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Blechkarawanen sorgen für Ärger

Boltenhagen Blechkarawanen sorgen für Ärger

Boltenhagen: Im Ortskern sollen weniger Autos fahren und parken / Lösungssuche dauert schon Jahre.

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Während der Saison wurden in Boltenhagen schon 6000 Autos pro Tag auf der Ostseeallee gezählt, die an diesem Kreisverkehr beginnt.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Boltenhagen. Weniger Autos im Ortskern von Boltenhagen. Das ist ein Wunsch im Ostseebad. Blechkarawanen aus Autos auf der Ostseeallee, Fußgänger und Radfahrer, die sich einen schmalen Weg teilen müssen, und Lieferfahrzeuge, die in zweiter Reihe stehen, prägen das Verkehrsbild von Boltenhagen während der Hauptsaison. Dagegen will die Gemeinde seit mindestens fünf Jahren arbeiten und tüftelt mit Planern an einem Verkehrskonzept. Der Bauausschuss des Ostseebads hat sich am Dienstagabend erneut damit beschäftigt. Ein Kernanliegen der Boltenhagener ist es, Fahrzeuge schon an der Landesstraße 01 entweder zum Ortseingang an der Klützer Straße bei Wichmannsdorf oder über die Erschließungsstraße vom Kreisverkehr am Eulenkrug nach Tarnewitz zu lenken. „In einer Beratung mit dem Landkreis wurde uns klipp und klar mitgeteilt, dass Boltenhagens Ortsteile nicht an der Landesstraße ausgewiesen werden könnten“, berichtete der Bauausschussvorsitzende Michael Steigmann (Die Linke). „Schilder mit den Namen unserer Ortsteile wären nicht genehmigungsfähig. Boltenhagen-Ost und Boltenhagen-West wären allerdings möglich“, so Steigmann. Eine Aufteilung der Gemeinde in Ost- und West-Teil wurde aber bislang abgelehnt. Neben der Lenkung des Verkehrs zu den beiden Ortseingängen ist es für eine Entlastung des Ortskerns außerdem wichtig, möglichst viele Fahrzeuge schon an den Eingängen abzufangen. Dazu müssen dort große Auffangparkplätze gebaut werden. „Für den Auffangparkplatz in Tarnewitz erwarten wir demnächst den Bewilligungsbescheid für Fördermittel und wollen dann zügig loslegen“, informierte Bürgermeister Christien Schmiedeberg (CDU) während der Ausschusssitzung. Der Ausbau des Großparkplatzes bei Wichmannsdorf könne hingegen noch etwas länger dauern, weil ein Gutachten zur Ableitung des Regenwassers erstellt werden muss. Ein weiterer wichtiger Punkt, um die Anzahl der Autos im Ortskern zu verringern, ist eine Verbesserung des bestehenden Parkleitsystems. Große Schilder weisen auf die beschrankten, kostenpflichtigen Parkplätze an der Kastanienallee, am Weidenstieg, an der Reithalle und am Mariannenweg hin. Doch sie stehen einige hundert Meter im Ort. „Es ist am wichtigsten, diese Wegweiser zu den Parkplätzen viel weiter am Ortseingang aufzustellen“, sagte Ausschussmitglied Steffen Beckert (CDU). Seiner Ansicht nach müssen Autofahrer schon am Ortsschild auf die Auslastung der kostenpflichtigen Parkplätze und vor allem auf die kostenfreien Großparkplätze hingewiesen werden, die an den Ortseingängen entstehen. Die übrigen Ausschussmitglieder stimmten zu, dass die Schilder des Parkleitsystems umgesetzt werden sollten. Zusätzlich hatte die CDU-Fraktion den Vorschlag eingebracht, Besucher, die von der Klützer Straße zum Parkplatz am Weidenstieg wollen, durch das Wohngebiet der Rudolf-Breitscheid-Straße zu lenken und im Weidenstieg zur Ostseeallee eine Einbahnstraße einzurichten. Dafür müssten aber unter anderem Verkehrszählungen und Lärmmessungen angeschoben werden. Planerin Kati Hoth vom Planungsbüro Mahnel hatte noch einmal den Gedanken aufgebracht, Parktaschen an der Ostseeallee zurückzubauen und so mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Diesen Vorschlag gab es bereits vor fünf Jahren, er wurde aber nicht intensiv verfolgt. Im Bauausschuss wurde jetzt zumindest wieder darüber diskutiert, ob die Verkehrssituation damit entschärft werden kann.

Verkehr in Zahlen

6000Autos wurden an einem Tag auf der Ostseeallee gezählt.

400Fußgänger und etwa 100 Radfahrer sind laut einer Zählung pro Stunde und Richtung auf der Ostseeallee unterwegs.

1000 Parkplätze stehen etwa innerhalb des Ostseebades zur Verfügung. Auffangparkplätze an den Ortseingängen sollen weitere 500 Stellplätze bieten.

Malte Behnk

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