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Nordwestmecklenburg Bad Kleinen: Kita kämpft um neues Siegel
Lokales Nordwestmecklenburg Bad Kleinen: Kita kämpft um neues Siegel
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21:19 17.05.2018
Im eigens eingerichteten Sportraum der Kita können die Kinder regelmäßig und gruppenweise ihren Bewegungsdrang stillen. Quelle: Foto: Peter Täufel

Annett Lehmkuhl ist sauer: „Seit zwei Jahren bemühen wir uns um das Zertifikat ,Bewegungskindergarten’ und fühlen uns von Politik und Verwaltung im Stich gelassen“, erklärt die Leiterin der Kindertagesstätte „Uns Flinkfläuter“ den Grund ihres Grolls. Keine Institution im Land fühle sich zuständig – weder Landessportbund, noch Kreisverwaltung oder Sozialministerium.

Bereits vor zehn Jahren begann die Einrichtung mit dem Projekt „Bewegte Kinder“ für die Altersgruppe der 5- oder 6-Jährigen ein vermehrtes Angebot in Sport und Bewegung zu entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit dem Sportverein Bad Kleinen. Daraus entstand eine Kooperation und die Zertifizierung 2010/11. Förderpreise und Ehrungen, wie zum Beispiel bei „Sterne des Sports“ folgten. „Nun muss aber die nächste Stufe kommen, die unserer Weiterentwicklung Rechnung trägt“, findet Erzieherin Karla Möller. Mittlerweile gibt es ein fertiges Konzept: Jedes Kind im Alter zwischen drei und sechs Jahren, welches die Kita besucht, wird automatisch Mitglied im SV Bad Kleinen. „Wir haben inzwischen fünf Sportarten auf die Anforderungen unserer Kinder abgestimmt: Yoga, Nordic Walking, Kegeln, Boxen und Fußball“, erzählt Kitaleiterin Lehmkuhl. Hinzu kommt noch regelmäßiges Turnen. Kinder aller Altersgruppen erhielten so die Möglichkeit, vielfältige Bewegungsangebote wahrzunehmen, so die Kita-Chefin. „Ziel ist es, jegliche Ausgrenzung zu minimieren und Akzeptanz, Respekt und Toleranz zu stärken“, bekräftigt Lehmkuhl. Dafür ernten sie und ihre Mitarbeiter auch regelmäßig Beifall und aufmunternde Worte von den verschiedenen Stellen. Gemeindevertretung, Kreisverwaltung, Landessportbund – alle unterstützen das Bestreben oder haben Unterstützung zugesagt. So auch Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD), die die Einrichtung im vergangenen Sommer besuchte.

Das Problem ist aber: Das angestrebte Zertifikat „Bewegungskindergarten“ gibt es in Mecklenburg-Vorpommern gar nicht. So kam es, dass das Landesministerium für Soziales, Gleichstellung und Integration auf eine entsprechende Anfrage der Kita vom 1. Dezember 2017 am 14. Februar dieses Jahres schrieb: „Die Zuständigkeit der Zertifizierung von Kindertageseinrichtungen liegt beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Gern nehmen wir ihre Anregung zur Etablierung eines Zertifizierungsverfahrens auf und leiten diese an das zuständige Ministerium weiter.“ Auf Nachfrage der LN heißt es aus dem von Birgit Hesse (SPD) geführten Bildungsministerium: „Die Ministerin steht dem Anliegen, eine solche Zertifizierung für Kitas auf den Weg zu bringen, offen gegenüber. Sie möchte das Thema aufgreifen und gemeinsam mit dem Sozialministerium erörtern.“

„Wir hoffen, dass wir nun endlich ans Ziel kommen. Wir möchten aber diese Zertifizierung nicht dafür nutzen, uns von anderen Einrichtungen abzuheben – im Gegenteil“, sagt Annett Lehmkuhl. Man sieht sich quasi nur als Vorreiter in dieser Sache und freut sich über alle Kindertageseinrichtungen, die das als Anregung nutzen. „Wir stehen allen Interessierten jederzeit mit Rat und Tat zur Seite“, bekräftigt sie.

Peter Täufel

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