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Nordwestmecklenburg Betreute Senioren-WG sucht noch Mitbewohner
Lokales Nordwestmecklenburg Betreute Senioren-WG sucht noch Mitbewohner
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20:24 17.05.2017
WG-Bewohner Norbert Gall (79, Mitte) begrüßt Petra Müller (l.) und Renate Peth vom DRK in seinem Appartement im betreuten Wohnen. Quelle: Foto: Malte Behnk

Seit vergangenem September betreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Klütz eine betreute Wohngemeinschaft für Senioren. Vorgesehen ist die Einrichtung für insgesamt 24 Bewohner. Sie ist aber noch nicht voll belegt. Das hat unterschiedliche Gründe.

„Der Anfang mit diesem Konzept dauert etwas länger“, räumt Petra Müller, Geschäftsführerin der DRK-Pflegeeinrichtungen MVgGmbH, ein. Ein Problem sei die Erwartungshaltung potenzieller Bewohner oder deren Angehöriger. „Wer hier wohnt, soll möglichst viele Aufgaben des Alltags noch selber oder mit leichter Unterstützung erledigen“, so Müller. Das hätten bisher aber einige Senioren nicht gewollt oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gekonnt. Es ist also offenbar nicht ganz so einfach wie gedacht, zueinanderpassende WG-Mitbewohner zu finden.

Ein weiteres Problem gibt es mit der Gesundheitskasse AOK. So gibt es in einer Senioren-WG wie in Klütz bei mindestens drei Pflegebedürftigen für alle Bewohner einen Rechtsanspruch auf einen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro pro Monat. Bei monatlichen Kosten von etwa 1000 Euro für den Platz in der WG ist das keine unerhebliche Summe. „Die AOK will aber nicht zahlen und sucht dafür nach fadenscheinigen Gründen“, sagt Petra Müller. Inzwischen sei für die betroffenen Mieter ein Widerspruch formuliert worden, der aber immer noch von der Kasse geprüft wird. „Viele Senioren sind bei der AOK, weil 1989 diejenigen, die sich nicht selber eine Krankenkasse gesucht haben, der AOK zugeordnet wurden“, erklärt Müller.

Sie habe in Teilen auch Verständnis für die Kasse, da manche Betreiber ihre Einrichtung zwar Wohngruppe nennen, tatsächlich aber ein kleines Pflegeheim betreiben. „Wir haben unser Konzept aber voll auf eine Wohngruppe ausgerichtet. Jeder Pflegebedürftige nutzt hier zum Beispiel den ambulanten Pflegedienst seiner Wahl“, schildert Müller. Zudem müssen die Bewohner viele Aufgaben gemeinschaftlich erledigen. Sie planen mit der Betreuungskraft den Einkauf, kochen zusammen und legen fest, wer wann die Waschmaschine benutzt.

„Diejenigen, die hier sind, fühlen sich aber wohl“, weiß Renate Peth, die in Klütz die DRK-Wohnanlagen für Senioren leitet. Einige Bewohner der Senioren-WG hätten auch schon Einladungen aus dem benachbarten Mehrgenerationenhaus zum Grillen angenommen.

Zu den zufriedenen WG-Mitgliedern gehört seit Dezember auch Norbert Gall. Der 79-Jährige stammt aus Unterfranken und war nach Boltenhagen gezogen. Als er dort in seiner Wohnung nach einem Problem mit der Hüfte nicht mehr alleine zurechtkam, suchte er sich die neue Heimat in der Klützer Senioren-WG. „Das Konzept passt“, sagt er. „Ich finde es hervorragend.“ Sein Zimmer hat er sich modern mit weißen Möbeln eingerichtet und ein großer Fernseher dominiert den Raum. „Home-Entertainment ist mein großes Hobby“, sagt Norbert Gall.

Infos für Interessenten an der

Senioren-WG gibt Renate Peth

unter ☎ 038825 / 30 10.

Malte Behnk

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