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Nordwestmecklenburg Amtsgebäude soll teilsaniert werden
Lokales Nordwestmecklenburg Amtsgebäude soll teilsaniert werden
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19:12 25.11.2016
Langfristig ist sogar die Statik einiger Bauteile gefährdet. Daraus kann ein größerer Schaden entstehen.Ulrich Kästner Ingenieurbüro für Bauwerksdiagnose, Bauphysik, Bauplanung Schwerin

. Arbeiten bei mehr als 30 Grad – für die 22 Mitarbeiter im Verwaltungsgebäude des Amtes Schönberger Land in der Dassower Straße im Sommer nichts Außergewöhnliches. Rund zehn Tage im Jahr, sagt Antje Kopp vom Bauamt, kommen die Angestellten in des Amtes in Schönberg richtig ins Schwitzen. Der Grund: der sogenannte sommerliche Wärmeschutz – sprich die Isolierung – ist alles andere als auf dem neuesten Stand beim mehr als 20 Jahre alten Gebäude. Neben unzureichender Dämmung sind auch viele Fenster und Oberlichter im Dach undicht. Seit Jahren schon gibt es diese und andere bauliche Mängel, beklagen Verwaltungsmitarbeiter. Jetzt sollen sie behoben werden. Darauf haben sich die Mitglieder des Amtsausschusses geeinigt.

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen schätzt Ulrich Kästner vom Schweriner Ingenieurbüro für Bauwerksdiagnose, Bauphysik und Bauplanung auf rund 200000 Euro. Er hat sich das 1995 errichtete Gebäude genauer angeschaut. Mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen: Durch Fenster und Oberlichter im Dach zieht es. Im Winter ist es dadurch sehr kalt in den Büros, im Sommer sehr heiß. Als kritisch bezeichnet Kästner auch die Holzrahmen einiger Fenster. Die Farbe ist abgeplatzt, Holzprofile durch Verwitterung geschwächt. An einigen Holzteilen des Gebäudes hat er sogar gesundheitsgefährdende Pilze festgestellt. Auch viele der Holzriegel, Stiele und Schwellen im Bereich der Eingangstüren haben ihre besten Jahre hinter sich, sind durch Regen und Spritzwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Laut Experte Kästner, der ein Gutachten angefertigt hat, wäre langfristig sogar die Statik einiger Bauteile gefährdet. „Daraus kann ein größerer Schaden entstehen“, sagte er warnend.

Ähnlich schlecht sieht es beim Schallschutz aus. Wenn zum Beispiel die Haupteingangstür im Erdgeschoss geschlossen wird, ist das auch im Obergeschoss zu hören. Hinzu kommt eine marode Heizungsanlage.

Seit 2013, berichtet der Leitende Verwaltungsbeamte Frank Lehmann, haben die Störungen zugenommen. Darunter sind Ausfälle, die „wir selbst nicht beheben konnten.“ Ersatzteile zu beschaffen, sei äußerst schwierig. „Das bedeutet eine aufwendige Recherche im gesamten Bundesgebiet“, so Lehmann. Für Kästner bei einer 21 Jahre alten Anlage keine Überraschung. „Man muss davon ausgehen, dass sie irgendwann ganz kaputt geht“, sagte er. Eine neue Erdgas-Brennwert-Therme kostet rund 10000 Euro. Allerdings betont Kästner: „Größere Einsparungen aus energetischer Sicht sind nicht zu erwarten.“

Geld sparen will die Verwaltung langfristig durch LED-Lampen. Die Anschaffungskosten von rund 3200 Euro sollen sich nach Berechnungen des Experten des Schweriner Ingenieurbüros nach spätestens zwölf Jahren amortisiert haben.

Unwirtschaftlich ist es aus Sicht von Kästner dagegen, die Probleme beim sogenannten sommerlichen Wärmeschutz in den Griff zu bekommen. Das Gebäude unter dem Dach nach heutigem Stand zu dämmen, würde rund 120 000 Euro kosten. Das käme einer Neudeckung gleich. „Diese Kosten stehen in keinem Verhältnis zum erzielbaren Ergebnis und sind nicht zielführend“, sagte er.

Deshalb will sich die Verwaltung nur auf wirklich dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen beschränken. Alles in allem soll der Austausch von Dachflächenfenstern mit Sonnenschutzverglasung, der Einbau neuer Fensterscheiben und neuer Oberlichter, die Montage von Außenjalousien, der Wechsel schadhafter Hölzer und aller anderen im Gutachten aufgeführten Mängel rund 200000 Euro kosten.

Gut 35000 Euro davon wollen Kästner und seine Kollegen für die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung haben. Zuschüsse durch Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder des Landesförderinstituts sind laut Aussage von Antje Kopp nicht möglich. Die Mitglieder des Amtsausschuss gaben am Donnerstag dennoch grünes Licht.

Schönbergs Stadtvertreter Ronny Freitag sagte: „Die Belastung für die Mitarbeiter in heißen wie in kalten Tagen ist schon sehr hoch – ich habe mir persönlich ein Bild im vergangenen Winter machen können. Ich halte es für wichtig und notwendig, den Mitarbeitern im Amt einen ordentlichen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen.“

Steffen Oldörp

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