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Nordwestmecklenburg Blick in die Fotokiste: Politiker zeigen ihre Schultüten
Lokales Nordwestmecklenburg Blick in die Fotokiste: Politiker zeigen ihre Schultüten
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21:22 02.09.2016

Geben Sie es zu: An die Festrede Ihrer Einschulung können Sie sich kaum oder gar nicht erinnern. Als ABC-Schützen waren Sie doch vielmehr damit beschäftigt, zu überlegen, was in der Schultüte sein könnte?! Christian Schmiedeberg (CDU), Bürgermeister von Boltenhagen, hingegen fand den großen Raum interessant, den er sich ganz genau anschaute, während der Direktor vorne alles Gute wünschte. Das war 1967 im heutigen Festsaal der Grundschule in Boltenhagen. „Ich habe kaum zugehört und mir lieber den großen Raum angeschaut. Dabei soll ich sogar gepfiffen haben, wird erzählt“, schildert er lächelnd. Vor seiner Einschulung hat er mit den Nachbarskindern bereits oft Schule gespielt. „Deshalb konnte ich auch schon lesen und rechnen. Dadurch dachte ich, dass ich schon erwachsen bin.“ Nach ein paar Tagen zeigte sich aber, dass dem nicht so war.

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Wurde Ostern eingeschult: Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel.

Ein 60 Jahre altes Foto zeigt Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) bei seiner Einschulung im Jahr 1956 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Seine Schultüte wirkt aus einem Grund besonders groß: „Ich war der Zweitkleinste in der Klasse“, sagt er und lacht, als er daran denkt, was er am Einschulungstag trug: „Kurze Hose und lange Strümpfe.“

Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) kann sich auch gut daran erinnern, was Frauen im Ort seiner Einschulung an dem besonderen Tag angezogen hatten: „Die Mütter trugen elegante Hüte.“ Ein Foto, aufgenommen am 8. April 1964 im Kölner Stadtteil Merheim, beweist das. „Es war eine Einschulung zu Ostern und ich weiß, es war die Klasse 1b, weil ich evangelisch war“, erzählt er. In der 1a saßen die katholischen Kinder. Unterrichtet wurden beide Klassen von derselben Lehrerin. „Zur Erstausstattung gehörte damals noch die Schiefertafel mit Griffeln“, berichtet Erhard Huzel. Eingeschult wurde er bereits mit knapp sechs Jahren. Das wollte er so.

Kurzes Röckchen, weißes Jäckchen, Kniestrümpfe, weiße Schuhe und ein stolzes Lächeln – so präsentierte sich Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) am 1. September 1972. Eingeschult wurde sie in Klein Voigtshagen bei Dassow. Dort gab es für sie jahrgangsübergreifenden Unterricht bis zur zweiten Klasse. „Ich erinnere mich noch, dass wir damals sechs Schulanfänger waren und auch im Klassenraum geturnt haben – beispielsweise am Kasten“, erzählt sie.

Klein waren auch die Jahrgangsstufen bei Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz (ptl.), der ebenfalls in einer Dorfschule eingeschult wurde – 1958 in Sievershagen. Dort waren 40 bis 50 Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse und vier Lehrer, erinnert sich Jürgen Ditz. „Die erste und dritte Klasse sowie die zweite und vierte Klasse wurde zusammen unterrichtet.“

Wie schon damals werden auch heute Fotos von der Einschulung gemacht. Mag der eine oder andere über die Klamotten von damals schmunzeln – vielleicht tun wir das in 50 Jahren auch über die Fotos von heute. . .

Einschulungen in Nordwestmecklenburg

1418 Mädchen und Jungen werden heute im Landkreis Nordwestmecklenburg eingeschult. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 1319 ABC-Schützen.

Schulen in öffentlicher Trägerschaft in Nordwestmecklenburg zählen ab Montag 1330 Erstklässler, Schulen in privater Trägerschaft 88.

Die Geschichte der Schultüte in Deutschland reicht übrigens bis ins Jahr 1810 zurück. Erste gesicherte Nachweise kommen aus Jena (1817), Dresden (1820) und Leipzig (1836).

Jana Franke und Jürgen Lenz

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