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Nordwestmecklenburg Amtswehrführer: Gescheiterte Wahl sorgt für Unruhe
Lokales Nordwestmecklenburg Amtswehrführer: Gescheiterte Wahl sorgt für Unruhe
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20:19 07.05.2016

Amtsvorsteher Frank Lenschow spricht von großen Herausforderungen beim Thema Brandschutz im Amt Schönberger Land. „Das wird alles nicht einfacher“, weiß der Griebener. Er hatte deshalb gehofft, dass die Feuerwehren des Amtes die „langjährige Vakanz“ eines gewählten Amtswehrführers endlich beenden. Seit Ende 2009 ist der Posten offiziell nicht besetzt.

Bei der geheimen Wahl am Freitag vergangener Woche entschieden sich neun Wehrführer des Amtes trotzdem gegen Michael Manfraß als Kandidaten. Nur sechs stimmten für ihn. Damit scheiterte die Wahl des Amtswehrführers zum dritten Mal in Folge. Nach Informationen der LN votierten die fünf Ortswehrführer der Gemeinde Lüdersdorf, dessen Gemeindewehrführer Michael Schinke sowie die Feuerwehrchefs aus Menzendorf, Grieben und Selmsdorf gegen Manfraß.

Probleme unter den Feuerwehren im Amt sieht Frank Lehmann, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Schönberger Land, nicht. Zumindest nicht offiziell. „Es ist mir nichts bekannt“, sagt er auf Anfrage der LN. Eine Aussage, die bei Feuerwehrleuten für Verwunderung sorgt. Schließlich ist die Liste der Probleme aus ihrer Sicht lang. Die Wehr in Niendorf ist abgemeldet und mit Roduchelstorf und Groß

Siemz sind gleich zwei Feuerwehren im Amt nicht einsatzfähig. In Roduchelstorf gibt es zurzeit weder einen Wehrführer noch einen Stellvertreter. In Groß Siemz hat der Feuerwehrchef nicht die erforderliche Qualifikation, um eine Wehr zu leiten. Hinzu kommt Unmut von Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion). Er kritisiert einen Kooperationsvertrag zwischen den Gemeinden Niendorf und Groß Siemz. Da die Feuerwehr Niendorf abgemeldet ist, übernimmt mit Groß Siemz eine Wehr den Brandschutz in Niendorf, die gar nicht einsatzfähig ist. Götze ärgert sich darüber, dass die Gemeinde Groß Siemz für die Sicherstellung des Brandschutzes Geld von der Gemeinde Niendorf bekommt. Und dass, obwohl Groß Siemz gar nicht einsatzfähig ist, alleine also gar nicht ausrücken darf. Offiziell nicht einmal, um einen umgekippten Baum von der Straße zu nehmen. Das heißt, die Feuerwehr Schönberg muss jedes Mal mit ausrücken, wenn in den Gemeinden Groß Siemz und Niendorf feuerwehrtechnische Hilfe benötigt wird. Geld, wie Groß Siemz, bekommt die Stadt Schönberg dafür aber nicht. Im Gegenteil, sie hat nur Kosten. Laut Brandschutzgesetz ist die Stadt Schönberg aber verpflichtet, in einem Umkreis von 15 Kilometern kostenlos Hilfe zu leisten. „Ich verstehe den Unmut von Herrn Götze. Völlig klar“, sagt Lehmann. „So wie es jetzt ist, ist es nicht schön. Da habe ich durchaus Sympathie für die Betrachtungsweise der Stadt Schönberg.“ Einschreiten und den Vertrag zwischen Groß Siemz und Niendorf rückgängig machen, das kann beim Amt aber niemand. Auch nicht der Leitende Verwaltungsbeamte Frank Lehmann: „Der Vertrag ist ja nicht rechtswidrig oder falsch.“

Der Verwaltungschef fordert, dass kleine Wehren wie Roduchelstorf und Groß Siemz in Zukunft vorausschauender arbeiten und ihre potentiellen Führungskräfte rechtzeitig für Lehrgänge anmelden. „Da ist jede Wehr gefordert, langfristig, wie in der Verwaltung auch, eine Personalplanung vorzunehmen.“ Gerade das ist in den Ortswehren nicht passiert. Kontrolliert hat das beim Amt niemand. „Ich schaue da nicht in jede Wehr. Deshalb ist es wichtig, dass die Position des Amtswehrführers besetzt ist, um auch zu schauen, ob jeder die Qualifikationen hat“, so Lehmann. Er nimmt aber nicht nur die Wehren, sondern auch die ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinden in die Pflicht und erwartet, dass sie „darauf achten und drängen“, dass notwendige Lehrgänge absolviert werden. „Das ist ja nicht Sache der Verwaltung.“ Das Problem: Wenn die Bürgermeister, wie in Roduchelstorf und Groß Siemz passiert, nicht darauf achten, leiten trotzdem Personen eine Wehr, die dafür gar nicht qualifiziert sind. Und einen gewählten Amtswehrführer, der das kontrolliert, gibt es seit Jahren nicht. Lehmann, der betont, dass er selbst kein Feuerwehrmann ist und es deshalb auch „ein wenig emotionsloser sieht“, sagt deshalb in Bezug auf fehlende Qualifikationen: „Man muss schauen, ob man nicht irgendwo kooperiert und sich zusammenschließt, so wie es mit Gemeinden auch der Fall ist. Dass muss auch im Feuerwehrbereich legitim sein.“ Bei Brandschützern ist das allerdings ein sensibles Thema.

Von Steffen Oldörp

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