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Nordwestmecklenburg Biogas-Anlage: Probleme mit dem Abwasser
Lokales Nordwestmecklenburg Biogas-Anlage: Probleme mit dem Abwasser
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20:14 29.12.2015
Das Regenwasser wurde abgepumpt und entsorgt. Quelle: K.-E. Schmidt

Den Anwohnern am Degtower Weg in Grevesmühlen stinkt es gewaltig. Aus dem Regenrückhaltebecken, das sich direkt an der Straße gegenüber der Biogasanlage der Stadtwerke befindet, stieg gestern ein beißender Geruch auf. Mitarbeiter des Zweckverbandes haben das Becken inzwischen leer gepumpt. Die Ursache des Gestanks ist wahrscheinlich eine Mischung aus verunreinigtem Oberflächenwasser der Biogasanlage, das zusammen mit Regenwasser in das Rückhaltebecken gelangt war.

„Wir sind im Moment auf der Suche nach der Ursache“, so Stadtwerke-Chef Heiner Wilms, der sich persönlich vor Ort ein Bild von der Lage machte. „Die Biogasanlage hat ein eigenes Auffangbecken für das Sickerwasser, der Inhalt wird regelmäßig abgepumpt und kann nicht in den Regenwasserkreislauf gelangen.“ Ob möglicherweise ein Defekt für die Verunreinigung gesorgt hat, ist derzeit noch unklar.

Der Überlauf aus dem Regenrückhaltebecken führt direkt in den Poischower Mühlenbach, der zwischen dem Degtower Weg und dem Gelände des Piraten-Open-Airs entlangfließt. Ob das verunreinigte Wasser auch bis dorthin gelangt ist, auch das steht bisher nicht fest. „Es hat einige Messungen gegeben, wir müssen die Ergebnisse abwarten“, betont Heiner Wilms. Die Stadtwerke haben vorsorglich das Abwassersystem der Biogasanlage von der öffentlichen Entsorgung abgekoppelt, alle Verbindungen sind geschlossen. „Es wird vorerst kein Regenwasser in den öffentlichen Kanal fließen, wir lassen alles abpumpen, was auf dem Gelände anfällt.“

Ratlos ist derzeit auch Andreas Lachmann, Verbandsingenieur beim Zweckverband in Grevesmühlen in Sachen Ursachenforschung. „Die Stadtwerke haben nach dem Vorfall von vor einigen Jahren ihre Abwasseranlage so umgebaut, dass das eigentlich nicht mehr passieren dürfte“, sagte Lachmann gestern. 2011 war aufgrund eines defekten Schiebers Abwasser aus der Anlage in ein Rückhaltebecken gelangt. Daraufhin hatten die Stadtwerke zusätzliche Sperranlagen installiert.

Vor Ort waren gestern auch Mitarbeiter des Landkreises. Der Vorfall war vom Zweckverband an die Wasserbehörde in der Kreisverwaltung gemeldet worden. Es wurden gestern Messungen vorgenommen. Laut Andreas Lachmann wird heute mit den Ergebnissen gerechnet. „Dann wissen wir mehr.“ Der Experte des Zweckverbandes beschwichtigt: „Es bestand keine Gefahr für die Umwelt.“

Michael Prochnow

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