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Nordwestmecklenburg Boltenhagen will Wohnraum sichern
Lokales Nordwestmecklenburg Boltenhagen will Wohnraum sichern
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20:41 21.12.2017
Auch für die Wohnhäuser in der Friedrich-Engels-Straße will die Gemeinde Boltenhagen bezüglich Ferienwohnungen Klarheit schaffen. Quelle: Foto: Daniel Heidmann
Boltenhagen

Das Ostseebad Boltenhagen will die Ferienwohnungsnutzung im Ort besser steuern. Speziell in Wohngebieten soll die Anzahl an Urlauberunterkünften klar geregelt werden. Die Gemeindevertreter haben sich während ihrer letzten Sitzung des Jahres deshalb mit Aufstellungsbeschlüssen für zwei neue Bebauungspläne befasst. Die zur Debatte stehenden Bereiche sollen dadurch zu reinen Wohngebieten festgesetzt werden. Damit verfolgt die Kommune ein klares Ziel: „Wir müssen die Wohngebiete für die Bürgerinnen und Bürger sichern und schützen. Denn wir sind nicht von Investoren gewählt worden“, betonte Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). Ansonsten drohe, dass die entsprechenden Areale bald zu einem nicht unerheblichen Teil aus Ferienwohnungen bestehen.

Gemeinde strebt Aufstellung neuer Bebauungspläne an, um Ferienwohnungen zu regulieren.

Konkret geht es um die Gegend rund um die Klützer Straße und Rudolf-Breitscheid-Straße sowie die Friedrich-Engels-Straße, August- Bebel-Straße, den Ostseering, die Ringstraße, den Fasanenweg und Weidenstieg. Für den gesamten Bereich existiert bisher kein B-Plan. Stattdessen ist die Bebauung dort über den Paragraf 34 des Baugesetzbuches geregelt. Dieser besagt, dass ein Vorhaben innerhalb der Ortsteile zulässig ist, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist.

Unter diesen Umständen bestimmt der Landkreis über Anträge zur Ferienwohnungsnutzung. „So könnten bis zu 20 Prozent der Wohnungen für Urlauber genutzt werden“, erklärte Christian Schmiedeberg. Dem will die Gemeinde nun einen Riegel vorschieben und Rechtssicherheit schaffen, denn es würden bereits entsprechende Begehren für die besagten Gebiete vorliegen.

„Wir wollen die Planungshoheit in der Hand behalten und entscheiden, wo Wohnungen und wo Ferienwohnungen entstehen“, befürwortete Gemeindevertreter Hans-Otto Schmiedeberg (CDU) die Maßnahme. Er sieht dringenden Handlungsbedarf und erhofft sich, dass gleichzeitig die Mietpreise im Ostseebad reguliert werden. Denn für Eigentümer wäre das Modell Ferienwohnung häufig profitabler. „Das Ergebnis ist, dass unsere Kinder und Enkel nicht im Ort wohnen wollen, weil sie hier so hohe Mieten zahlen müssen wie in Berlin oder Hamburg“, so Hans-Otto Schmiedeberg weiter. Auch der Hausbau gestaltet sich für junge Paare und Familien aufgrund hoher Grundstückspreise schwierig. Profitieren würden davon die Nachbargemeinden, in denen deutliche Zuwächse bei den Einwohnerzahlen zu verzeichnen seien. „Nur wir dümpeln hier rum“, betonte Hans-Otto Schmiedeberg. Seit Jahren liegt die Einwohnerzahl im Ostseebad Boltenhagen bei etwa 2500 Menschen.

Olaf Claus von der Fraktion BfB/Bolte warnte dagegen davor, die bestehenden Bereiche zu überplanen. „Ich bin grundsätzlich dagegen. Das werden sich weder Eigentümer noch Ferienwohnungsvermieter bieten lassen.“ Ihm schwant bereits Böses. „Daran werden nur die Planer und Juristen verdienen.“ Doch die Mehrheit der Gemeindevertreter befürwortete den Aufstellungsbeschluss. Die Kommune plant ähnliche Schritte in Boltenhagen. Christian Schmiedeberg sieht unter anderem Handlungsbedarf für die Albin-Köbis-Siedlung oder den Robert-Blum-Platz. „Wir werden alle Wohngebiete überprüfen und gegebenenfalls Bebauungspläne aufstellen. Dort, wo es diese schon gibt, werden wir entsprechende Änderungen vornehmen“, kündigte der Bürgermeister an.

Bestehende und genehmigte Ferienwohnungen sollen trotz bestehen bleiben, ergänzte er.

Daniel Heidmann

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