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Nordwestmecklenburg Bäckerei Schwabe feiert Jubiläum
Lokales Nordwestmecklenburg Bäckerei Schwabe feiert Jubiläum
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20:31 26.07.2016
Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (l.) überreicht Andreas (M.) und Daniel Schwabe einen Blumentopf zum Jubiläum. Quelle: Steffen Oldörp

Lutz Götze (SPD-Fraktion) ist Stammgast bei der Bäckerei Schwabe in Schönberg. Dort trinkt der Bürgermeister täglich seinen Kaffee, kommt mit Einwohnern der Kleinstadt ins Gespräch. Nun war Götze nicht nur zum Kaffeetrinken in der Bäckerei, sondern am Nachmittag ein zweites Mal mit einem großen Blumentopf in der Hand. Den überreichte er Andreas Schwabe, dem Inhaber der Bäckerei, und dessen Sohn Daniel. Der Grund: Die Bäckerei in der Kleinstadt gibt es seit mittlerweile 25 Jahren.

Ein bisschen stolz sind wir schon darauf. Vor allem, weil wir einer der wenigen Betriebe hier sind, die so etwas geschafft haben.“Andreas Schwabe,

Bäckermeister

„Ein bisschen stolz sind wir schon darauf“, sagt Andreas Schwabe. „Vor allem weil wir einer der wenigen Betriebe hier sind, die so etwas geschafft haben.“ Und dann auch noch als „Auswärtiger“, fügt Schwabe hinzu. Er und seine Familie kommen ursprünglich aus Luckau im Spreewald. Vier Jahre war der Vater zweier Kinder dort als Bäckermeister selbstständig. Die Bäckerei im Spreewald hatte er aber nur gepachtet. „Die war von der Qualität und von der Hygiene her eigentlich nicht mehr haltbar.“ Als Schwabe davon hörte, dass im kleinen Schönberg ein Bäcker gesucht wurde, entschloss er sich mit Sack und Pack in den Norden zu ziehen. „Ein Kneter war da, ein Backofen und eine Ladeneinrichtung auch, also konnte man anfangen zu arbeiten“, erinnert sich der heute 58-Jährige.

Die Entscheidung sich selbstständig zu machen, hat Andreas Schwabe, der auf die Frage hin lange überlegt, nicht bereut. „Es gab aber auch Zeiten, in denen wir gesagt haben, hätten wir es mal lieber nicht gemacht“, gibt er unumwunden zu. Besonders hart traf es den Bäckermeister und sein Geschäft in den Jahren 2000 und 2001. Die Stadt ließ die Lübecker Straße sanieren. Für Kunden war es so gut wie unmöglich, mit dem Auto zur Bäckerei Schwabe zu kommen. „Das bedeutete fast unser Aus“, erinnert sich Sohn Daniel, der die Bäckerei einmal übernehmen wird.

Auch 2007 war existenzbedrohend. Diesmal wurde der Markt saniert. Wieder gab es so gut wie kein Durchkommen zur Bäckerei. Sehr zum Ärger von Andreas und Daniel Schwabe. Denn erneut blieben die Kunden aus. „Uns fehlten die Einnahmen, um unsere Kredite zu bedienen“, erzählt der Senior mit gesenktem Kopf. Der Bäckerei drohte zum zweiten Mal das Aus.

Doch irgendwie haben es Vater und Filius geschafft, besser zu sein als die Konkurrenz – und zu überleben. „Das ist sicherlich auch eine Frage der Qualität“, meint Andreas Schwabe selbstbewusst. „Wir stellen alles selbst her: Tortenböden, Torten, Brot, Brötchen.“ Hinzu kommt die größere Flexibilität, betont der Bäckermeister. „Wir können heute eine Bestellung für morgen aufnehmen. Das kann ein anderer, der seine Produkte nicht selbst herstellt, nicht.“

Im Laufe der Jahre ist die Bäckerei aufgrund zahlreicher Investitionen in Umbauten immer größer geworden. „Hauptgrund dafür war, dass wir von der Lübecker Straße aus schlecht erkennbar waren. Wir hatten eine Mauer vor der Bäckerei und kein Schaufenster“, erklärt der Bäckermeister. Ein weiterer Grund: die starke Konkurrenz für Brot und Brötchen durch Supermärkte, Tankstellen und andere Bäckereien. Ein zweites Standbein musste unbedingt her.

2007 haben sich Vater und Sohn deshalb entschlossen, ein Café in einem Wintergarten zu eröffnen. Für die Geschäftsleute ein großer Erfolg. Das Café ist stets gut besucht. Seit fünf Jahren bietet die Bäckerei Schwabe auch in mobilen Fahrzeugen ihre Produkte an. Das heißt, Kleinbusse fahren in Dörfer rund um Schönberg, bieten sogar am Sonntag frische Brötchen an. In der Woche können Pendler in Roduchelstorf und in Selmsdorf morgens frische und belegte Brötchen für die Arbeit kaufen. Anschließend sind die Fahrzeuge in Gewerbegebieten in Schönberg und Lübeck unterwegs, um Handwerkern und Firmen Frühstück und Mittag zu bringen. Die erfolgreiche Idee hatte Daniel Schwabe. Aus einem sind inzwischen drei Fahrzeuge geworden. „Das ist wichtig für uns, falls noch mal irgendeine Straße in der Stadt aufgemacht wird. Dann haben wir weiteres Standbein“, sagt Andreas Schwabe.

Angefangen hat der Bäckermeister vor 25 Jahren mit zwei Leuten in der Backstube und zwei weiteren Angestellten im Verkauf. Heute hat er 32 Angestellte. Nach zahlreichen Investitionen überlegt der Schönberger Unternehmer sogar, sich erneut zu vergrößern. Allerdings gibt es ein großes Problem: „Geeignetes Personal zu finden, ist ganz schwer. Es will einfach keiner mehr ein Handwerk lernen“, bedauert Schwabe. Früh am Morgen aufzustehen und Brot zu backen, wenn andere noch schlafen, darauf hätten junge Leute einfach keine Lust mehr. „Dabei suchen wir nicht einmal Fachpersonal“, betont Daniel Schwabe. „Wir würden auch einen Maurer in der Backstube einstellen. Man kann den Leuten ja alles beibringen. Wichtig ist nur, dass sie Lust haben zu arbeiten.“

Steffen Oldörp

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