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Nordwestmecklenburg Brand in Wismarer Altstadt — 200 000 Euro Schaden
Lokales Nordwestmecklenburg Brand in Wismarer Altstadt — 200 000 Euro Schaden
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20:22 05.01.2016
Die Ursache für den Brand in der Gerberstraße 38 ist noch nicht geklärt, die Ermittlungen laufen. Eiszapfen vom Löschwasser hängen an den Fenstersimsen des Altbaus. Quelle: Fotos: Vanessa Kopp (2), Nicole Hollatz (1)

Großeinsatz in der Gerberstraße: Acht Feuerwehrfahrzeuge, 31 Brandbekämpfer, viel Blaulicht, Polizei, Schaulustige. Gestern Nacht kurz vor 1 Uhr ist in einem Mehrfamilienhaus in der Wismarer Altstadt ein Feuer ausgebrochen. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen, die Polizei schätzt den Schaden auf rund 200 000 Euro. Dreieinhalb Stunden dauerten die Löscharbeiten an dem Gebäude mit der Nummer 38. Der Mieter der Dachwohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist, liegt mit einer Rauchvergiftung im Krankenhaus. Die Bewohner der weiteren drei Wohnungen sind vorerst bei Freunden untergebracht.

Als bei Besitzer Nicolaus Hoffmann nachts das Telefon klingelte, machte er sich sofort von Groß Stieten auf in die Hansestadt. „Als ich hier ankam, war schon alles voller Feuerwehr und Polizei“, erzählt Hoffmann, dem noch drei weitere Häuser in der Gerberstraße gehören. „In dem Moment gingen mir etliche Fragen durch den Kopf. Was ist passiert? Wer hat Schuld? Und besonders: Wie geht es meinem langjährigen Mieter aus der betroffenen Wohnung?“ Die Rettungskräfte konnten beruhigen. „Er wurde zwar auf die Intensivstation eingeliefert, ist jedoch nicht in Lebensgefahr.“ Wie es nun weitergeht mit dem Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende? „Vermutlich Abriss“, meint Hoffmann mit einem traurigen Lächeln. „Die Wohnungen werden wohl dauerhaft nicht mehr bewohnbar sein.“ Die im Obergeschoss durch den Brand, die anderen durch den Wasserschaden der Löscharbeiten. „Ich muss erst einmal alles mit meiner Versicherung regeln“, so sein Fazit nach dem ersten Schock. „Doch selbst wenn sie bezahlt, die nervliche Belastung und der Ärger sind groß.“

Nicht nur für ihn, auch für die Bewohner des Hauses. Eine davon ist die Wismarer Autorin Petra Block. Verletzt wurde sie nicht, jedoch hat sie durch das Feuer fast ihren kompletten persönlichen Besitz verloren. „Ich habe mir lediglich eine Jacke übergeworfen, die Brille mitgenommen, meinen Laptop unter den Arm geklemmt und meinen Hund gepackt“, erzählt die 58-Jährige. „Dann stand ich in Nachthemd und Socken vor dem Haus.“ Sie habe gegen 0.45 Uhr erst Krach in der Wohnung über sich gehört, dann habe ein Mann vor dem Haus geschrien, dass es brenne. „Aber eine Explosion, wie manche behaupten, gab es nicht“, betont sie.

Petra Block, die sich bei den Lesegärten, bei der Bürgerinitiative Lindengarten und im Bibliotheksförderverein engagiert, muss nun wieder bei null anfangen. „Die Klamotten, die ich derzeit am Leib trage, sind geborgt“, erzählt sie. „Ich bin bei einer Freundin untergekommen und kümmere mich nun um eine günstige Wohnung.“

Schnelle Hilfe naht: Volker Stein, Bekannter und Filialleiter der Buchhandlung Hugendubel in Wismar, wurde gemeinsam mit dem regionalen Buchverlag Koch & Raum umgehend aktiv. Ab Montag wird eine Neuauflage des Buches „Das Geheimnis der Baumeisterin“ von Petra Block in seinem Buchladen zu kaufen sein. „Wir bieten das Werk zum Sonderpreis von zehn Euro an, statt den ursprünglichen 16,95 Euro“, erzählt Stein. „Der Erlös geht komplett an Petra Block.“ 100 Stück des historischen Romans werden gedruckt — vorerst. „Wir wollen ihr damit eine Starthilfe bieten, damit sie sich zumindest wieder das Notwendigste kaufen kann.“

Neben den Bewohnern der Gerberstraße 38 wurden auch die Anwohner der benachbarten Gebäude in der Nacht evakuiert. „Bei den Häusern handelt es sich um Altbauten mit viel Holz“, erklärt Ralf Zimmermann, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Wismar. „Es bestand die Gefahr, dass das Feuer übergreift.“ Die Polizei kümmerte sich um die Betreuung der Evakuierten. Die Feuerwehr konnte die Nachbarhäuser nach dem Löschen wieder freigeben. Jedoch nicht ohne Nachkontrolle: „Bei Altbauten kann es vorkommen, dass sich Glut in den Holzbalken verkriecht“, erläutert der Fachmann. Deshalb waren seine Kollegen am Vormittag noch mehrere Male mit einer Wärmebildkamera im Einsatz.

Zum Inhalt
„Das Geheimnis der Baumeisterin“ beschreibt in einer spannenden Romanhandlung die wahre Geschichte und die Bauetappen der St.-Georgen-Kirche im Mittelalter.



Das Buch erschien ursprünglich im Jahre 2008 zur feierlichen Neueröffnung von St. Georgen.


Die charismatische Hauptperson ist Ghese, die durch tragische Umstände als Mann verkleidet eine der Baumeister wird. Die gesamte Romanhandlung erstreckt sich über 200 Jahre. Neben einigen fiktiven Personen ist der wesentliche Teil des Buches an die konkreten Bauetappen und um die Geschehnisse in Wismar von 1248 bis 1460 angelehnt.

Vanessa Kopp

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