Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Baltic Metall: Standort soll erhalten bleiben
Lokales Nordwestmecklenburg Baltic Metall: Standort soll erhalten bleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:11 13.01.2016
Der Standort im Grünen Weg soll erhalten bleiben. 40 Arbeitsplätze werden abgebaut. Quelle: Archiv/Schmidt

Die gute Nachricht: Der Standort der Baltic Metalltechnik GmbH im Grünen Weg in Grevesmühlen soll erhalten bleiben. Mit der Bader Holding GmbH hat der bisherige Eigentümer, der Körber-Konzern in Hamburg, einen strategischen Investor gefunden, der das Unternehmen auf gesunde Füße stellen will — allerdings nicht, soweit die schlechte Nachricht, ohne Restrukturierungsmaßnahmen. Soll heißen: 40 Arbeitsplätze von derzeit 153 werden abgebaut. Betroffen sind sowohl die Produktion als auch die Verwaltung. Die Mitarbeiter der Baltic Metalltechnik GmbH sind darüber am Montag während einer Betriebsversammlung informiert worden. Entsprechende Gespräche mit betroffenen Mitarbeitern werde es in den kommenden Wochen geben, heißt es.

Neuer Geschäftsführer wird ab dem 29. Februar Rainer Gsell (57) sein. Er verdeutlicht: „Wir wollen wieder wachsen!“ Die Baltic Metalltechnik GmbH, die künftig den Namen Baltic Metall GmbH tragen wird, passe wunderbar in die Bader-Gruppe, wie er sagt. „Beide Unternehmen haben ähnliche Kernkompetenzen und bewegen sich in ähnlichen Märkten“, schätzt Gsell ein. Bader — seit 60 Jahren am Markt und mit Standorten in Kamen (Nordrhein-Westfalen), China und Ungarn — fertigt Maschinenverkleidungen, Schaltschränke, Gehäuse, Sondertanks, Klemmenkästen und Bedienpulte. Die Mitarbeiter der Baltic Metalltechnik GmbH sind auch auf Maschinenverhausungen spezialisiert — in der Vergangenheit allerdings vorrangig in der Tabaksparte, in der es in den vergangenen Wochen und Monaten heftig kriselte.

Aus diesem Grund entschloss sich der Körber Konzern im Sommer, sein Grevesmühlener Tochterunternehmen abzustoßen. Es habe mehrere Interessenten gegeben, erläutert Jörg Gramann (50), Standortleiter und Prokurist in Grevesmühlen. Die Bader-Gruppe, einst Mitbewerber, konnte sich mit ihrem Konzept durchsetzen. Mit ihr habe man, so Gramann, einen vernünftigen, soliden Eigentümer gefunden.

Die Tabaksparte wird nach wie vor eine Rolle in Grevesmühlen spielen. Waren es zuvor 80 Prozent, werden es in Zukunft allerdings nur noch 20 Prozent des Gesamtgeschäfts sein. Das neue Konzept der Baltic Metall GmbH wird dem der Bader-Gruppe angepasst. „Bisher produzieren wir nur in Süddeutschland, das wollen wir zukünftig auch hier im Norden tun. Logistisch sind viele Kunden von hier aus besser zu betreuen“, erläutert Rainer Gsell, der im Gespräch immer wieder das Know-how der hiesigen Mitarbeiter lobte. „Hier sind motivierte Mitarbeiter. Ich glaube daran, dass wir in Zukunft profitabel wachsen werden.“ Von den Restrukturierungsmaßnahmen werden nicht die Ausbildungsplätze betroffen sein, betont er. Auch in Zukunft werde die Ausbildung im Unternehmen eine Rolle spielen, so Gsell.

Angesichts des Faktes, dass der Standort erhalten bleibt, herrscht in der Stadtverwaltung Grevesmühlen großes Aufatmen. „Ich bin froh und dankbar, dass beide Geschäftsführer, der alte und der neue, mit uns das Gespräch gesucht haben und uns bezüglich der Entwicklung unterrichtet haben“, resümiert Bürgermeister Jürgen Ditz (ptl.). Man müsse sich der Realität stellen, ergänzt er, dass es so wie es war nicht weitergehen würde. „Ein Neuanfang ist besser, als die Tore gänzlich zu schließen“, so Ditz. Vor allem freue er sich, dass für die Mitarbeiter, die gehen müssen, mit einer Transfergesellschaft nach einer Übergangslösung gesucht wurde. Die Baltic Metalltechnik GmbH gehörte mit zu den größten Arbeitgebern in Grevesmühlen und der Umgebung.

Jana Franke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Thomas Grote mahnt Umgang mit Ehrenamtlern an / Heute soll Kreistag Konzept diskutieren.

13.01.2016

Die kommunalen Kassen im Kreis Nordwestmecklenburg werden durch Einwohner und ansässige Firmen gefüllt. Der Geldzufluss stieg in 2014 um vier Millionen Euro.

13.01.2016

30 Züchter aus Grevesmühlen, Klütz, Dassow und Wismar präsentieren in der Hansestadt etwa 300 Tiere.

13.01.2016
Anzeige