Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Beate Dellin: „Kindeswohl auch weiterhin gesichert“
Lokales Nordwestmecklenburg Beate Dellin: „Kindeswohl auch weiterhin gesichert“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 19.10.2012
Anzeige
Nordwestmecklenburg

Grevesmühlen/Wismar – Der Kinder- und Jugendnotdienst für Wismar und Nordwestmecklenburg soll neu strukturiert werden. Die Lübecker Nachrichten sprachen darüber mit Beate Dellin, Leiterin des Fachdienstes Jugend.Lübecker Nachrichten: Wie ist der Kinder- und Jugendnotdienst derzeit gesichert?Beate Dellin: Der Kinderwelt Wismar e. V. ist Träger einer entsprechenden Einrichtung mit sechs Plätzen in der Prof.-Frege-Straße 47 in Wismar. Das Jugendhilfezentrum „Käthe Kollwitz e. V. Rehna“ hält drei Plätze in Rehna vor. Perspektivisch sind weiterhin zwei Standorte – in Rehna und Wismar – in Kooperation mit dem „Käthe Kollwitz e. V.“ und der felicitas gGmbH vorgesehen. Dieses wird im zuständigen Jugendhilfeausschuss nach Abschluss der Prüfungen behandelt. Derzeit gehen wir davon aus, dass es ab 2013 nur noch zwei Plätze in Wismar und vier in Rehna geben wird. LN: Sollen aus Kostengründen Plätze in Wismar gestrichen werden?Beate Dellin: Der Kostendruck ist nicht vorrangig bei der Planung. Wir haben das Kindeswohl zu sichern und tragen dafür auch die Verantwortung. Als örtlicher Träger der Jugendhilfe ist der Landkreis dazu verpflichtet, bedarfsgerechte Leistungen für Kinder und Jugendliche vorzuhalten. Die Jugendhilfeplanung ist ohnehin ein ständiger Prozess. Normalerweise machen wir eine solche bedarfsorientierte Planung alle drei Jahre. Im Rahmen der Kreisgebietsreform haben wir den Auftrag erhalten, 2012 als Übergangsjahr zu betrachten und die Leistungen, die wir in der Jugendhilfe vorhalten, zu überprüfen. Wir sind gehalten, ab 2013 eine mittelfristige Jugendhilfeplanung zu erarbeiten, die in einer der nächsten Fachausschusssitzungen beraten wird. Es ist für uns selbstverständlich, unsere gesetzlichen Auftrag im Sinne der Kinder zu erfüllen! LN: Gibt es nicht in einer Stadt wie Wismar – mit Brennpunkten wie Friedenshof oder Kagenmarkt – mehr Bedarf an Plätzen eines Kinder- und Jugendnotdienstes als in Rehna?Beate Dellin: Der Standort Wismar ist uns ganz wichtig. Wenn wir uns von insgesamt neun auf sechs Plätze verändern und nur noch zwei in Wismar vorhalten, dann haben wir uns damit auf die jeweilige Auslastung eingestellt. Sollte sich eine veränderte Inanspruchnahme ergeben, werden wir die entsprechenden Leistungen unverzüglich sicherstellen.LN: Wer nutzt den Kinder- und Jugendnotdienst?Beate Dellin: Er soll Kindern und Jugendlichen Sicherheit geben, wenn sie in Not geraten und Hilfe brauchen. Der Notdienst ist sozusagen der verlängerte Arm des Jugendamtes, der aber rund um die Uhr besetzt ist. Kinder zwischen 0 und 18 werden dort in Obhut genommen. Es gibt die sogenannten Selbstmelder – Jugendliche, die von sich aus in die Einrichtung kommen. Teilweise suchen überforderte Eltern Hilfe und Unterstützung. Dann werden beispielsweise am Wochenende Kinder in Obhut genommen, bevor möglicherweise zuhause bei den Eltern eine Situation eskaliert. Wir gehen auch Hinweise von Bürgern nach. Das Jugendamt hat dann bei einer Inobhutnahme unverzüglich zu handeln und Eltern oder Kindern eine geeignete Unterstützung anzubieten. Im Rahmen einer Krisenintervention kann nach Rücksprache mit den Eltern das Kind über einen angemessenen Zeitraum verweilen.LN: Der Kinder- und Jugendnotdienst Rehna wird auch von Kindern aus Schleswig-Holstein genutzt. Ist es zulässig, dass dort auch andere Regionen mitversorgt werden?Beate Dellin: Jedes Kind und jedes Elternteil hat das Recht, einen Kinder- und Jugendnotdienst in Anspruch zu nehmen, um einen geschützten Raum aufzusuchen. Welcher das ist, kann nicht vorgeschrieben werden. Oftmals ist es ja auch gerade sinnvoll, eine Schutzstelle in einer anderen Umgebung aufzusuchen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weil die geplante Ausdehnung nach Osten scheiterte, war eine Überarbeitung des Bebauungsplanes nötig.

19.10.2012

Schönberger Ausstellungsbesucher haben in einer Aktion des Musiksommers die unterschiedlichesten Gedanken zur Zeit vor der Wende aufgeschrieben.

19.10.2012

Wasserspritzen, Discgolf, Boccia – das bunte Programm der 8. Strandspiele am Sonnabend in Boltenhagen.

18.10.2012
Anzeige