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Nordwestmecklenburg Arbeitsunfall in Wismars Rathaus: Zwei Angestellte verletzt
Lokales Nordwestmecklenburg Arbeitsunfall in Wismars Rathaus: Zwei Angestellte verletzt
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21:42 25.09.2013
Hinter diesen beiden Rathausfenstern hat sich das Unglück ereignet. Zwei Schilder hinter der Scheibe mit dem markanten „I“ für Information künden vom provisorischen Touristen-Servicebüro. Quelle: Haike Werfel

Ein Arbeitsunfall hat sich gestern kurz vor 10 Uhr in der Gerichtslaube des Rathauses ereignet. Dabei wurden zwei Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung verletzt. Eine dritte erlitt einen Schock. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

In das Gewölbe im Erdgeschoss des Gebäudes ist die Tourist-Information eingezogen. Sie musste das Stadthaus am Markt räumen, weil es saniert werden soll. Die Mitarbeiterinnen waren gestern Vormittag dabei, Regale und Schränke im provisorischen Domizil einzuräumen. Plötzlich brach ein Regal, das frei im Raum stand, zusammen und fiel um. Dabei stieß es nach Angaben der Polizei gegen mehrere Schränke, die daraufhin ebenfalls umkippten. Sie haben zwei Beschäftigte der Tourist-Information unter sich begraben.

Beide Frauen, eine Angestellte und eine Auszubildende, kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Sie hatten großes Glück. Nach ambulanter Behandlung von Prellungen und Abschürfungen konnte eine von ihnen das Hanse-Klinikum gestern wieder verlassen. Ihre Kollegin hat zusätzlich zu Prellungen und Abschürfungen einen Bruch am Handgelenk und eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Sie blieb in ärztlicher Obhut.

„Ich hörte, wie es gepoltert hat. Dann schrie eine Frau ganz lange. Da wusste ich, es muss was ganz Schlimmes passiert sein“, erzählt eine Verwaltungsmitarbeiterin. Zwei Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr, Notarzt und Rettungswagen eilen mit Blaulicht und Martinshorn herbei. Passanten auf dem Marktplatz bleiben erschrocken stehen. Nur wenige Minuten später werden die Verletzten aus dem Rathaus gebracht und ins Klinikum gefahren. Der Presse bleibt der Zutritt zur Gerichtslaube verwehrt. „Es ist jetzt kein öffentlicher Ort“, erklärt Andreas Nielsen, amtierender Leiter des Amtes für Tourismus, Presse und Stadtmarketing. Auch Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und sein erster Stellvertreter Michael Berkhahn (CDU) untersagen die Recherche am Unglücksort.

Den untersucht später die Kriminalpolizei. „Nach ersten Erkenntnissen war das im Raum frei stehende Regal mit Kartons und Prospekten stark überladen. Die Tragfähigkeit war überschritten“, erklärt Polizeihauptkommissar Rainer Böttcher.

Die für heute geplante Eröffnung der provisorischen Tourist-Information in der Gerichtslaube wird sich um einige Tage verzögern. Bis dahin bleibt Raum 28 im Rathaus der Anlaufpunkt für Einheimische und Gäste.

Haike Werfel

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