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Nordwestmecklenburg Agrargenossenschaft als Musterbeispiel
Lokales Nordwestmecklenburg Agrargenossenschaft als Musterbeispiel
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13:47 04.12.2018
Moderne Ställe in der Agrargenossenschaft Köchelstorf für die rund 1950 Tiere. Quelle: Michael Prochnow
Köchelstorf

Die Zahlen sprechen für sich: 7,5 Millionen Kilogramm Milch liefert die Agrargenossenschaft pro Jahr an die Arla-Molkerei in Upahl, 1950 Tiere, davon 700 Milchkühe gehören zum Betrieb, in dem neben 62 Mitarbeitern zehn Lehrlinge ausgebildet werden. Und die lernen nicht nur in einem der modernsten Milchviehbetriebe der Region – sie haben auch gute Chancen, im Anschluss einen Job zu bekommen. Der Großteil der Mitarbeiter hat auch in den Betrieb die Ausbildung absolviert.

Reinhard Drews, mit 66 Jahren als Geschäftsführer der Vater dieser Erfolgsgeschichte, ist durchaus stolz auf sein Unternehmen, das er in wenigen Tagen in jüngere Hände gibt. In die seinen Neffen um genau zu sein. Michael Drews (33), hat vor 16 Jahren in dem Betrieb gelernt, im Anschluss Abitur und Studium nachgelegt, Berufserfahrung gesammelt und nun den Weg zu seinen Wurzeln zurückgefunden. Warum? „Weil das ganze Paket hier stimmt“, sagt der junge Mann.

Steffen Helberg hat seine Laufbahn noch vor sich, aber das Ziel hat er deutlich vor Augen. „Ich wollte schon im Kindergarten in diesen Betrieb.“ Der 17-Jährige aus Holdorf ist einer von zehn Azubis, die in Köchelstorf alles lernen, was die Tierproduktion und die Landwirtschaft von ihnen verlangt. Leidenschaft für den Beruf braucht es schon, um bei Wind und Wetter den Job zu machen. „Aber ich habe auch privat Kühe, und es macht mir Spaß.“ Neben ihm sitzt Lea Lüwer und nickt. Die 19-Jährige hat bereits eine Ausbildung in einer Tierarztpraxis hinter sich. Doch für die Schönbergerin, die zu den Nachwuchszüchtern im Land gehört, war schon immer das Ziel, sich mit größeren Tieren zu beschäftigen. Aufgrund ihrer abgeschlossenen ersten Ausbildung ist sie gleich ins zweite Lehrjahr eingestiegen und rundum glücklich in Köchelstorf. „Das passt einfach.“

Reinhard Drews (66), Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Köchelstorf Quelle: Michael Prochnow

Gründe dafür gibt es mehrere. Wie Reinhard Drews berichtet, habe auch dieses Unternehmen lange lernen müssen, dass der Umgang mit den Azubis nicht mehr mit den DDR-Zeiten vergleichbar ist. Fördern und fordern heißt die Maxime,. „Wir geben den jungen Leuten Verantwortung, das ist manchmal nicht ganz einfach, wenn die erfahrenen Kräfte sehen, dass die jungen Leute mit den neuen, großen Maschinen umgehen. Aber die Erfahrung zeigt, dass das funktioniert.“ Auf dem Gelände gibt es zudem Lehrlingswohnungen, und die Genossenschaft setzt alles daran, um Schüler früh für die Arbeit im Stall und auf der Weide oder den Äckern zu begeistern. Bald-Geschäftsführer Michael Drews: „Ich hoffe sehr, dass die Schulen dieses Angebot auch weiterhin annehmen, damit wir zeigen können, was wir hier alles anbieten.“ Denn neben der Tierproduktion werden auch etliche Hektar Ackerland bewirtschaftet, ein Kfz- und Reifenservice gehört als Tochterunternehmen ebenfalls zum Betrieb.

Guntram Sydow, Leiter der Arbeitsagentur Westmecklenburg, bezeichnet den Betrieb in Köchelstorf als Musterbeispiel. „Denn sie bilden nicht nur Fachkräfte aus, sie sorgen auch dafür, dass die guten Leute im Unternehmen bleiben.“ So wie Martin Werner, der 24-Jährige hat in Köchelstorf gelernt, sich ständig weitergebildet und wird im nächsten Jahr mit der Meisterschule fertig. Reinhard Drews: „Er wird in den Kreis der Führungskräfte aufsteigen.“

Michael Prochnow

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