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Nordwestmecklenburg Baggern für die Kreuzfahrt
Lokales Nordwestmecklenburg Baggern für die Kreuzfahrt
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20:39 10.01.2018
Auf 9,50 Meter Tiefe wird derzeit der Hafen an der Wismarer Kreuzfahrerpier ausgebaggert. Quelle: Fotos: Zeigert
Wismar

Nasskalt pfeift der Wind über die frisch gepflasterte Kreuzfahrerpier an der Stockholmer Straße. Nicht unbedingt ideales Wetter zum Spazierengehen am Hafen. Wismarer, die es trotzdem dorthin zieht, werden unschwer erkennen, dass dort eine Baggerbesatzung aktiv ist. Konkret handelt es sich um eine sogenannte Unterhaltungsbaggerung entlang der kompletten Kaikante. Aber nicht nur, wie Hafenkapitän Harald Forst betont: „Neben der Begradigung von Unebenheiten wird bis zu einer Tiefe von 9,50 gebaggert und zwar über die Pierlänge hinaus, um weitere 150 Meter in Richtung Wendeplatte.“ Gemeint ist die Verlängerung der Wassertiefe bis zum noch geplanten Seesteg als künftige Pierverlängerung.

Anläufe in Wismar 2018

13 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen wird es voraussichtlich in diesem Jahr in der Hansestadt Wismar geben.14. April: „Astoria“

4. Mai: „Albatros“

27. Mai: „Astor“

7. Juni: „Amadea“

13. Juni: „Seabourn Ovation“

20. Juli: „Deutschland“

10. August: „Amadea“

27. August: „Europa“

21. September: „Island Sky“

16. Oktober: „Marco Polo“

3./10./17. Dezember: „Albatros“

Bisher konnten in Wismar Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von bis zu 240 Metern festmachen. Mit der Vertiefung und dem neuen Seesteg reagiert die Stadt auf mehrere Anfragen von Reedereien und Reiseveranstaltern. Es geht dabei um Kreuzliner mit bis zu 270 Metern Länge. Das Geschäft der Kreuzfahrt-Unternehmen floriert. Neue Schiffe sind für immer mehr Passagiere ausgelegt und dementsprechend größer. Mit dem Bau des Seestegs soll 2018 begonnen werden. Damit verfügt die Stockholmpier dann künftig über eine Länge von fast 350 Metern. Und das setzt zwangsläufig die jetzt in Angriff genommene Liegeplatzvertiefung voraus. Diese sogenannte Ertüchtigung des Liegeplatzes ist eingebunden in das Gesamtprojekt Kreuzfahrtschiffe, welches mit einer Investition von mehr als zwei Millionen Euro inzwischen angelaufen ist. Noch in Arbeit ist die Fertigstellung eines Zaunsystems mit Toranlage, welches entsprechend den internationalen Sicherheitserfordernissen während der Liegezeiten von Schiffen geschlossen bleiben muss. Auch ein Mehrzweckgebäude für Behörden wie Zoll und den Hafenkapitän soll noch entstehen.

Veranschlagt für den Baggereinsatz waren zunächst etwa drei Wochen. Ende Dezember war Baustart. Doch die praktische Umsetzung werde wohl mehr Zeit in Anspruch nehmen. Diese Vermutung teilt Wismars Hafenkapitän mit dem Leiter des Außenbezirks Wismar (ABZ), des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck (WSA), Mario Fröhlich. Beide verweisen auf den unerwartet hohen Anteil von Rückständen im Hafenbecken, die mit dem Baggergut zutage treten. Das fängt bei Müll und Bauschutt an und endet bei Metallschrott, alten Fahrrädern, Blech- und Metallteilen.

Das alles muss natürlich getrennt und zusätzlich entsorgt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass bei den Baggerarbeiten nicht auch noch Funde von unterwasserarchäologischer Bedeutung entdeckt werden. Für den Abtransport des Baggergutes wurde eine logistisch günstige Lösung favorisiert. Ist der Laderaum der mobilen Baggerschute eines holländischen Unternehmens gefüllt, muss man diese nur bis zum Tonnenhofhafen am Haffeld verholen. Dort wird der Bodenaushub über eine Druckleitung direkt zum neuen Spülfeld Grasort gepumpt und dort zwischengelagert. Das Spülfeld entstand erst vor zwei Jahren.

„Dabei geht es um Größenordnungen von etwa 5000 Kubikmeter“, informiert Mario Fröhlich.

Für die neue Kreuzfahrtsaison ist Wismar dann gut gerüstet. Immerhin wurden bislang 13 Anläufe angemeldet. Los geht es am 14. April mit der MS „Astoria“, die zwischen 13 Uhr und 16 Uhr im Alten Hafen liegen wird.Hans-Joachim Zeigert

LN

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