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Nordwestmecklenburg Altersgerechte Wohnungen sind heiß begehrt
Lokales Nordwestmecklenburg Altersgerechte Wohnungen sind heiß begehrt
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20:10 03.07.2013
Grevesmühlen

Das Bauschild ist verschwunden, seit Monaten rührt sich nichts auf der Baustelle in der Karl-Marx-Straße in Grevesmühlen. 86 barrierefreie Wohnungen sollen dort entstehen. Doch ob und wann das Projekt umgesetzt wird, steht in den Sternen. Auf der jüngsten Stadtvertretersitzung in Grevesmühlen hieß es auf Nachfrage zu diesem Thema, dass die Investoren nach wie vor an der Umsetzung interessiert seien, es habe lediglich der Makler gewechselt.

Denn das grundlegende Problem ist nicht nur in Grevesmühlen der Umstand, dass es zu wenige Wohnungen für Senioren gibt. Auch die Kaufkraft fehlt. Denn Ziel der Investoren in der Karl-Marx-Straße ist es, die Wohnungen zu verkaufen, die die Senioren mieten sollen. Doch vielen Rentnern fehlt das Geld für eine solche Investition. So ist für eine Zwei-Zimmer-Wohnung beim Kauf mitunter ein dreistelliger Betrag fällig.

Das nächste Problem: Wie eine Umfrage unter den Immobilienmaklern in der Region ergab, wird es für die älteren Menschen in den ländlichen Bereichen immer schwieriger, ihre Immobilien zu verkaufen.

Aber das ist die Voraussetzung, um die barrierefreien Wohnungen in den Städten wie Grevesmühlen zu kaufen. Auch beim Projekt in der Karl-Marx-Straße wird hinter vorgehaltener Hand fehlendes Kaufinteresse als Grund für die Verzögerung genannt.

Dass es in kleinerem Rahmen durchaus funktioniert, zeigt das Beispiel der insgesamt 16 seniorengerechten Wohnungen in der Maxim-Gorki-Straße. Auf dem Gelände der ehemaligen Kindertagesstätte wurde ein Wohnhaus errichtet, die Arbeiterwohlfahrt hat direkt nebenan eine Tagespflege eröffnet. Entsprechend groß war die Nachfrage nach den zentral, aber dennoch ruhig gelegenen Unterkünften.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an Pflegeplätzen. Die Prognose für den Landkreis geht von rund 8860 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. „Bei dieser Entwicklung wird es höchste Zeit, barrierearme Wohnungen für Senioren zu schaffen. Ziel muss es sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Auch dann noch, wenn sie dort ambulant gepflegt werden müssen. Die Alternative ist der Umzug ins Pflegeheim. Genau das wollen viele Ältere aber nicht“, sagt Matthias Günther. Zudem führe die stationäre Pflege im Heim zu enormen Mehrkosten.

Ein Pflegeplatz im Heim kostet pro Jahr rund 7200 Euro mehr als eine Pflege in den eigenen vier Wänden. Verglichen mit dem Aufwand, der notwendig ist, um eine Wohnung altersgerecht zu sanieren, gehe die Rechnung schnell auf. Jedenfalls die, die das Bundesbauministerium aufmacht: „Demnach kostet der Umbau einer Wohnung 15 600 Euro. Rein wirtschaftlich betrachtet, lohnt es sich also“, sagt Matthias Günther.

M. Prochnow

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