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Nordwestmecklenburg Bauausschuss lehnt „Kasten“-Projekt ab
Lokales Nordwestmecklenburg Bauausschuss lehnt „Kasten“-Projekt ab
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20:20 17.02.2016
Das Grundstück ist inzwischen seit mehr als zehn Jahren unbebaut, es befindet sich im westlichen Teil von Boltenhagen. Quelle: Michael Prochnow

Neuer Versuch, das gleiche Ergebnis: Hans-Peter Schirm ist mit seinem Vorschlag, das Grundstück, auf dem ehemals die Villa Rehse im westlichen Teil des Ostseebades stand, im Bauausschuss gescheitert. Bereits 2014 war ein Projekt, das Ferienwohnungen dort vorsah, abgelehnt worden. Der Investor und Bauträger hatte dem Gremium jetzt einen Entwurf für ein Vier-Sterne-Hotel präsentiert, weil ihn, wie er mehrfach betonte, der Grundstückseigentümer darum gebeten habe. „Bei einem Gespräch mit Frau Schultz vom Amt und Herrn Schmiedeberg wurde mir mitgeteilt, dass ich doch einen Entwurf einreichen sollte.“ Doch der fiel am Ende mit Pauken und Trompeten durch. Nicht ein einziges Mitglied des Bauausschusses stimmte für den Entwurf, der ein Hotel mit 61 Zimmern, verteilt auf drei Vollgeschosse und eine Dachetage vorsieht.

Schirm selbst bezeichnete den Bau „als Kasten“, der sich nur dann rechnen würde, wenn der B-Plan dahingehend geändert werden würde, wenn er ein Geschoss draufsetzen dürfte. „Dafür müssten die First- und Traufhöhen angepasst werden, so dass es zum Nachbargebäude passt.“ Tatsächlich sind die Nachbargebäude nicht unbedingt kleine Bauten, aber der Hotel-Entwurf hat mit dem Ortsbild von Alt-Boltenhagen nicht sehr viel gemein. „Das“, so Ausschussmitglied Christiane Meier, „können Sie ja wohl nicht damit meinen!?“. Und derlei Kritik musste sich Schirm noch mehrfach anhören. So wollte Wolfgang Kupsch wissen, wo sich denn überhaupt der Eingang des Hotel befinden würde, auf dem Entwurf sei der nämlich nicht zu erkennen. „Bei einem Vier-Sterne-Hotel sollte doch gerade der Eingangsbereich etwas darstellen.“

Der Eingang, so Schirm, sei ein Kompromiss an die geringe Baufläche von knapp 700 Quadratmetern. „Ich kann auf dieser Fläche keine Kunststücke vollbringen.“ Da müsse man sich schon von Seiten der Gemeinde entscheiden. „Entweder ein Hotel, dann geht aber nur diese Variante.“

Der Boltenhagener Architekt Peter Lemburg hatte im Vorfeld der Sitzung bereits heftige Kritik an dem neuen Entwurf geübt. Und er liegt damit auf einer Wellenlänge mit Boltenhagens Gemeindevertretern und Ausschussmitgliedern. Denn die ließen kein gutes Haar an dem Projekt. Der Wellnessbereich mit rund 120 Quadratmetern sei schlichtweg viel zu klein konzipiert für ein Hotel dieses Anspruchs. „Und der Pool mit vier mal acht Metern ist kleiner als mein Wohnzimmer“, merkte Christiane Meier an.

Der Ausschussvorsitzende Michael Steigmann hatte jedoch noch ein ganz anderes Problem mit dem angeblichen Hotel. „Wer“, so fragte er, „soll eigentlich das Hotel betreiben?“ Dazu gibt es nämlich noch keine Aussage. Denn Schirm hatte betont, dass er nur der Bauträger sei, 51 der Doppelzimmer sollen an Investoren verkauft werden. Dieses Modell roch den Ausschussmitgliedern dann doch zu sehr nach verkappten Ferienwohnungen. „Und davon“, so Michael Steigmann, „haben wir in Boltenhagen schon mehr als wir gebrauchen können.“ Zwar erklärte Hans-Peter Schirm gebetsmühlenartig, dass es sich um ein Hotel handeln würde und der Verkauf der Zimmer/Appartements würde vertraglich auch so geregelt, dass eine Ferienwohnungsnutzung ausgeschlossen sei. Doch die Zweifel beseitigte er damit nicht. Was er schließlich mit dem Satz kommentierte: „Ich muss hier gar nichts bauen, suchen Sie sich doch jemand anderen. Man hat mich gefragt, ob ich hier etwas bauen könnte. Wenn ich gewusst hätte, dass der B-Plan nicht geändert werden soll, hätte ich mir den Weg gespart.“

Termin: Sitzung Gemeindevertretung am 3. März um 18.30 Uhr.

Michael Prochnow

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