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Nordwestmecklenburg Bekommt Dassow einen Stepenitzring?
Lokales Nordwestmecklenburg Bekommt Dassow einen Stepenitzring?
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16:27 11.02.2019
Zwei Ringstraßen durchziehen eine Eigenheimsiedlung in Dassow. Sie gehören bisher zur Hermann-Litzendorf-Straße. Quelle: Jürgen Lenz
Dassow

 Bekommt Dassow einen Stepenitzring? Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr schlagen es einstimmig so vor. Sie würden es begrüßen, wenn der neue Straßenname für die gesamte Eigenheimsiedlung verwendet würde, die bisher zur Hermann-Litzendorf-Straße gehört. Die Kommunalpolitiker wollen aber nicht entscheiden, bevor sie den Anliegern die Gelegenheit gegeben haben, sich zu äußern. Deshalb versprach der Ausschussvorsitzende Maik Oldenburg (Wählergemeinschaft Ostseestrand): „Zur nächsten Sitzung werden die betroffenen Bürger eingeladen. Vorher sollen sie angeschrieben werden.“

Wer Dassow nicht kennt, der findet sich nur schwer in der Hermann-Litzendorf-Straße zurecht. Sowohl ihr Verlauf als auch ein Großteil der Hausnummern geben Ortsunkundigen Rätsel auf und sorgen immer wieder für längere Suchfahrten. Die Amtsverwaltung Schönberg argumentiert nun: „Eine Straßenumbenennung ist erforderlich, da hier das Individualrechtsgut (Gesundheit, Leib und Leben) zu schützen ist.“ Rettungsdienste müssten sich zurechtfinden. Maik Oldenburg ergänzt: „Die Feuerwehr in Dassow weiß, wo sie hinmuss. Es geht um andere Rettungsdienste.“ Nach Angaben des Amtes ist die Ordnungsbehörde befugt, im Rahmen der Gefahrenabwehr tätig zu werden. In dem Bereich der Straßenumbenennung werde es auch eine Hausnummernänderung geben, kündigt die Verwaltung an. Die betroffenen Grundstückseigentümer würden einen Bescheid bekommen.

Das Amt schlug vor, wegen der Unübersichtlichkeit des Straßenverlaufs der Hermann-Litzendorf-Straße zwei Teilstücke umzubenennen. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr verwarfen diese Idee. Sie sprachen sich für eine Ringstraßen-Lösung aus. Die amtierende Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) machte den Vorschlag „Stepenitzring“. Der Hintergrund: Vom westlichen Rand des Eigenheimgebietes aus ist das Flüsschen zu sehen.

Die Kommunen entscheiden

Die Städte und Gemeinden können den Straßen Namen geben und Namensschilder anbringen. So regelt es das Straßen- und Wegegesetz für Mecklenburg-Vorpommern. Es schreibt auch vor, dass die Kommunen dafür Sorge tragen sollen, dass Hausnummern angebracht werden. Das haben die Eigentümer von Grundstücken und Häusern zu dulden. In dem Gesetz heißt es auch: „Den Eigentümern können durch Satzung der Gemeinde die Kosten der Hausnummerierung auferlegt werden.“ Auch die Art der Nummernschilder kann die Gemeinde bestimmen.

Sollte es nach der Gesprächsrunde mit Anliegern bei „Stepenitzring“ bleiben, wäre es die zweite Straße in Dassow, die als „Ring“ bezeichnet wird. Im September 2001 beschloss die Stadtvertretung eine neue Straße, die von der Hermann-Litzendorf-Straße abzweigt, „Jens-Voigt-Ring“ zu nennen – nach dem international bekannten Radsportstar und Ehrenbürger von Dassow. Ringförmig ist der Jens-Voigt-Ring allerdings nicht.

Die teilweise Umbenennung der Hermann-Litzendorf-Straße würde für die Stadt etwa 1000 Euro kosten. So viel ist nach Angaben der Amtsverwaltung für fünf neue Straßenschilder zu zahlen. Für Anlieger können ein neuer Straßenname und neue Hausnummern ebenfalls Kosten nach sich ziehen. Zwar ist eine Änderung des Personalausweises kostenlos, doch wer Briefbögen und Visitenkarten mit neuer Adresse drucken lässt, muss das selbst bezahlen. Ebenfalls nicht kostenlos: Adressenänderungen in Fahrzeugpapieren.

In den vergangenen Monaten haben mehrere Gemeinden im Schönberger Land Straßennamen oder Hausnummern geändert. Vorübergehend führte das zu Suchfahrten von Auto- und Lastwagenfahrern. Schwierigkeiten gab es auch beim Zustellen von Paketen. Einige Bürger berichten, die Probleme träten weiterhin auf – wenn auch weniger als zu Beginn. Andere Betroffene hingegen sagen, die neuen Namen und Hausnummern seien nun akzeptiert und bekannt. Letztlich könnten sich Ortsfremde jetzt besser orientieren als vorher.

Jürgen Lenz

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