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Nordwestmecklenburg Aufklärung im Pflege-Wirrwarr
Lokales Nordwestmecklenburg Aufklärung im Pflege-Wirrwarr
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19:22 27.09.2016
Hilfsmittel zum Ausprobieren – hier ein Treppensteiger – stellte das Sanitätshaus Hofmann aus Grevesmühlen vor. Quelle: privat

Mit der Pflegebedürftigkeit eines Familienangehörigen sind viele zunächst überfordert. Was kann ich wo beantragen? Was muss ich finanziell möglicherweise selbst tragen? Was zahlt die Kranken- oder Pflegekasse? Welche Hilfsmittel gibt es überhaupt?

Licht ins Dunkel bringt dabei unter anderem der Pflegestützpunkt des Landkreises, der regelmäßig zu Informationsveranstaltungen einlädt – zuletzt ins Vereinshaus Grevesmühlen. Unterstützt wurden die Organisatoren vom Seniorenbeirat und dem Behindertenverband Grevesmühlen.

Die zentrale Frage war, welche Hilfsmittel bei der Pflege zu Hause zur Verfügung stehen. Zu unterscheiden ist zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln. „Hilfsmittel erhält man grundsätzlich mit einem Rezept“, erläutert Christine Klimt vom Pflegestützpunkt. „Dazu zählen zum Beispiel die Brille und das Hörgerät, die dazu dienen, körperliche Beeinträchtigungen auszugleichen, den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern oder einer drohenden Behinderung vorzubeugen“, so Klimt weiter. Die Kosten dafür werden von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse getragen. „Pflegehilfsmittel dagegen werden von der Pflegekasse bezahlt, ein Rezept wird nicht benötigt“, führt Christine Klimt aus. „Es bietet sich jedoch an, eine zusätzliche ärztliche Empfehlung einzureichen“, ergänzt sie. Zu diesen Mitteln zählen zum Beispiel ein Wannenlift oder ein Pflegebett. „Dem Pflegebedürftigen soll damit eine selbständigere Lebensführung ermöglicht werden.“

Pflegehilfsmittel nützen nicht nur dem Pflegebedürftigen selbst, sondern auch der Pflegeperson. So können auch Pflegehandschuhe, Einmalunterlagen oder Desinfektionsmittel beantragt werden. „Die Pflegekasse erstattet nach vorheriger Antragstellung und nachgewiesener Kosten bis zu 40 Euro monatlich“, berichtet Christine Klimt.

Eine weitere Kategorie sind sogenannte technische Pflegehilfsmittel wie Rollatoren oder Hausnotrufgeräte. Beides wird meist leihweise zur Verfügung gestellt. „Die Patienten müssen hier eine Zuzahlung leisten“, erklärt Christine Klimt.

Um sich in der eigenen Häuslichkeit besser zurechtzufinden, ist bei vielen Pflegebedürftigen ein Umbau nötig. Dazu zählt zum Beispiel das Badezimmer. „Für den Einbau einer Dusche statt einer Badewanne, die Entfernung von Türschwellen oder den Umzug vom dritten Stock in eine Wohnung mit Fahrstuhl bezuschusst die Pflegekasse bis zu 4000 Euro“, rechnet Christine Klimt vor. Voraussetzung sei allerdings eine Pflegestufe.

Das Grevesmühlener Sanitätshaus Hofmann stellte am Informationstag einige technische Pflegehilfsmittel (auch zum Ausprobieren) vor. Dazu zählten der Treppensteiger, Rollstühle, Bad- und Toilettenhilfen wie Duschhocker, Bewegungstrainer, Pflegebetten und Alltagshilfen wie Greifzangen oder spezielles Essbesteck und Geschirr.

Jana Franke

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