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Nordwestmecklenburg Bessere Zeiten für Wismarer Werft?
Lokales Nordwestmecklenburg Bessere Zeiten für Wismarer Werft?
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21:15 03.03.2016
Der neue Werfteigner, die Genting-Goup, möchte in Wismar wieder Kreuzfahrtschiffe bauen. Erfahrungen besitzen die Wismarer Schiffbauer mit den AIDA-Schiffen. Hier wird auf der „AIDAaura“ die Schornsteinsektion gesetzt. Quelle: Fotos: Hans-Joachim Zeigert, Nicole Holltatz (4), Cornelius Kettler

Aufatmen für die mehr als 800 Beschäftigten der Wismarer Werft und die der zahlreichen Zulieferer in der Region. Die Wismarer Werft könnte nach Stürmen und gefährlicher Flaute in ruhigeres Fahrwasser kommen. Nach dem Verkauf an die Norweger (1998-2008), nach der Übernahme durch den russischen Unternehmer Witali Jussufow im Jahr 2008 und einen Insolvenzantrag (2009) sowie Insolvenzgefahr genau vor einem Jahr durch leere Auftragsbücher breitet sich vorsichtiger Optimismus unter der Belegschaft aus.

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Aufatmen für die mehr als 800 Beschäftigten der Wismarer Werft und die der zahlreichen Zulieferer in der Region.

Der Grund ist der Kauf aller drei Werftenstandorte im Land durch die Genting-Gruppe aus Malaysia. In Wismar, Rostock und Stralsund sollen Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. „Die Stimmung hier an der Werft ist seit Dienstag wesentlich besser nach diesen Wochen der Unsicherheit. Wir sind alle gut gelaunt“, kommentierte Betriebsratsvorsitzende Ines Scheel die guten Nachrichten. „Jetzt warten wir auf das, was kommt, und hoffen, dass das Unternehmen die angekündigten Aufträge mitbringt.“

Das asiatische Unternehmen hat sich vertraglich zur Übernahme aller Mitarbeiter verpflichtet. Ines Scheel: „Im letzten Sommer hatte die Geschäftsführung drohenden Personalabbau angekündigt, da tut die Nachricht, dass alle übernommen werden, gerade richtig gut!“ Die Hoffnung ist im ganzen Gewerbegebiet rund um die Werft zu spüren.

Stefan Schröder, Geschäftsführer am Wismarer Standort der Krebs-Unternehmensgruppe ist erleichtert und beschreibt die „Zitterpartie“ seit einem halben Jahr — das Ende des Auftrags war abzusehen, Folgeaufträge fehlten. Der Wismarer Standort lebt größtenteils von der Werft, ist für den Korrosionsschutz zuständig. „Wenn jetzt ein oder zwei Jahre kein Auftrag von der Werft gekommen wäre, hätten wir uns im Sommer Gedanken für den Herbst und den Winter machen müssen“, erklärt er. Auch mit dem neuen Werfteigner wird 2016 eine „Saure-Gurken-Zeit“: „Frühstens Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres würden Aufträge für uns kommen, weil ja erst konstruiert werden müsste. Wir können zum Glück die Mitarbeiter an den anderen Standorten gut einsetzen“, so Stefan Schröder. 350 Mitarbeiter hat das Unternehmen an den zehn Standorten zwischen Emden und Lubmin, 95 davon Wismar. Die Krebs-Gruppe hofft wie andere Zulieferer natürlich auf die Aufträge und Zusammenarbeit mit Malaysia, Verträge gibt es noch keine.

Die Genting-Gruppe verspricht einiges. Genting hatte zum Jahreswechsel schon alle Anteile an der Bremerhavener Lloyd-Werft übernommen. Dort sollen vier große Kreuzfahrtschiffe und vier Flusskreuzfahrtschiffe für das weltweit agierende Unternehmen gebaut werden.

Zu Genting gehören die Reedereien Star Cruises, Dream Cruises, Crystal Cruises und Norwegian Cruise Line — man habe Angst, im rasant wachsenden Kreuzfahrtmarkt keine Kapazitäten für Schiffsneubauten auf dem Weltmarkt zu bekommen und investiert deswegen direkt in die Werften.

Die Wismarer Schiffbauer könnten mit ihrer Erfahrung im Bau von Kreuzfahrtschiffen punkten, auf der damaligen Aker MTW entstanden ab 2002 bekannte Schiffe wie die „AIDAvita“ und die „AIDAaura“.

Von Nicole Hollatz

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