Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Brandschutz: Zu wenig Prüfer im Landkreis
Lokales Nordwestmecklenburg Brandschutz: Zu wenig Prüfer im Landkreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 30.03.2016
Die Wasserturmschule: An den außen liegenden Klassenräumen müssen Rettungswege angebracht werden. Quelle: OZ
Grevesmühlen/Wismar

Ist der Brandschutz in den öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kindergärten in Nordwestmecklenburg ausreichend? Eine Antwort auf diese Frage gibt es derzeit nicht. Denn im Landkreis gibt es mehr als 1000 solcher Gebäude, die laut Brandschutzgesetz alle drei Jahre begutachtet werden müssen. Doch das ist seit Jahren nicht mehr passiert. „Das schaffen die Leute einfach nicht“, sagt Peter Hamouz, zuständiger Sachgebietsleiter in der Kreisverwaltung. „Wir haben zwei Brandschutzingenieure, die aber auch noch viele andere Aufgaben erledigen.

Das Personal reicht einfach nicht aus für die Kontrollen.“ Peter Hamouz, Kreisverwaltung

Das Personal reicht einfach nicht aus.“ Die Lösung soll nun eine Begutachtung durch externe Sachverständige bringen.

Im Finanzausschuss des Landkreises stellte Peter Hamouz die Gebührenordnung für die Variante vor, für die das Schweriner Innenministerium allerdings noch grünes Licht geben muss. Wie Peter Hamouz erklärte, habe er ein halbes Dutzend Planungsbüros in der Region gefunden, in denen Sachverständige für Brandschutz arbeiten, die eine entsprechende Begutachtung der Gebäude vornehmen könnten. Das Problem dabei: „Wir müssen natürlich ausschließen, dass die Sachverständigen Gebäude unter die Lupe nehmen, die sie selbst geplant haben.“

Dass ein Sachverständiger aus einem Planungsbüro nicht die gleichen fachlichen Qualifikationen wie ein Brandschutzingenieur mitbringt, ist laut Peter Hamouz kein Problem. „Die endgültige Abnahme erfolgt ohnehin durch den Landkreis.“

Sollte das Innenministerium die Lösung aus Nordwestmecklenburg durchwinken, wäre der Landkreis der erste in Mecklenburg-Vorpommern, der externe Gutachter für die Brandschauen einsetzt. Die Frage ist dann allerdings, wie die Ergebnisse aussehen. Nachdem in den vergangenen Jahren die meisten Gebäude nicht begutachtet worden sind, dürften einige Investitionen fällig sein.

Das wird zum Beispiel in Grevesmühlen deutlich. Dort muss die Stadt in die Regionale Schule am Wasserturm investieren. Wie viel Geld es am Ende kosten wird, die Brandschutzauflagen zu erfüllen, steht noch in den Sternen. „Billig wird es allerdings nicht“, sagt Bauamtsleiter Lars Prahler. Denn im mehr als 40 Jahre alten Schulgebäude müssen nicht nur die Rauchschutztüren ausgewechselt werden, es muss für sechs Klassenräume ein zweiter Rettungsweg geschaffen werden. Die Mängel kamen zutage, weil die Rauchschutztüren im Gebäude defekt waren. Bei der Untersuchung der Schäden stellte ein Planer fest, dass noch mehr Auflagen nicht erfüllt werden. „Als die Schule Ende der 1990er Jahre saniert wurde, waren die Auflagen in Sachen Brandschutz noch andere“, so Lars Prahler. „In den Osterferien haben wir die Rauchschutztüren soweit hergerichtet, dass der Schulbetrieb ungefährdet wieder aufgenommen werden kann.“

Von Michael Prochnow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ausflugstipps der LN begeisterten Leser / Die Alpakas in Hamberge bekamen Besuch aus Wismar / Inmitten des Trubels wurde ein kleiner Hengst geboren.

30.03.2016

Der neu berufene Sprecherrat des Kreiskulturrates hat bei seiner ersten Sitzung im Filmbüro in Wismar zwei gleichberechtigte Sprecher aus seiner Mitte gewählt.

30.03.2016

Welche Rolle spielt die rechte Szene in Nordwestmecklenburg? Welche Auswirkungen haben die Aktivitäten hierzulande?

30.03.2016
Anzeige