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Nordwestmecklenburg Auf die Körbe – fertig – los!
Lokales Nordwestmecklenburg Auf die Körbe – fertig – los!
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20:16 24.06.2017
Es könnte mehr los sein: Alexander Fritz gehören 272 STrandkörbe an den Aufgängen 10, 11 und 12 in Warnemünde. Quelle: Foto: Anke Ruedel

Sonne, Wasser und Wellen – so stellen sich viele den perfekten Strandtag vor. Für viele gehört auch ein Strandkorb dazu. Wie sind die Strandkorbvermieter an der mecklenburgischen Ostseeküste auf die Saison eingestellt? Große Unterschiede im Preis bei der Miete der Strandmöbel gibt es nicht, aber  in der Versorgung mit Lebensmitteln.

Warnemünde: Mieten und bezahlen per Mausklick

Die Saison hat wetterbedingt spät angefangen. Erst  Ende April hat Alexander Fritz  (39) seine 272  Strandkörbe aufgestellt. Normalerweise stehen sie schon Anfang April. Der Verleih  von  Fritz ist seit 2004 ein Familienbetrieb. Er selbst hat sich 2013 damit selbstständig gemacht. Der 39-Jährige hat Strandaufgänge in bester Lage gepachtet, an Abschnitt 10 und 11, in Höhe des  Neptun-Hotels und an Aufgang 21 im FKK-Bereich am Best Western-Hotel. Für einen Strandkorb nimmt er zehn Euro pro Tag. Der Korb kann auch stundenweise gemietet werden.  Nach seiner Erfahrung bevorzugen die „Strandkorbbewohner“ den klassischen Korb. Moderne Spezialkörbe, etwa mit Übernachtungsmöglichkeit, wie es sie seit letztem Jahr in Scharbeutz gibt, werden bei ihm kaum nachgefragt.

Gut angenommen wird das Angebot, über die Internetseite einen Strandkorb zu buchen. „Da hat die Familie während sie im Stau steht, schon ihren Platz sicher“, sagt er. Wer schließlich im Strandmöbel angekommen ist, kann sich auch an seinem Kiosk bei einem Eis oder mit kalten Getränken erfrischen.

Das Verhalten zwischen den Vermietern in Warnemünde empfindet er nicht als konkurrierend „Hier hilft man sich beim Aufbau schon mal gegenseitig mit dem Traktor“ erzählt er.

Eine Sache hat er aber kritisieren: die Wetter-Apps. „Auf die ist kein Verlass. Die Vorhersagen stimmen in etwa 25 Prozent der Fälle.“

 

Boltenhagen: familien- freundliche XXL-Strandkörbe

Matthes Heese ist nach eigenen Aussagen mit 30 Jahren der wohl jüngste Strandkorbvermieter in Boltenhagen. Er  hat das Geschäft von seinen Großeltern im letzten Jahr übernommen.   „Bei mir trifft sich Jung und Alt. Ich habe viele Tagesgäste und auch Stammkunden“, erzählt er.  Der junge Mann macht auch schon mal von seinem Recht als Strandpächter Gebrauch und schickt Besucher, die unberechtigter Weise mit ihren Strandmuscheln zwischen den Strandkörben liegen, auf Freiflächen. Viele von seinen 85 Strandkörben hat der gelernte Tischler neu hergerichtet. Er hat auch einige Familienstrandkörbe für bis zu drei Personen angeschafft. Insgesamt 22 Strandaufgänge gibt es und auf fast jedem Abschnitt ist ein anderer Strandkorbvermieter zu finden. Die Preise für die Miete variieren zwischen 8,50 und 11 Euro pro Tag. Zu trinken gibt es in Boltenhagen nur Heißgetränke ohne Alkohol.

Poel: Ruhe und tiefes Wasser

Wer einen Strandkorb  am  Timmendorfer Strand auf Poel mietet, genießt vor allem die Ruhe dort und das tiefe Wasser, weiß Strandkorbvermieterin Katrin Koch-Pudschun. Zurzeit ist die 40-Jährige die einzige Vermieterin von Strandkörben in Timmendorf.  Die Mutter von drei Kindern hat sich vor zwei Jahren mit dem Geschäft selbstständig gemacht und vermietet 120 Strandkörbe. In jeden Korb hat sie rund 1000 Euro investiert. Ihr Arbeitstag beginnt bereits morgens um halb sechs Uhr morgens. „Dann stelle ich die Strandkörbe in Reih und Glied auf und entsorge den Müll, der liegen geblieben ist“, berichtet die junge Frau. Nach Feierabend packt auch ihr Mann mit an.  Am Timmendorfer Strand kostet ein Korb acht Euro pro Tag. Der Schlüssel  für den Korb kann nach einem Strandtag einfach in einen Einwurf geworfen werden, so können Gäste noch die letzten Sonnenstrahlen genießen oder bleiben einfach sitzen, bis der Mond über dem Wasser glitzert.

Graal-Müritz: Brüdergespann im Strandkorbgeschäft

Bei Familie Witt in Graal-Müritz lebt die ganze Familie vom Tourismus. Die Brüder Jens und Christian Witt betreiben eine Strandkorbvermietung. Ein anderer Bruder ist Inhaber eines „Cafés“ in GraalMüritz. Auf die Frage, wie die diesjährige Saison angelaufen sei, antwortet Jens Witt zurückhaltend: „Vorsichtig. Die vergangenen Wochen waren einfach noch zu kalt.“ Der 50-Jährige hat das Strandkorbgeschäft 1992 von seinem Vater übernommen. Von den 120 Strandkörben hat der gelernte Tischler einige selbst gefertigt. Im Angebot hat er auch XXL-Strandkörbe für Familien oder ein Meter hohe Kinderstrandkörbe. Wer noch nicht alles für den perfekten Strandtag dabei hat, wird sicher in seinem kleinen Strandartikelladen fündig, wo es Zubehör wie Schwimmtiere und Strandschutz gibt.

Die Miete für einen Strandkorb beträgt bei allen Vermietern in Graal-Müritz neun Euro am Tag. „Da haben wir uns mal drauf geeinigt“, erklärt Witt.

Kühlungsborn: Einheitspreise für 2000 Strandkörbe

Für Strandkorbvermieter Jörg Schoof (66) ist die Saison gut angelaufen. Er ist ein Urgestein unter den insgesamt 26 Vermietern inKühlungsborn. Strandkörbe sind Familiensache, denn bereits sein Uropa hat vermietet. Insgesamt gibt es in Kühlungsborn 2000. Konkurrenz herrscht zwischen den Vermietern allerdings nicht. Daher haben sie untereinander einen Einheitspreis vereinbart. Dieser liegt bei zehn Euro pro Tag. Auch in Sachen Strandkorb werden  keine Experimente gemacht. „Wir bieten die klassischen Körbe an, die, die es schon immer gab. Etwas anderes wollen die Gäste auch nicht haben“

berichtet Schoof aus Erfahrung. Außerdem werden die Strandkörbe mit mehr Zubehör auch immer schwerer und lassen sich so nicht mehr einfach umstellen. Strandbesucher bekommen an seinem Kiosk Eis und Getränke. Andere Speisen können in Kühlungsborn am Strandimbiss nicht angeboten werden, hierfür seien die Voraussetzungen  noch nicht geschaffen.  Gegenwärtig arbeitet die Stadt an einem neuen Strandkonzept. Die Verhandlungen mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umweltschutz laufen.

Markgrafenheide: Cocktails unter Palmen schlürfen

In Markgrafenheide erwartet die Gäste Strandflair mit Palmen und Cocktails. Strandkorbvermieter Michael Kraahs ist seit 13 Jahren im  Geschäft und vermietet 32 Körbe. Sie kosten neun Euro pro Tag.

Zu dem Betrieb gehört auch eine Cocktailbar.  Zu ihm kommen Gäste jeder Altersgruppe, etwa 20 Prozent davon sind Stammgäste. Zum Sonnenuntergang können Sonnenhungrige in einem der Liegestühle neben Palmen direkt am Wasser sitzen, einen Cocktail schlürfen, Musik hören und nebenbei den Sonnenuntergang genießen. Dreimal im Jahr organisiert Kraahs zusätzlich Veranstaltungen mit Live-Musik.    Kurzentschlossene, die auf Nummer sicher gehen wollen, können sich online über die Homepage der „Strandoase“ ihren Korb reservieren. Dort sehen sie auch über die Webcam im Internet, was am Strand los ist und ob die Sonne in Markgrafenheide scheint.   

Strandkorbmiete, Kurtaxe und Versorgung

6567 Strandkörbe

verleihen 74 Strandkorbvermieter an der mecklenburgischen

Ostseeküste. Für einen Strandkorb zahlen

Gäste zwischen

8,50 Euro und 14 Euro am Tag.

Kurtaxe: Gäste zahlen in der Hauptsaison

zwischen 2 Euro auf Poel und 2,25 Euro in Warnemünde. In Markgrafenheide und Warnemünde müssen nur Übernachtungsgäste die Abgabe zahlen. Auf Poel, in Graal-Müritz, Boltenhagen und Kühlungsborn müssen Tagesgäste vor Betreten des Strandes eine Tageskurkarte lösen.

Die Versorgung mit Speisen und Getränken fällt durch die verschiedenen Strandsatzungen unterschiedlich aus.

Anke Ruedel

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