Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Auf der Suche nach dem eigenen Stil
Lokales Nordwestmecklenburg Auf der Suche nach dem eigenen Stil
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 02.04.2016
Ján Bahna (l.) aus Bratislava und Joachim-Andreas Joedicke von der Hochschule Wismar bereiten den Vortrag vor. Quelle: Sylvia Kartheuser

Die Slowakei ist derzeit ein Paradies für Architekten. „Oder doch fast“, schränkt Professor Ján Bahna (71) ein. Mit einem Vortrag an der Hochschule Wismar eröffnete der Vorsitzende der Slowakischen Architektenkammer eine Ausstellung über moderne slowakische Architektur. Auf großen Tafeln im Foyer des Hauses 7a können Besucher nachvollziehen, wie sich die Architektur in einem der jüngsten europäischen Staaten (Gründungsdatum ist der 1. Januar 1993) in 20 Jahren entwickelt hat.

Eines wird schnell deutlich: Das Land ist immer noch auf der Suche nach seiner Identität. „Wir haben keinen eigenen Stil. Dafür wurden wir über Jahrhunderte zu stark geprägt von Ungarn, Österreich und nach dem Zweiten Weltkrieg vom Sozialismus“, erklärt Ján Bahna im Hörsaal der Fakultät Gestaltung. Eine Art slowakische Architektur habe es erstmals zwischen 1918 und 1938 gegeben. Die Gebäude zeigen zwar Einflüsse der Wiener Sezession und des Jugendstils, aber mit eigener Note. Nach 1928 wird der Stil klarer, eckiger, puristischer. Der Stil des Dessauer Bauhauses lässt grüßen.

Es folgen die Jahre des Sozialismus, „mit ihrer Architektur des Heroismus“, sagt Ján Bahna. Auch in Bratislava, seit 1993 Hauptstadt der Slowakei, werden Wohnungen gebraucht. Es entstehen Wohnviertel, die vergleichbar sind mit Berlin-Marzahn. 1990 ändert sich alles. „Jetzt können wir uns mit den besten Architekten weltweit messen“, erklärt Ján Bahna, einer der Impulsgeber der slowakischen Architektur. In 40 Jahren hat er mehr als 60 Gebäude entworfen oder rekonstruiert. Vor allem in Bratislava hat er in jüngster Zeit interessante Einfamilienhäuser entwickelt.

Nach dem Vortrag stehen die Besucher vor den Bildtafeln und Architekturmodellen der Ausstellung und finden Beispiele für alle Baurichtungen. „Ich fand es sehr interessant, was er über den Stil in der Slowakei gesagt hat“, sagt Belén Hermo Dìz (21), Produktdesignerin aus Spanien und Austauschstudentin in Wismar. Aus der Slowakei kommen Eva Fabová und Petra Gamrátová (beide 23), mit denen sie diskutiert und die ebenfalls Austauschstudentinnen sind. „Vieles, was Professor Bahna gesagt hat, war auch für uns neu und spannend“, sagt Eva Fabová.

Die Ausstellung, die von der slowakischen Botschaft zur Verfügung gestellt wurde, kam durch einen Zufall nach Wismar. „Ein emeritierter Professor, machte mich darauf aufmerksam“, sagt Professor Joachim-Andreas Joedicke. Er selbst sei von der hohen architektonischen Qualität mancher Bauwerke sehr beeindruckt. „Die Architektur in der Slowakei hat in den vergangenen 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen.“

Ausstellung: Slowakei — Paradies für Architekten, bis 14. April, Öffnungszeiten: montags bis freitags 10 bis 17 Uhr

Von Sylvia Kartheuser

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Herbst war ein heftiger Streit in der Schönberger Schützenzunft entbrannt und es traten Mitglieder aus / Inzwischen gab es wieder Neuanmeldungen.

02.04.2016

Die Ausstellung „ das muss sich doch mal ändern.“ von Renate U. Schürmeyer, Künstlerin aus Jeese bei Bernstorf, wird am Freitag, 15. April, um 19.30 Uhr im Baumhaus am Alten Hafen in Wismar eröffnet.

02.04.2016

Nach ihrem Gründungstreffen im März lädt die Selbsthilfegruppe „Trans*Wis“ zu ihrem zweiten Treffen ein.

02.04.2016
Anzeige