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Nordwestmecklenburg Bothmer: 27000 Gäste seit Pfingsten
Lokales Nordwestmecklenburg Bothmer: 27000 Gäste seit Pfingsten
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09:05 05.08.2015
Am großen Wandbild zeigt Anne-Christin Liebscher, wie der Graf mit Gästen im Park saß. Quelle: Malte Behnk
Klütz

Seit der Eröffnung von Schloss Bothmer Ende Mai strömen täglich Scharen von Besuchern nach Klütz, um sich den sanierten Park und das Museum in den barocken Gebäuden von Schloss Bothmer anzusehen. „Bis jetzt hatten wir 27000 Besucher im Museum. Da sind die 4000 Gäste vom Tag der Eröffnung schon eingerechnet“, sagt Museumsleiterin Nadine Schmidt hocherfreut. Weit mehr Gäste sind nur durch den Park spaziert, ohne das Angebot des Museums zu nutzen. „Wir hatten uns als Ziel für diese erste Saison 30000 Besucher im Museum gesetzt. Das werden wir jetzt bestimmt erreichen“, sagt sie weiter. Die Erwartungen werden also übertroffen. Dabei schwanken die Besucherzahlen pro Tag doch relativ stark, je nachdem wie das Wetter ist. „Es können an einem Wochenendtag zwischen 200 und 500 Gäste sein“, sagt Nadine Schmidt. An öffentlichen Führungen, die momentan noch unregelmäßig angeboten werden, nehmen im Schnitt jeweils 60 Besucher teil. Andere erkunden das Schloss auf eigene Faust mit einem Audioguide.

Seit gestern gibt es auch ein spezielles Angebot für Kinder. Für Mädchen und Jungen von sieben bis zwölf Jahren wurde eine Führung erarbeitet, die mit einer Geschichte beginnt: Eine Küchenmagd des Grafen Hans Caspar von Bothmer hat Silberbesteck im Schloss verloren und ist nun ganz verzweifelt. Auf ihrem Weg durch das Barockschloss sollen die Kinder die Augen auf halten. 15 Kinder aus dem Boltenhagener Hort „Neptuns Kinnings“ machten sich gestern mit Museumspädagogin Anne-Christin Liebscher (30) auf die Suche nach den silbernen Löffeln und Gabeln.

In der Eingangshalle, vor dem Portrait des ersten Schlossbewohners Hans Caspar Gottfried von Bothmer, dem Neffen des Erbauers Hans Caspar von Bothmer setzte sie sich mit den Kindern zunächst auf den Fußboden in einen Kreis. Das ist in Museen oft nicht erlaubt, aber in der Kinderführung bricht die Museumspädagogin mit solchen Regeln. Die Mädchen und Jungen schlüpfen in Rollen des Grafen, der Gräfin, der Küchenmagd und machen die Geräusche der Kutsche nach. So spielen sie sich selber in eine Stimmung, die zum Museumsbesuch passt und sie laufen mit Anne-Christin Liebscher los in den ersten Raum. Dort entdecken die Kinder zunächst die ersten Teile des Silberbestecks und schließlich einige Gegenstände aus Gummi. Beim Umdrehen sehen sie, dass es Schablonen für Stuckelemente sind. Die zeigt ihnen Anne-Christin Liebscher dann an der Decke des Zimmers.

Den nächsten der insgesamt 20 Räume des Schlosses lassen die Kinder aus. Sie stoppen erst wieder, als sie auch Silberlöffel in einem der Zimmer finden. Dort hat Anne-Christin Liebscher wieder Erklärungen zur Geschichte des Schlosses und zu den adligen Bewohnern für sie.

Vor einem großen Wandbild bleibt die Gruppe wieder stehen. „Was seht ihr hier?“, fragt Anne-Christin Liebscher die Kinder. Sie beschreiben, dass der Graf und seine Besucher im Garten Karten spielen und entdecken auch die Haustiere. Als Belohnung für so viel Aufmerksamkeit holt die Museumspädagogin einen großen Schlüssel hervor und die Kinder gehen auf die Suche nach einem passenden Schloss.

Anne-Christin Liebscher lenkt sie ins Treppenhaus. Auf halber Höhe finden sie eine Tür. In deren Schloss passt auch der große Schlüssel. Als sich die Tür öffnet, sehen die Kinder ein weiteres, viel schmaleres Treppenhaus. „Dort war der Weg für die Diener und auch die Küchenmagd ist dort mit einem großen, schweren Tablett rauf und runter gegangen. Bestimmt hat sie da auch viel von dem Silberbesteck verloren“, erklärt Liebscher. Und die Kinder finden auch einige Löffel und Gabeln.

An einem beleuchteten Modell von Schloss Bothmer lernen die Kinder auch, wie das Umfeld des Schlosses mit dem park und den Alleen angelegt wurde. Dass die Festonallee aus ganz besonderen Linden gepflanzt wurde, die zueinander wachsen, lernten die Kinder auch.

„Das war eine sehr schöne Führung und für die Kinder sehr spannend“, zieht Hort-Erzieherin Petra Ehlers ihr Resümee. „Das wollen wir den anderen Kindern auch bieten.“ Auch Anne-Christin Liebscher ist begeistert von ihrer ersten Führung mit Kindern im Schloss. „Es war toll, dass die Kinder sich schon etwas auskannten und zum Beispiel den Namen des Grafen wussten“, sagt sie. Das liege aber daran, dass sie in der Umgebung leben und viele der Mädchen und Jungen Schloss Bothmer schon besucht hatten.

Führungen im Schloss für Kinder und Erwachsene
Im August werden noch an zwei Terminen Führungen für Kinder durch Schloss Bothmer angeboten. Termine sind die Tage 11. und 18. August. Die Erlebnisführungen mit dem Titel „Der silberne Schatz” sind für Kinder von sieben bis zwölf Jahren geeignet. Es geht um die Fragen: Gab es auf Schloss Bothmer einen König und eine Königin? Ist es überhaupt ein richtiges Schloss? Wer hat hier gelebt? Und wer hat die silbernen Gabeln und Löffel überall im Schloss verstreut?
Die Kinderführung dauert etwa eine Stunde. Der Eintritt kostet pro Kind 1,50 Euro und 6 Euro für die Begleitperson. Eine Kinderführung ist auf 15 Teilnehmer begrenzt. Los geht es jeweils um 11 Uhr am Eingang des Schlosses.
Anmeldungen für die Kinderführung nimmt Anne-Christin Liebscher telefonisch unter ☎ 03841/6408570 oder per E-Mail an post@museumsideen.de entgegen.
Weitere Gästeführer arbeiten wie Anne-Christin Liebscher mit dem Museum in Schloss Bothmer zusammen. Sie bieten Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Für Gruppen sollten Führungen mit vier Wochen Vorlauf angemeldet werden unter ☎ 038825 / 3853187681 oder per E-Mail an schloss-bothmer@mv-schloesser.de.
• Informationen zum Schloss und den bevorstehenden Veranstaltungen unter: www.schlossbothmer-mv.de

Malte Behnk

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