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Nordwestmecklenburg Altes Bauerndorf und neuer Industriestandort
Lokales Nordwestmecklenburg Altes Bauerndorf und neuer Industriestandort
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20:41 09.11.2017
Renate Meigut, Uwe Roschlau und Hiltrud Koop unter einem Bild des in Upahl geborenen Malers Wilhelm Facklam, das die alte Schule in Upahl zeigt.

Es ist gut, dass Upahl das Gewerbegebiet hat, dass es neue Wohngebiete gibt, dass die Gemeinde wächst und sich immer weiter entwickelt – darin sind sich alle einig beim Gespräch im Gemeinschaftshaus : die beiden Altbürgermeister Gerd Körner (63) und Ekkehard Schneider (71), der junge Bürgermeister Steve Springer (39), der seit 2015 im Amt ist – Uwe Roschlau (79), ehemaliger Lehrer und langjähriger Gemeindevertreter, Hiltrud Koop (78), die früher einmal Sekretärin an der Upahler Schule war und Renate Maigut (68), die sich seit zehn Jahren um die Seniorenbetreuung in Upahl kümmert.

Insgesamt 180 Hektar groß ist das Gewerbegebiet, davon stehen 55 Hektar zur Verfügung, auf denen sich Firmen ansiedeln können. „Circa zwölf, 13 Hektar“, sagt Steve Springer, „warten noch auf Interessenten.“ Viel Einfluss hat die Gemeinde nicht darauf, die Vermarktung des Gewerbegebietes liegt in Händen der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg. Unter Bürgermeister Körner, der das Bürgermeisteramt von 1991 bis 1994 bekleidete, fing es an mit dem Gewerbezuzug. „Zuerst kam die Vorgängerfirma des Baustoffhandels Techentin hierher“, sagt Körner, „das war 1991.“ Als nächstes kam Hansano aus Lübeck. „Die mussten aus Lübeck raus, mit der geplanten Autobahn hier und den günstigen Konditionen, die wir hier hatten, lohnte sich das“, erzählt Gerd Körner weiter. Namhafte Firmen, wie unter anderem Arla, das Hansano kaufte, folgten.

Upahl profitierte nicht nur vom Autobahnbau, „unsere Gemeinde liegt generell günstig“, sagt Hiltrud Koop. Die Landstraße, die durch das Dorf führt, Grevesmühlen, Wismar, Schwerin, alles ist schnell zu erreichen.“ Doch dass es Upahl in vieler Hinsicht so gut geht, sagt Uwe Roschlau: „hat auch damit zu tun, dass die Bürgermeister und Gemeindevertreter mit dem, was an Einnahmen reinkam, gut gewirtschaftet und klug investiert haben.“ Das Gemeindehaus zum Beispiel, das früher einmal die Schule im Dorf war, wurde komplett aus eigenen Mitteln umgebaut. Kein Kredit, keine Fördermittel. „Das waren noch andere Zeiten“, sagt Ekkehard Schneider – und es klingt zwar nicht wehmütig, aber dennoch auch an, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Dass dem so ist, bestätigt Gerd Körner, der schon in Upahl geboren wurde. Dessen Großvater Theo Körner besaß im einstigen Bauerndorf Upahl einen Hof, auf dem am 7. Mai 1942 ein verheerender Großbrand ausbrach, der dann sieben Bauernhäuser zerstörte.

„Der Zusammenhalt unter den Alteingesessenen oder denen, die schon sehr lange hier wohnen“, sagt Körner, „den gibt es nach wie vor. Mit den Neuzugezogenen in den Neubaugebieten haben wir im Grunde kaum Berührung.“ Was den Alteingesessenen aber nicht allzu viele Kopfschmerzen bereitet, wie es aussieht.

Besonders die Senioren in der Gemeinde, bestätigt Renate Meigut, haben einen regen Kontakt zueinander. „Das betrifft nicht nur das Hauptdorf Upahl, auch Ortsteile wie Sievershagen zum Beispiel. Wir treffen uns einmal im Monat, an jedem ersten Mittwoch, zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen im Gemeindehaus.“ 35 bis 40 Leute kommen jeweils, erzählt sie noch. Auch gemeinsame Fahrten werden unternommen. Und lustige Filmabende gibt es. Uwe Roschlau, der seit 1962 in Upahl lebt und früher Lehrer an der Erweiterten Oberschule in Grevesmühlen war, filmt schon lange, was so im Dorf passiert.

„Früher noch auf Super 8, inzwischen natürlich in HD“, wie er betont. Er begleitet auch die Ausflüge der Senioren mit der Kamera und führt auf Wunsch die Filme im Gemeindehaus vor.

Annett Meinke

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