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Nordwestmecklenburg Andrea Nickels Idee aus der Kiste stößt in Damshagen an Grenzen
Lokales Nordwestmecklenburg Andrea Nickels Idee aus der Kiste stößt in Damshagen an Grenzen
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20:31 21.10.2013
Andrea Nickels Idee animiert dazu, nicht mehr benötigte Gegenstände abzugeben und gegen andere zu tauschen. Quelle: Ulrike Oehlers
Damshagen

Eine kleine Kiste steht seit ein paar Wochen neben der Eingangstür zur alten Schmiede von Damshagen. Andrea Nickel hat sie aufgestellt und darüber auf einen Zettel geschrieben: „Diese Kiste ist für Sachen zum Tauschen, Leihen und Verschenken.“ Eigentlich sei das Ganze nur eine Idee, die noch entwickelt werden könnte, sagt die 37-Jährige, die als Bauingenieurin im Architekturbüro von Christian Müller-Menckens arbeitet — etwa 150 Meter von der alten Schmiede entfernt. „Ich habe zuhause bei mir aufgeräumt und festgestellt, dass ich Sachen habe, die ich nicht mehr brauche, aber die zu schade zum Wegwerfen sind.“ Ihren Freunden und Bekannten wollte sie damit nicht hinterherlaufen. „So entstand die Idee mit der Kiste.“

Die Bürgermeisterin gab grünes Licht für die Nutzung der Ecke gemeindeeigenen Gebäudes. Andrea Nickel füllte die Kiste mit eigenen Büchern, Kleidung und Haushaltsgegenständen wie einer Blumenvase oder einem Teelichthalter. Inzwischen sind diese Gegenstände komplett getauscht. Jetzt warten andere Sachen auf neue Freunde. „Die Kiste lebt vom Mitmachen“, erklärt die Damshagenerin, die in ihrem Freundeskreis auch schon zur Teilnahme animiert hat. Einen Vorteil sieht sie auch in der Regionalverbundenheit der Mini-Tauschbörse: „Das ist ein bisschen persönlicher, als wenn ich meine Sachen beim Deutschen Roten Kreuz oder anderswo abgebe und sie irgendwo hingefahren werden. Wenn sie nach zwei, drei Wochen nicht aus der Kiste weg sind, kann ich sie immer noch in den DRK-Container werfen.“ Ihr ist aber auch bewusst, dass das Projekt in seiner jetzigen Form an seine Grenzen gestoßen ist. Am derzeitigen Standort dürfe es den kleinen Rahmen nicht überschreiten, immerhin handele es sich um den Flur eines öffentlichen Gebäudes, der als Fluchtweg nicht zugestellt werden darf. „Wenn jemand also einen Wäschekorb bringt und ein anderer auch, dann stehen schon drei Behälter da. Vielleicht könnte man die Tauschkiste irgendwo integrieren und eine Tauschbörse im Gemeindezentrum aufbauen.“

Der Nachteil am jetzigen Standort sei auch, dass die alte Schmiede keinen Publikumsverkehr habe, sondern nur zu den Bibliothekszeiten oder für Veranstaltungen aufgeschlossen sei. Andrea Nickel hält es auch für denkbar, die Idee „themenbezogen“ in Kindergarten und Schule zu tragen. „Im kleinen Rahmen hat es funktioniert“, lautet ihr Fazit. Im Sommer hatte sie schon zu einer privaten Frauen-Kleider-Tausch-Party eingeladen — gemeinsam mit ihren Freundinnen Uta Kiegeland aus Parin und Helga Scheunert aus Damshagen, mit denen sie seit Januar im Dachgeschoss der alten Schmiede ein „Atelier für Kunst & Leben“ eingerichtet hat. Alle sind auch Mitglied im Verein winkelleu.de, der ebenfalls eine Tauschbörse initiiert habe, wie Andrea Nickel berichtet. „Letztlich geht es darum, den eigenen und gemeinsamen Lebensraum zu gestalten“, fasst sie ihr Engagement zusammen.

Ulrike Oehlers

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