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Anwohner pochen auf Sicherheit

Harkensee Anwohner pochen auf Sicherheit

Einwohner von Harkensee warnen vor Gefahren des geplanten Straßenausbaus – besonders für Kinder.

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Einwohner von Harkensee verfolgen im Gemeindehaus einen Vortrag von Ingenieuren über den Ausbau von Straßen in dem Dassower Ortsteil.

Harkensee. Einwohner von Harkensee fürchten um die Sicherheit im Ort. Der Durchgangsverkehr hat nach ihrer Auskunft enorm zugenommen. Viele Traktoren, Lastwagen, Reisebusse und Autos würden zu schnell durch den Ort fahren. Noch gefährlicher werde es, wenn die Friedensstraße nach ihrem geplanten Ausbau keinen separaten Bürgersteig mit Hochbord bekomme, sondern einen überfahrbaren Gehweg. Davor warnten Harkenseer am Donnerstagabend. Sie nutzten die erste Einwohnerversammlung zum geplanten Ausbau von Straßen im Dorf, um ihre Vorstellungen und Kritik vorzubringen.

LN-Bild

Einwohner von Harkensee warnen vor Gefahren des geplanten Straßenausbaus – besonders für Kinder.

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Eine Befürchtung: Besonders für Kinder könne es nach einem Ausbau der Friedensstraße mit überfahrbarem Gehweg noch gefährlicher werden als jetzt schon. Es sei zu überlegen, ob der Ausbau dann überhaupt noch sinnvoll sei oder ob es besser sei, ihn auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Karl-Hermann Hey, der in der Friedensstraße wohnt, sagte: „Wenn wir etwas Neues bauen, muss der Zustand besser sein als er vorher war.“ Das sei bei der bisherigen Planung jedoch nicht der Fall, denn ein überfahrbarer Gehweg führe zu höheren Geschwindigkeiten und weniger Sicherheit – eine Einschätzung, die am Donnerstagabend nicht alle Harkenseer teilten.

Hey sagte: „Es muss vernünftig weitergeplant werden und die Belange der Bürger müssen dabei berücksichtigt werden.“ Das soll auch so geschehen, signalisierten am Donnerstagabend Vertreter der Stadt Dassow, des Amtes Schönberger Land und des Grevesmühlener Ingenieurbüros Möller. Fachbereichsleiterin Antje Kopp betonte, es werde angestrebt, das Bestmögliche für die Bürger zu erreichen. Tatsache sei aber auch: „Es ist eine öffentliche Straße. Sie muss den Bestimmungen entsprechend ausgebaut werden.“ Auch würden nur unter bestimmten Bedingungen Fördergelder bezahlt, die den Ausbau der Friedensstraße und eines Teils der Straße der Freundschaft sowohl für die Anlieger als auch die Stadt deutlich günstiger machen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD-Fraktion) sagte am Donnerstagabend: „75 Prozent der Maßnahme sind gefördert. Das ist ja schon mal schön.“ Laut einer ersten groben Kostenschätzung des Amtes müssten die Anlieger mit einem Beitrag von rund fünf Euro pro Quadratmeter bebautem Grundstück rechnen – bei einem Haus, das auf einem 900 Quadratmeter großen Grundstück steht, also etwa 4500 Euro.

Ein Vorschlag von Bürgern: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Friedensstraße auf 30 km/h begrenzen. Das Durchfahrtverbot für Lkw solle erhalten bleiben. Annett Pahl versprach: „Wir nehmen die Hinweise mit, werden alle prüfen und noch einmal zu einer Versammlung einladen.“

Unumstritten ist der Ausbau eines Teils der Straße der Freundschaft und der Kreuzung Straße der Freundschaft/Friedensstraße im Rahmen der Flurneuordnung. Das Ingenieurbüro strebt einen Baubeginn im November an. Die Bauzeit hänge vom Wetter ab. Ingenieur Stephan Möller sagte am Donnerstagabend: „Ich gehe davon aus, dass wir bis in den Mai hineinkommen werden.“

Flurneuordnung

135 000 Hektar umfassen die 119 Bodenordnungsverfahren, die im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Amtes Westmecklenburg bearbeitet werden.

28 Verfahren mit rund 18 000 Hektar wurden nach Angaben des Staatlichen Amtes bereits fertiggestellt. Schwerpunkte seien die Regionen an der Ostseeküste, die südlich von Schwerin gelegene Lewitz, das Amt Goldberg-Mildenitz und die Gebiete nördlich der Elbe. Die Flurneuordnung werde in Westmecklenburg eingesetzt, um Nutzungskonflikte, etwa zwischen Urlaubern und Landwirten, aufzulösen.

Jürgen Lenz

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