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Nordwestmecklenburg Azubis nach drei Jahren Lehre in der Malzfabrik freigesprochen
Lokales Nordwestmecklenburg Azubis nach drei Jahren Lehre in der Malzfabrik freigesprochen
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22:15 06.09.2013
Von elf Friseur-Auszubildenden schafften acht die Prüfung und erhielten gestern ihren Gesellenbrief in der Malzfabrik. Quelle: Foto: Maik Freitag (3)

Mit einer feierlichen Zeremonie ist gestern Nachmittag 35 Auszubildenden ihr Gesellenbrief im Rahmen der Freisprechung in der Grevesmühlener Malzfabrik überreicht worden. Zehn Auszubildenden blieb der Gesellenbrief verwehrt. Sie schafften die Prüfung nicht. Auch im zweiten Anlauf schafften es vier von sieben Azubis nicht, die Gesellenprüfung zu bestehen.

Trotzdem freuten sich die anderen Bäcker, Tischler, Maler und Lackierer sowie Friseure, Mechatroniker, Maurer und Zimmerer über ihren Gesellenbrief.

„Wir haben in dieser Periode ein tolles Ergebnis, wie schon lange nicht mehr“, erklärte Kreishandwerksmeister Eckart Gauer in seiner Eröffnungsrede. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Arbeitsmarkt diese Handwerker dringend benötige und ermutigte die jungen Männer und Frauen, sich auch in Zukunft weiterzuentwickeln. „Machen sie ein Studium, werden sie Meister. Die Wege stehen ihnen jetzt offen“, forderte der Kreishandwerksmeister. Auch der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin, Dirk Heyden, lobte die tollen Ergebnisse, warb aber auch noch einmal für das traditionelle Handwerk in Nordwest- und Westmecklenburg. „Hier haben wir zum Beispiel nur noch eine Handvoll Seiler, Bogenmacher oder Steinmetze. Diese Berufe müssen wir schützen“, so der Schweriner, der gleichzeitig erklärte, dass man sich derzeit bemühe, solche Berufe als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.

Auch hatte Heyden ein paar Zahlen parat und verwies darauf, dass im Bereich Nordwest- und Westmecklenburg noch 1142 Lehrstellen frei, aber nur eine mögliche Zahl von 576 Bewerbern vorhanden wären.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern noch etwa 20 000 Handwerksbetriebe. Die bieten mehr Lehrstellen an, als wir Bewerber bieten können“, sagte der Vorsitzende der Agentur für Arbeit. Allerdings, so Heyden, habe sich die Zahl der Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen 15 Jahren auch um 30 Prozent verringert. Dennoch forderte er: „Der Gesellenbrief ist kein Garantieschein. Lebenslang gilt es, etwas zu lernen.“

Eine Bitte an Dirk Heyden hatte auch Heinz-Jörg Sturbeck, selbst Bauunternehmer aus Wismar und Vorsitzender der Prüfungskommission. „Wer ausgelernt hat, benötigt häufig einen Führerschein. Das ist die erste Frage bei Neueinstellungen. Den können sich viele nicht leisten. Da sollte die Agentur für Arbeit den jungen Leuten helfen“, forderte Sturbeck, dem am Ende der Veranstaltung zusammen mit der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Antje Lange, die Ehre zuteil wurde, den jahrgangsbesten Auszubildenden zu ehren. „Ich habe noch nie erlebt, dass das ein Maurer wurde“, erzählte Antje Lange. „Aber um so mehr freut es mich, dass es Lutz Pissowotzki ist.“ Der junge Mann hat seinen Beruf bei einer Lübower Firma erlernt und erfüllte seine Leistung „sehr gut“.

Maik Freitag

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