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Nordwestmecklenburg Antrag abgelehnt: Gerichtsverfahren läuft weiter
Lokales Nordwestmecklenburg Antrag abgelehnt: Gerichtsverfahren läuft weiter
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21:16 14.12.2017

Das aufwändige Berufungsverfahren um die Rütinger Brandserie im Frühjahr 2016 wird fortgesetzt. Nachdem vor einer Woche die Verteidigung von Tony K., der im Januar vom Amtsgericht Wismar zu zweieinhalb Jahren Haft wegen mehrfacher Brandstiftung verurteilt worden war, einen Befangenheitsantrag eingereicht hatte, ging es gestern weiter. Ein Prozess, der vor allem durch eine Frage geprägt ist: Ist Tony K. der Brandstifter? Der heute 22-Jährige hatte nach seiner Festnahme im Juni 2016 bei seiner Vernehmung durch die Polizei in Grevesmühlen die fünf Brände gestanden, bei denen insgesamt mehrere Hundert Strohballen, etliche Autos, ein Carport und diverse andere Sachen zerstört wurden. Zum Verhandlungsauftakt vor dem Wismarer Amtsgericht nahm er die Aussage zurück, räumte lediglich ein, ein Feuer auf einem Feld bei Kastahn gelegt zu haben, bei dem allerdings kein Schaden entstand.

Im Rahmen der Berufungsverhandlung schweigt der junge Mann zu den Vorwürfen. Dafür sprach der Rütinger Wehrführer über die Zeit der Brandserie, den Stress für die Feuerwehrleute, die psychischen und physischen Belastungen und die Folgen, die der Fall bis heute für die Wehr habe. „Es ist seit der Brandserie nicht mehr das, was es einmal war“, so Thomas T. (37), der seit 17 Jahren die Wehr führt.

Ob Tony K. der Brandstifter sei oder nicht, dazu wollte der 37-Jährige gestern nichts sagen. „Ich kann es nicht sagen, und ehrlich gesagt, will ich dazu auch öffentlich nichts mehr sagen“, erklärte er im Zeugenstand. Hinweise auf den 22-Jährigen, der im Sommer 2015 zur Rütinger Wehr gestoßen war, habe es zwar gegeben. „Aber als ich ihn konkret gefragt habe, hat er gesagt, dass er es nicht war.“

In den kommenden Tagen sollen noch mehr als zwei Dutzend Zeugen gehört werden.

M. Prochnow

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