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Nordwestmecklenburg Besuch bei den Wasserbüffeln
Lokales Nordwestmecklenburg Besuch bei den Wasserbüffeln
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13:39 24.07.2017
Der Name ist Programm: Wasserbüffel lieben Wasser. Sie können sogar tauchen und suhlen sich gern im Schlamm. FOTOS (2): PRIVAT

Sie haben große Hörner, aber vom Wesen her sind Wasserbüffel so verschmust wie Hunde. Deshalb kommen die exotischen Tiere auch angetrabt, wenn Romy Freitag nach ihnen ruft. Das tut sie zum Beispiel, wenn einmal im Jahr die Klauen geschnitten werden müssen. Ansonsten lässt sie die Herde weitestgehend in Ruhe. „Man muss Büffel nicht groß pflegen, sie sind sehr robust und meist immer draußen.“

Bestand der exotischen Tiere in Mecklenburg-Vorpommern wächst.

Um zwei Herden – eine mit 24, die andere mit 32 Tieren – kümmert sich die Landwirtin. Sie ist sozusagen auf den Büffel gekommen. Die leben auf Koppeln in Blowatz und Roggow bei Rerik. Richtig verschmust seien die Tiere, verrät sie. Nur ärgern sollte man sie nicht, das tragen sie einem lange nach.

Die Rinder, die sich Besucher beim gestrigen Tag des offenen Hofes in Blowatz mal aus der Nähe anschauen konnten, lieben Wasser und suhlen sich gern im Schlamm. „Sie können bis zu sieben Meter weit tauchen, dabei ziehen sie ihre Nase zu wie Robben“, erklärt Romy Freitag. Das Regenwetter der vergangenen Wochen habe der Herde auf jeden Fall viel Vergnügen bereitet.

Die Tiere halten sich ansonsten gern an einer künstlich geschaffenen Mulde auf. Die zweite Herde trabt hingegen durch Schilfgürtel. „Wasserbüffel sind gute Landschaftspfleger“, betont Romy Freitag.

Sie fressen dort, wo andere Tiere nicht hinkommen, so schützen sie Feuchtgebiete vor Verbuschung und Baumnachwuchs – vor allem in ufernahen Bereichen, wo heimische Kühe kein geeignetes Futter mehr finden. „Büffel fressen sogar das, was andere stehen lassen – Binsen, Brennnessel und Schilfrohr“, ergänzt Peter Biel, Vorsitzender des Internationalen Förderverbandes zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger in Europa. Der zählt in Mecklenburg-Vorpommern zurzeit 473 Wasserbüffel bei seinen Mitgliedern. 2014 sind es 250 gewesen. „Die Anzahl der Tiere steigt erheblich“, freut sich Biel. In Kürze würden für ein neues Projekt im Nordosten weitere sechs Weibchen von Niedersachsen nach MV übersiedeln.

In allen deutschen Herden gäbe es ein ständiges Kommen und Gehen. „Der Nachwuchs muss nach einem Jahr aussortiert werden, damit es nicht zu Inzucht kommt“, berichtet der Büffel-Experte. Für die Fleischproduktion würden meist die männlichen Tiere genutzt.

In Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr Wasserbüffel gehalten. Ihre Anzahl ist mittlerweile auf mehr als 1000 gestiegen. Rund 30 Betriebe halten die Rinder mit den auffällig gekrümmten Hörnern und dem schwarzem, zottigem Fell. Vor knapp zehn Jahren kamen die ersten ursprünglich in Asien beheimateten Tiere aus einem Bestand bei Chemnitz in den Nordosten. Inzwischen sind sie über ganz Mecklenburg-Vorpommern verteilt. Zum Beispiel grasen sie in Born auf dem Darß und auf Rügen. In Ruschvitz auf Deutschlands größter Insel hat sich Büffel-Gastronom Marco Matuschak früh eine echte Erlebniswelt für Fleischliebhaber aufgebaut – mit Wasserbüffel-Salami, -Schnaps und -Currywurst sowie Safari-Fahrten zur Herde.

Büffel-Wurst und -Fleisch gibt es auch bei der Agrar Heidekaten GmbH in der Gemeinde Blowatz zu kaufen.

Polizisten fangen ausgebüxten Wasserbüffel

Tierischer Polizeieinsatz bei Zwenkau südlich von Leipzig: Ein 800 Kilo schwerer Wasserbüffel ist dort vor einer Woche von seiner Weide ausgebüxt und trottete gemütlich auf dem Radweg neben einer Bundesstraße. Wie die Polizei mitteilte, war der Büffel ganz friedlich und handzahm. Zu siebt versuchten die Beamten mit der Besitzerin des Büffels, den Ausreißer einzufangen. Das habe mehrere Stunden gedauert und erforderte sogar eine Sperrung der Bundesstraße. Zugleich wurden mehrere Angelfreunde aufgefordert, ihre Angelstelle aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Was sie aber nicht taten. Als der Büffel plötzlich vor ihnen auftauchte, bekamen sie es mit der Angst zu tun und flüchteten in den Teich. Das Tier folgte ihnen ins Wasser und die Angler sendeten mehrere Notrufe an die Polizei ab. Verletzt wurden sie nicht. Nach mehreren Versuchen konnte der Büffel schließlich

eingefangen werden.

Kerstin Schröder

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