekt seit dem Jahr 1991 gehört und der dort eine Ausbildungsstätte für sozial benachteiligte Jugendliche betrieb.

Nun also Flüchtlinge. „Die Situation ist die, dass Flüchtlinge, die den Status ,Anerkannter Asylbewerber‘ bekommen haben, unverzüglich aus den zentralen Flüchtlingsunterkünften raus und eine eigene Wohnung suchen müssen. Da das auf die Schnelle kaum möglich ist und sie nicht auf einmal obdachlos sind, braucht es solche kurzfristigen Notunterkünfte“, führte Deppe aus. Eine bis maximal acht Wochen würden Asylbewerber dort bleiben. Man habe bereits Erfahrung mit solch einer Unterkunft, die derzeit in der Jugendscheune Neukloster betrieben wird. Selbige müsse aber aus Pachtvertragsgründen geschlossen werden. Deshalb wolle man nach dem Umbau bis zu 20 anerkannte Asylbewerber in der alten Gärtnerei unterbringen.

84 Einwohner lauschten den Ausführungen des Verein. „Das Schulungsgebäude ist dafür nicht geeignet, da ist ja nicht mal ne richtige Heizung drin! Es sei denn, Ihr investiert vorher 300 000 Euro in den Ausbau“, zeigte sich Reinhard Dopp sichtlich besorgt. Der Rentner kennt das Objekt, hat es damals mit aufgebaut. „Nur, wenn Du mir das garantieren kannst, dass sich die Flüchtlinge dort wohlfühlen, kann ich zustimmen“, richtet er sich an Deppe.

„Was passiert danach, wenn das mit den Flüchtlingen vorbei ist, wie sehen Ihre Planungen in drei, vier Jahren aus?“, fragte Gemeindevertreterin Kathi Krtschil (BWG). Langfristig solle dort wieder eine Ausbildungsstätte entstehen, für Deutsche und vielleicht ausländische Mitbürger, so die Antwort. „Wir werden der beantragten Nutzungsänderung am Montag wohl zustimmen, obwohl die Hälfte der Abgeordneten skeptisch ist. Sie sind die Eigentümer und wir wollen ja auch, dass dort wieder etwas geschieht“, sagte Bürgermeisterin Stefanie Uth (parteilos).

Von Peter Täufel

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