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Nordwestmecklenburg Bad Kleinen: Letzte Fotos vor dem Abriss
Lokales Nordwestmecklenburg Bad Kleinen: Letzte Fotos vor dem Abriss
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18:34 21.01.2017
Blick in die Zukunft: So soll die Bahnstation Bad Kleinen – ohne Empfangsgebäude – nach ihrem Umbau dann aussehen.

Nun ist es so weit: Der Abriss der historischen Bahnhofsgebäude hat begonnen. Zu Wochenbeginn starteten die Arbeiter mit dem Entfernen der Fenster.

Kursgruppe macht Bilddokumente von alten Bahnhofsgebäuden.

Beim Abriss wird schweres Gerät eingesetzt. Stück für Stück werden der Lokschuppen mit Wasserturm von 1880, die zwei Verwaltungsgebäude und das große Empfangsgebäude von 1848 zurückgebaut, so der nüchterne Fachbegriff. „Bis Mitte März soll das abgeschlossen sein“, sagt Matthias Holz, Bauüberwacher der DB Engineering & Consulting GmbH, die den zehn Millionen Euro teuren Umbau vom Bahnhof zur Bahnstation durchführt.

Quasi auf den letzten Drücker haben die Mitglieder des Erwachsenen Fotokurses der Medienwerkstatt im Filmbüro MV die historischen Gebäude des Bahnhofs Bad Kleinen noch in Bildern festgehalten. Sieben der zehn Mitglieder um Leiterin Nicole Hollatz reisten dafür mit dem Auto aus der Hanse- und Kreisstadt Wismar an. Der Bahnhof war an diesem Tag wegen Arbeiten an den Oberleitungen komplett stillgelegt. „Wir wollen einen Blick in die Geschichte werfen und solche Gebäude zeigen, so lange es noch geht“, sagt Fotokurs-Leiterin Nicole Hollatz, die Vorsitzende des Archivvereins Wismar ist.

Dort läuft auch gerade eine Ausstellung mit dem Titel „Verlorene Gebäude“, in der historische Architektur in Wismar gezeigt wird. Sie ist noch bis zum 25. Januar zu sehen.

Bauüberwacher Matthias Holz empfängt die Fotografen auf dem Bahnhofsvorplatz. „Sie können prinzipiell in alle Gebäude gehen. Allerdings bitte ich Sie um äußerste Aufmerksamkeit. Da die Entkernungsarbeiten bereits weit voran geschritten sind, liegen überall Rohre, Deckenplatten und Inventar“, so der Bahnmitarbeiter zu Beginn der Tour.

Die Gruppe beginnt mit dem Lokschuppen mit seinem integrierten Wasserturm. Hier gesellt sich ein weiterer Fotograf hinzu. Volker Schäfer aus der Nähe von Lübeck hat im Internet erfahren, dass die Bahnhofsgebäude abgerissen werden, ist auf gut Glück mit der Kamera losgefahren. „Eine Schande ist das, was hier passiert", findet der Eisenbahn-Fan. Der selbstständige Zimmerermeister meint, dass diese Kombination aus Lokschuppen und Wasserturm einmalig sei: „Vor ein paar Tagen haben sie die Drehscheibe vor dem Lokschuppen zerschnitten. Die hätte sicher irgendeine Museumsbahn in Deutschland gerne genommen“, meint Schäfer. Da diese ohne Grube war, hätte sie überall wieder aufgebaut werden können.

Besonders viel fotografiert und damit dokumentiert haben die Mitglieder des Fotokurses im und um das Empfangsgebäude. Es ist aktuell das älteste Bauwerk Bad Kleinens. „Wir werden uns auf jeden Fall bemühen, hier in Bad Kleinen eine Ausstellung unserer Fotoarbeiten zu machen“, verspricht Nicole Hollatz. Auf jeden Fall aber würden sie im Wismarer Archiv für die Nachwelt aufbewahrt.

Lange Geschichte

Bis ins 19. Jahrhundert reicht die

Historie der Bahnhofsgebäude in Bad Kleinen zurück. So datiert der Lokschuppen mit Wasserturm von 1880, von 1848 stammt das große Empfangsgebäude.

Der Bahnhof Bad Kleinen zeugt

wie kein anderer in Westmecklenburg davon, welchen Einfluss die

Eisenbahn im Zeitalter der Industrialisierung auf das menschliche Leben hatte. Durch den Bau der Bahnstrecke Schwerin-Wismar und

des Bahnhofes im Jahr 1848 war

der heute 3500 Einwohner zählende Ort eigentlich erst entstanden.

Peter Täufel

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