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Nordwestmecklenburg Baut privater Investor Kita in Schönberg?
Lokales Nordwestmecklenburg Baut privater Investor Kita in Schönberg?
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23:11 13.01.2016

Findet der seit Jahren andauernde Mangel an Kindergarten- und Krippenplätzen in Schönberg sein Ende mit Hilfe eines privaten Investors? Die Grundbau Nord GmbH mit Sitz in Lübeck hat ihr grundsätzliches Interesse daran bekundet, die seit Jahren geplante, bisher aber nicht errichtete Kita zu bauen. Das bestätigte der geschäftsführende Gesellschafter Harald Wendt gestern auf Anfrage. Gespräche gab es bereits — unter anderem mit dem Verein „Haus des Kindes“, der die Kindertagesstätte betreiben will. Harald Wendt sagt: „Es ist in Bewegung.“ Er schränkt aber auch ein: „Es ist noch in einer frühen Phase.“ Noch stehe nicht fest, dass die Grundbau Nord GmbH das Projekt realisiere.

Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) spricht von „hoffnungsvollen Anzeichen“. Klar sei für ihn und alle Stadtvertreter: „Wir wollen die Situation der Kinderbetreuung in Schönberg verbessern.“ Aus Sicht des potenziellen Investors und späteren Vermieters seien noch Rahmenbedingungen zu klären. Die Firma könne die Pläne nutzen, die die Architektin Anke Lindig vom Gadebuscher Ingenieurbüro Hanft & Kautzky im August 2013 vorstellte. Sie sehen vor, einen Neubau mit 48 Krippen- und 60 Kindergartenplätzen hinter dem Schönberger Schützenhaus zu errichten, das historische Gebäude zu sanieren und in die Kita zu integrieren und nach der Eröffnung des neuen Kindergartens die veraltete Kindertagesstätte „Regenbogen“ abzureißen.

Die dafür nötigen rund 2,9 Millionen Euro kann die Kommune nach Ansicht ihrer politischen Vertreter nicht zahlen. Im Juli vorigen Jahres beschlossen die Stadtvertreter, den Verein „Haus des Kindes“ als Bauherrn zu unterstützen — unter anderem durch eine Bürgschaft über 2,9 Millionen Euro und die Übernahme von Planungskosten. Trotzdem wäre der Bau für den Verein eine große Last.

Bisher hat er nicht die erhofften Zuschüsse des Landes bekommen. In dieser Angelegenheit hat sich der Schönberger Bürgermeister mit der Bitte um Unterstützung an Vertreter des Landkreises und an die Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg (Die Linke) gewandt. Dazu erklärte Lutz Götze unlängst gegenüber den Stadtvertretern: „Der Antrag auf Fördermittel wurde durch den Verein ,Haus des Kindes‘

fristgerecht eingereicht und liegt im Wirtschaftsministerium vor.“

Für die 1997 gegründete Grundbau Nord wäre es der erste Kitabau. Als ihren Schwerpunkt gibt die Firma „die Standortentwicklung für den Einzelhandel — vorrangig den Lebensmittelhandel“ an. Dabei arbeitete die GmbH bereits mit Aldi, Lidl, Rewe, Penny, Takko, Kik und anderen Handelsunternehmen zusammen. Sie investiert nach eigenen Angaben aber auch „in Eigenobjekte sowie den privaten Wohnungsbau“.

Aus Sicht des Schönberger Bürgermeisters ist der Bau einer Kindertagesstätte ein besonders wichtiges Vorhaben, das in diesem Jahr zumindest begonnen werden sollte — aber nicht das einzige in der Stadt. Götze nennt als weitere Objekte das Koch‘sche Haus, in das das Volkskundemuseum einziehen wird, die Sanierung des oberen Teils der Marienstraße und den Ausbau des Weges, der vom Oberteich zur Straße „An der Kirche“ führt.

Die Zusammenarbeit in der Stadtvertretung sei gut. Lutz Götze sagt: „Ich hoffe, dass es weiter nicht um parteipolitische Ressentiments geht.“ Und noch etwas hoffe der Bürgermeister: „Dass einige Bürger ihren Ordnungssinn entdecken und nicht Müll und Unrat auf städtischem Gelände oder an der Straße ablegen.“

Jürgen Lenz

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