Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Bergungsaktion: 22-Tonnen-Bagger metertief eingesunken
Lokales Nordwestmecklenburg Bergungsaktion: 22-Tonnen-Bagger metertief eingesunken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 28.10.2017
Dem Bagger war deutlich anzusehen, dass er fast komplett eingesunken war. Quelle: mopics
Anzeige
Groß Molzahn

Weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ist es in den letzten 10 Tagen zu einem größeren Bergungseinsatz in Groß Molzahn gekommen. Beim Mähen der Sole einer Entwässerungsrinne im, an Groß Molzahn angrenzenden Naturschutzgebiet, ist schon am 16. Oktober ein 22 Tonnen schwerer Kettenbagger eingebrochen und gut 2,5 Meter tief versunken. Eigentlich ist die Säuberung der Rinne ein jährliches Prozedere und der Bagger, mit Moorketten ausgestattet, in einem solchen Gelände absolut sicher unterwegs. Für das Auge des Baggerfahrers nicht sichtbar, hatte sich an dieser Stelle eine sogenannte Torfinsel gebildet, die dem Gewicht des Baggers nicht standhielt. Vorweggenommen, dem Baggerfahrer ist bei dem Unfall bis auf den Schreck nichts passiert.

Klicken Sie hier, um zahlreiche weitere Eindrücke von der ungewöhnlichen Bergungsaktion zu sehen!

Entstanden ist aus diesem Unfall allerdings eine Bergungsaktion, die sowohl für das Unternehmen wie auch das beauftragte Bergungsunternehmen sicher nicht alltäglich ist. In dem schon zu Fuss sehr schwer zugänglichen Gelände, mussten über Tage erst einmal eine stabile Zuwegung zu dem Bagger geschaffen werden. Unzählige LKW schafften tonnenschwere Holzbohlen und Pfähle zum Einsatzort um einen gut 100 Meter befahrbaren Weg zu schaffen. Meter für Meter rammten weitere Bagger die Pfähle in den morastigen Boden um dann die tonnenschweren, mit Stahlseilen verbundenen, Bohlen zu befestigen.  

Erst am Donnerstag dieser Woche war das Gelände so weit vorbereitet, dass ein Bergungsunternehmer aus Ziethen mit 3 schweren Bergefahrzeugen den mühsamen Auftrag durchführen konnte. Zwei ehemalige Militär Bergefahrzeuge, darunter ein englisches Panzerbergefahrzeug, und ein Bergefahrzeug für LKW mussten über zwei Tage gut 90 Tonnen Zugkraft aufwenden um den versunkenen Bagger wieder an die Oberfläche zu befördern. Viele Tonnen Erdreich schob der Bagger auf seinem Weg auf festen Untergrund vor sich her. Diese wurden in Intervallen von einem kleineren Bagger beseitigt. Für die Verantwortlichen ist die Bergung des Baggers trotz des emensen Aufwandes und einem gerissenen Stahlseil sehr gut verlaufen. Der wichtigste Erfolg ist allerdings, dass bei dem Unfall und der anschließenden Bergung keine Betriebsstoffe ausgetreten sind und es somit bis auf das aufgeschobene Erdreich keinerlei Schäden für das Naturschutzgebiet gibt.

Wie hoch der Schaden am Bagger und der Aufwand für die Bergung ausfallen, konnte nach Abschluss der Arbeiten noch nicht beziffert werden. Es dürfte aber nach ersten Schätzungen ein sechsstelliger Betrag werden.

Mike Orend

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige