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Nordwestmecklenburg Blick hinter den Theater-Vorhang
Lokales Nordwestmecklenburg Blick hinter den Theater-Vorhang
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20:45 24.07.2017
Damit sie gut zu hören sind, tragen alle Darsteller Mikrofone. Damit diese nicht vertauscht werden, werden die Mikros unter den Fotos aufgehängt.

Hohe Gerüste, überall Kabel und Deko-Stücke, dazu in sich gekehrte Schauspieler – so sieht es hinter den Kulissen des Theater- Stücks „Faust“ in der St.-Georgen- Kirche aus. Einen Blick darauf erhaschen können nur die wenigsten Besucher – 20 Zeitungsleser sind nun in den Genuss gekommen.

20 Frauen und Männer bekommen vor der „Faust“-Aufführung eine Spezialführung.

Zur Begrüßung gibt es erst einmal ein Gläschen Sekt. Nur Gästeführer Andreas Conrad lehnt ab. Er muss später auch noch auf die Bühne – als Hexenmeister. „Deshalb darf ich nicht, es würde dann nur noch Gurke herauskommen“, lacht der Schauspieler, der leicht angeschwipst nicht mehr so textsicher ist. Er schaut hoch ins Kirchenschiff. Dort hängen fünf Kugeln – vier große und eine riesige. Je nach Szene werden sie verschieden beleuchtet – und zeigen die unterschiedlichen Welten des Faust. „Alle sind Luftballons in Stoffhüllen“, berichtet Conrad. Seine Gäste mögen es kaum glauben. „Es gibt so große Luftballons?“, fragt Marion Ebert aus Wismar noch einmal nach. „Ja, sie sind metallisch angemalt worden“, ergänzt Conrad, der die Theater-Fans dann hinter den Vorhang bringt – zur Tonanlage.

An einem schmalen Brett sind kleine runde Fotos angeklebt – von allen Darstellern des Stücks. Von Robert Glatzeder, der einen Hexenmeister mimt, von Sascha Gluth, der auf der Bühne den Faust gibt, und natürlich auch von Andreas Conrad. Unter den Bildern hängen kleine Mikrophone mit kurzen Kabeln. „Jeder Darsteller hat so ein Set“, berichtet er. Schließlich sollen die Schauspieler von der Bühne aus gut zu hören sein. Und in Wismars Kirche gibt es noch eine Besonderheit: „Das Gesagte kommt drei Sekunden später durch den Hall wieder zu uns auf die Bühne zurück“, berichtet Conrad. Das sei nicht nur beim ersten Mal eine merkwürdige Erfahrung.

Doch wie textsicher sind die Leser überhaupt, was Faust angeht? Conrad fragt nach: Am Golde hängt...? „Doch alles..“ – einige Gewinner der Spezialführung kennen sich gut aus und können auch den nächsten Satz beenden: „Die Botschaft hör ich wohl..., ...allein mir fehlt der Glaube“.

Neben der Tonanlage steht ein präparierter Tisch. „Aus dem fließt später Wein“, verrät Conrad. Heike Grebs (52) und ihre Mutter Ingeborg (74) aus Proseken sind begeistert: „Wir gehen oft ins Theater, eine Führung hinter die Kulissen hatten wir aber noch nie“, sagen sie. Während der Tour kann das Mutter-Tochter-Gespann auch auf die Bühne kommen. Dort bemerken sie, dass die meisten Dekorationsstücke – wie ein großer Bücherstapel – ziemlich leicht sind. Und sie genießen den Blick auf die Zuschauerreihen. „Der ist beeindruckend“, sagen sie. Auch Marion Ebert (56) und ihr Mann Jörg (53) sind begeistert und freuen sich, dass sie bei der Aktion zu den Klassikertagen in Wismar teilnehmen können. Die haben sie schon zweimal besucht. „Wir kennen das Stück ,Jedermann’, bei ,Faust’ sind wir das erste Mal und dürfen gleich hinter die Bühne“, freuen sich die Wismarer.

Hinter dem Vorhang sitzen einige der insgesamt 20 Darsteller ruhig auf ihren Stühlen. Konzentriert und in sich gekehrt gehen sie ihren bevorstehenden Auftritt noch einmal durch. Noch eine Stunde – dann geht der Vorhang auf. Und aus Gästeführer Andreas Conrad wird ein Hexenmeister, der die Leser dann wieder von der Bühne aus unterhält.

Nach „Faust“ folgt „Jedermann“

„Faust“ wird noch bis zum 29. Juli gezeigt – am Donnerstag, Freitag und Sonnabend um jeweils 19.30 Uhr. Karten gibt es unter anderem im Pressehaus in Grevesmühlen, August-Bebel-Straße 11, oder direkt in der Georgenkirche. Dort sind auch Tickets erhältlich für das Folgestück „Jedermann“, das vom 3. bis 12. August in der Wismarer Georgen-Kirche aufgeführt wird.

„Jedermann“ erzählt vom Sterben eines reichen Mannes, der von Zins und Renten seines Besitzes üppig lebt. Sein Motto: Ich nehme, was ich will, es gibt nichts, was man mit Geld nicht kaufen kann. Dann sieht er sich plötzlich dem Tod gegenüber, und er merkt, dass sich alle seine vermeintlichen Freunde von ihm abwenden.

Kerstin Schröder

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