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Nordwestmecklenburg Bobitzer Cannabisplantage: 50-Jähriger erneut vor Gericht
Lokales Nordwestmecklenburg Bobitzer Cannabisplantage: 50-Jähriger erneut vor Gericht
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20:25 02.06.2016
Frank J. aus Bobitz.

Mehr als 50 Mitarbeiter hatte die Malerfirma aus Bobitz, die Frank J. zusammen mit seinem Vater bis 1997 betrieb am Ende. Das Unternehmen hatte zahlreiche Großaufträge in der Region gestemmt, unter anderem war sie an der Sanierung der Malzfabrik in Grevesmühlen beteiligt. Die Firma gibt es längst nicht mehr, Fahrzeuge, Material und Werkzeug wurden im Zuge der Insolvenz versteigert. Geblieben sind die Geschichten, für die Frank J. seit dem Untergang des Familiebetriebes, der 1961 gegründet worden war, sorgt.

Denn 2007 saß der heute 50 Jahre alte Malermeister schon einmal vor Gericht. Auf dem Bobitzer Firmengelände hatten Frank J. und andere Mittäter eine Cannabisplantage angelegt, die in Ermittlerkreisen aufgrund ihrer Ausmaße für Staunen sorgte. Vier Jahre und neun Monate lautete damals das Urteil gegen Frank J., zwei Drittel davon saß er ab. Die 330540 Euro, die im Zuge der Wertermittlung – das ist in etwa die Summe, die J. mit dem Drogenhandel verdient haben soll – an die Staatskasse zurückzahlen soll, stehen immer noch als Schulden im Raum. Plus einem hohen fünfstelligen Betrag, den Frank J. zwielichtigen Gestalten schuldet, über die er allerdings nicht reden kann, beziehungsweise will.

Seit gestern sitzt Frank J. seit erneut vor Gericht, weil die Ermittler im Oktober 2014 auf dem Gelände in Bobitz wieder eine Cannabisplantage entdeckten, inklusive fünf Kilogramm Marihuana. J.

selbst konnten die Beamten erst Monate später festnehmen, er war geflüchtet, als er von den Ermittlungen gegen ihn erfuhr.

Der 50-Jährige räumte gestern zwar ein, dass er auf dem Gelände des einstigen Familienbetriebes eine Plantage betrieben habe. Jedoch habe er das keineswegs freiwillig getan. Nach einer intensiven und teilweise zähen Befragung erklärte Frank J., dass er sich vor vielen Jahren von „den falschen Leuten Geld geborgt habe. Diese Summe, einen hohen fünfstelligen Betrag, müsse er zurückzahlen. Und weil er das mit Gelegenheitsjobs nicht könne, hätten ihn seine Schuldner gezwungen, wieder ins Drogengeschäft einzusteigen. „Die haben mir erzählt, was mit Leuten passiert, die nicht zahlen. Was blieb mir anderes übrig?“

Einen Teil der Ausrüstung zum Anbau der Cannabispflanzen hatte J. noch aus der Zeit vor seiner ersten Verurteilung. „Das hatten die damals bei der Untersuchung übersehen, jedenfalls lagen die Sachen noch in der Garage.“ Die Männer, die ihn zum Anbau gezwungen hätten, seien Polen und Holländer gewesen. Mehr sagt er nicht. „Das ist zu gefährlich“, so J. Der Prozess wird fortgesetzt.

Prochnow

M.

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