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Nordwestmecklenburg Bier-Whisky aus Wismar erhält Gold
Lokales Nordwestmecklenburg Bier-Whisky aus Wismar erhält Gold
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20:12 03.08.2017
Stefan Beck ist stolz auf seinen „Baltach“. Der in dieser Destille gebrannte Whisky bekam DLG-Gold. Die gleiche Auszeichnung erhielten zwei Kräuterliköre, ein Aquavit und ein Rum von „Hinricus Noyte’s“. Quelle: Foto: Alexander Salenko

Eine nach der anderen holt Stefan Beck die Urkunden heraus und breitet sie auf dem Tisch aus. Ganze sechs Goldmedaillen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) hat die kleine Destillerie im Brauhaus am Lohberg in diesem Jahr abgeräumt. Darunter auch der ganze Stolz von Beck: der Baltach Wismarian Single Malt Whisky. Für einen Whisky, der nur drei Jahre in einem Fass gereift ist, ist das keine Selbstverständlichkeit.

Brauhaus am Lohberg

Das Brauhaus am Lohberg ist die

einzige Brauerei in Wismar. Ein Stadtbuch nennt 1452 als Gründungsjahr des Brauhauses und Hinricus Noyte als den ersten Brauherrn. Zu der Zeit galt Wismar als Hochburg des Bierbrauens. Es gab rund 180 Braustätten, die Wismarer Mumme wurde in den ganzen Ostseeraum exportiert.

Das Geheimrezept für den edlen Tropfen ist offensichtlich: Stefan Beck ist gelernter Braumeister. Seit 2000 stellt er in der Brauerei traditionelle Biere her. „Bier ohne Hopfen ist die beste Grundlage für einen Whisky“, verrät der 42-Jährige.

Nachdem er schon Bierbrand aus der Wismarer Mumme destilliert hat, sei der Weg zum Whisky gar nicht so weit gewesen. Vereinfacht gesagt, musste er nur passende Fässer besorgen, um den Whisky drei Jahre lang in ihnen reifen zu lassen.

Um die Destillation perfekt zu beherrschen, hat sich Beck weitergebildet – auch in Schottland, dem Mutterland des Whiskys.

Die Grundlage sei aber weiterhin sein Brauhandwerk. „Brennen und brauen ergänzen sich. Hauptsache, man hat eine feine Nase und einen sensiblen Gaumen.“

Auch Rum, Aquavit und Gin aus der Brauerei am Lohberg wurden von der DLF mit Gold ausgezeichnet. Insgesamt stellt Beck 14 verschiedene Spirituosen her und verkauft sie unter der Marke „Hinricus Noyte’s“.

Gleichzeitig ist er Mitinhaber des Unternehmens. „Die Menschen fordern heute Vielfalt und Qualität. Beides finden sie bei uns“, sagt der Thüringer, der seit 14 Jahren in Wismar lebt. Dabei setzt er auf Produkte aus der Region: Für den Wodka verwendet er norddeutschen Weizen, für den Himbeergeist Beeren vom Erdbeerhof Glantz.

Whisky bleibt aber der Verkaufsschlager. In den letzten drei Jahren wurden 875 Flaschen abgefüllt. Jede von ihnen ist durchnummeriert. Die Produktionsmenge ist beschränkt durch die kleine Destille, die direkt im Brauhaus steht. Beck will deswegen expandieren. Im neuen Gewerbegebiet in Dargetzow soll ein Lager- und Produktionsgebäude entstehen. Rund 350000 Euro habe das Unternehmen investiert und einen Hektar Land erworben. Geplant ist dort das Installieren einer zweiten Brennblase.

Braumeister Beck hofft durch die Auszeichnungen, „Hinricus Noyte’s“ Spirituosen bekannter zu machen und sie mittelfristig deutschlandweit zu vertreiben. Aktuell gibt es die Flaschen in der Brauerei selbst, über das Internet, den Fachhandel und über einige Supermarktketten zu kaufen. Nur beim Discounter will Beck sie nicht sehen – Qualität solle etwas Exklusives bleiben.

Alexander Salenko

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