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Nordwestmecklenburg Auf der Suche nach dem schönsten Dorf
Lokales Nordwestmecklenburg Auf der Suche nach dem schönsten Dorf
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20:22 28.08.2017
Zwei Wahrzeichen von Dorf Mecklenburg: die Mühle und die Kirche. Die Gemeindevertreter haben beschlossen, dass sich Dorf Mecklenburg am 10. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligen wird. Doch davor steht der Kreisausscheid. FOTOS (2): HAIKE WERFEL
Grevesmühlen/Wismar

Dorf Mecklenburg hat sich schon entschieden, aus Bobitz gibt es ein erstes positives Signal und auch Boltenhagen zeigt Bereitschaft. Die Rede ist von der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“. Alle drei Jahre ruft das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dazu auf, dass Orte bis maximal 3000 Einwohner Engagement zeigen und mit Leidenschaft, Kreativität und Einfallsreichtum Projekte für ein attraktives Leben umsetzen. Für die Besten gibt es Preise.

In Nordwestmecklenburg hat der zehnte Wettbewerb begonnen.

Bevor sich die Dörfer aber auf Bundesebene messen, haben sie sich einem Kreis- und einem Landeswettbewerb gestellt. Der erste Teil hat gerade begonnen. Bis zum 29. September können die Bürgermeister der Dörfer, Gemeindevertretungen oder Vereine bei Erich Reppenhagen, dem EU-Beauftragten des Landkreises, ihr Interesse anmelden. „Dazu reicht erst einmal eine formlose Mail“, sagt er. In einem zweiten Schritt müssen in den Dörfern Projekte entwickelt und Aktivitäten aufgezeigt werden, die das Miteinander im Ort prägen und Ausgangspunkt für nachhaltige Entwicklungen sein können.

„Für eine erfolgreiche Teilnahme braucht es im Dorf unbedingt engagierte Schlüsselpersonen“, erklärt Erich Reppenhagen. Er erinnert an Dechow, das 2013 sogar Bundessieger wurde. „Das war vor allem das Engagement von Christine Schulz und Bürgermeister Jürgen Haupt. Sie haben gleich ein ganzes Buch verfasst, warum der Ort Zukunft hat und schön ist“, erinnert sich der Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Dass Lübow sogar beim Wettbewerb „Europäische Dorferneuerung 2002“ eine lobende Anerkennung erhielt, sei ebenfalls auf das große Engagement einiger zurückzuführen.

Leider würden immer weniger Dörfer an dem Wettbewerb teilnehmen, bedauert Reppenhagen. 2006 hätten sich landesweit 257 Gemeinden und aus Nordwestmecklenburg 59 Dörfer beteiligt. In der vorigen Runde, die 2012 begann, waren es landesweit nur noch 84 Gemeinden und gerade einmal fünf aus dem Landkreis. „Da haben wir dem Land nicht einmal eine Kommune gemeldet“, sagt der EU-Beauftragte. Sein Ziel für den jetzigen Wettbewerb: „Wenigstens sechs oder sieben Gemeinden, die sich beteiligen, damit wir wenigstens eine dem Land melden können.“ Noch lieber hätte Erich Reppenhagen elf oder mehr.

Dann dürfte sich Nordwestmecklenburg beim Landeswettbewerb von zwei Dörfern vertreten lassen.

Die Gemeindevertreter von Dorf Mecklenburg haben bereits beschlossen, dass ihr Dorf teilnimmt. Und Stefanie Kirsch, Bürgermeisterin von Bobitz, habe sich nicht abgeneigt gezeigt, so Reppenhagen.

Erstmals gibt es auch eine Willensbekundung aus Boltenhagen. Jürgen Schossow vom Seniorenverein hatte sich beim Landkreis gemeldet. Eine Rückfrage bei Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) ergab: Auch er kann sich eine Teilnahme des Ostseebades mit knapp 2500 Einwohnern durchaus vorstellen und sei grundsätzlich für eine Teilnahme mit allen Ortsteilen. „Allein schon, um einige Eigentümer besser in die Pflicht nehmen zu können, dass sie ihre Grundstücke schick machen“, sagt Christian Schmiedeberg. Besonders an der Mittelpromenade, immerhin so etwas wie die gute Stube von Boltenhagen, würde mancher Eigentümer doch recht nachlässig sein. „Damit meine ich nicht die Kaffeegärten, sondern vielmehr die Flächen dazwischen“, erklärt Boltenhagens Bürgermeister.

So traurig Erich Reppenhagen über das nachlassende Interesse auch ist, verstehen kann er es schon. „Es ist ja doch eine ganze Menge Arbeit und für den Sieg im Landkreis gibt es nur eine Urkunde und einen freundlichen Händedruck der Landrätin.“ Ganz anders wird die Sache, wenn eine Gemeinde auf Landesebene gewinnt. Dann gibt es 25000 Euro für ein Projekt, das die Gemeinde ein Stück attraktiver macht, zum Beispiel für einen Spielplatz.

Kontaktdaten zur Anmeldung: Telefon 03841/30409820, E-Mail: E.Reppenhagen@nordwestmecklenburg.de

Der Wettbewerb

Den Wettbewerb ums schönste

Dorf gibt es in der Bundesrepublik seit 1961. Dabei sollen die Dörfer

vor allem durch Pflanzen und

Blumen verschönert werden.

Der Wettbewerb hieß anfangs „Unser Dorf soll schöner werden“ und seit 2007 „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ruft den Wettbewerb alle drei Jahre aus.

Auf Bundesebene werden

sich die Dörfer zum 26. Mal von

Kommissionen bewerten lassen. Mecklenburg-Vorpommern ist zum zehnten Mal dabei und nimmt eine Bewertung auf Landesebene vor.

Die Dörfer mit den höchsten Punktzahlen auf Kreisebene nehmen am Landeswettbewerb teil. Und die Besten von dort werden auch auf Bundesebene bewertet. Die schönsten Dörfer werden mit Bronze-, Silber- und Goldmedaillen ausgezeichnet.

Sylvia Kartheuser

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