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Nordwestmecklenburg Im April beginnen die Arbeiten am Glasfasernetz
Lokales Nordwestmecklenburg Im April beginnen die Arbeiten am Glasfasernetz
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13:24 14.02.2019
ARCHIV - 09.11.2017, Schleswig-Holstein, Westerrönfeld: Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, sind auf einer Baustelle zu sehen. Ein Schwerpunkt der zweitägigen Kabinettsklausur ist die Digitalisierung. Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ ARCHIV - 09.11.2017, Schleswig-Holstein, Westerrönfeld: Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, sind auf einer Baustelle zu sehen. Ein Schwerpunkt der zweitägigen Kabinettsklausur ist die Digitalisierung. Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ ARCHIV - 09.11.2017, Schleswig-Holstein, Westerrönfeld: Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, sind auf einer Baustelle zu sehen. Ein Schwerpunkt der zweitägigen Kabinettsklausur ist die Digitalisierung. Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Grevesmühlen

Am 25. April soll der Spatenstich für die Tiefbauarbeiten zum Ausbau des Glasfasernetzes in Nordwestmecklenburg erfolgen. Das teilte David Nicke, Breitband-Koordinator der Wemacom, in dieser Woche im Wirtschaftsausschuss des Landkreises mit. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende 2020 die Arbeiten abschließen können. Das hängt allerdings auch von den einzelnen Genehmigungsverfahren ab.“ Die laufen bereits seit Ende vergangenen Jahres, doch bei rund 2000 Kilometern Trassenlänge im gesamten Landkreis gibt es trotz der massiven Unterstützung der Kreisverwaltung einige Unwägbarkeiten.

Laut David Nicke sei die Wemacom, die bereits im Landkreis Ludwigslust-Parchim den Breitbandausbau umsetzt, auf die Aufgabe im Nordwestkreis gut vorbereitet. „In den 14 Projektgebieten sind acht Tiefbauunternehmen mit 85 Kolonnen im Einsatz, das sind 300 Tiefbauer, die dann loslegen.“ Und die kommen aus ganz Europa. „Das ist allein mit hiesigen Firmen nicht zu schaffen, deshalb sind auch Unternehmen aus Polen, Lettland und Portugal mit dabei“, so David Nicke.

Seit Ende vergangenen Jahres laufen die Einwohnerversammlungen, in denen die Wemacom die Einzelheiten der Erschließungen erläutert, 45 dieser Veranstaltungen sind bereits absolviert, mindestens nochmal so viele stehen noch an. Dazu kommen rund 170 Gemeindevertretersitzungen, auf denen die Experten den Kommunalpolitikern die Arbeiten erläutern. Und jede Menge Fragen beantworten müssen. Zum Beispiel jene, weshalb nur zwei Drittel der Haushalte im Landkreis einen förderfähigen Anschluss haben. Denn von den 60 000 möglichen Anschlüssen in Nordwestmecklenburg werden nur 41 000 gefördert. Die Gründe dafür sind vielfältig, zum einen hat die Bundesregierung eine Grenze gesetzt bei der Förderung und alle Haushalte, die bereits jetzt eine Übertragungsraten von mehr als 30 Mbit/s besitzen, ausgeschlossen. Zum anderen hatte der Landkreis 2015 bei privaten Telekommunikationsunternehmen – in erster Linie der Telekom – nachgefragt, wo sie planen, eigene Netze zu installieren. „Leider haben die Unternehmen nicht überall das umgesetzt, was sie 2015 angekündigt hatten“, so Roland Finke, zuständiger Breitband-Experte in der Kreisverwaltung. Der Landkreis kündigt allerdings an, dass man sich bemühe, bei der nächsten Förderung auch alle übrigen Haushalte ans Netz zu bekommen. Finke: „Wir tun, was möglich ist.“

Im Fall von Groß Molzahn einer Gemeinde im Westen des Landkreises ist man von einer Zwei-Drittel-Förderung der Haushalte aktuell allerdings noch meilenweit entfernt. Wie Bürgermeister Karl-Heinold Buchholz erklärte, bekämen nach derzeitigem Stand nur 46 Haushalte einen geförderten Anschluss – von insgesamt 146. „Es ist ein Trauerspiel“, erklärte in diesem Zusammenhang Kreistagsmitglied Wolfgang Glaner. „Selbst Albanien hat eine flächendeckende Abdeckung mit 5G, und Deutschland ist davon weit entfernt. Aus meiner Sicht gehört die Versorgung mit Internet zur Grundversorgung.“ Dem stimmten die Mitglieder des Kreiswirtschaftsausschusses voll und ganz zu. Nur ändert das am aktuellen Stand nichts. Auch die Fördergrenze von Anschlüssen in Höhe von 30 Mbit/s sei eine reine politische Richtlinie, sagte David Nicke. „Dieser Wert stammt aus den Verhandlungen von vor einigen Jahren und ist veraltert, aber das sind nunmal die Rahmenbedingungen, mit denen wir leben müssen.“

Wie hart umkämpft der Markt für die Breitband-Anschlüsse ist, das bekommen derzeit die ersten Kunden zu spüren, die angesichts der Erschließung durch die Wemacom ihren Anbietern mitgeteilt haben, demnächst auf Glasfaser umsteigen zu wollen. Nach OZ-Informationen soll es bereits zu ersten Kündigungen durch die Anbieter gekommen sein. Auch Firmen stehen unter Druck, da die Wemcacom noch kein konkretes Datum für die Umstellung nennen kann, die Kündigungsfristen aber die Unternehmen längerfristig binden. „So leid es mir tut, wir können nicht sagen, wann wir konkret in welchem Monat welchen Anschluss umsetzen“, so David Nicke. Für Privathaushalte allerdings hat die Wemacom angekündigt, die neuen Verträge so zu gestalten, dass die Kunden nicht doppelt zahlen müssten. „Das bedeutet, der neue Vertrag kostet erst dann Geld, wenn der alte ausgelaufen ist.“

Das sind die Termine für Grevesmühlen und Umland

Roggenstorf Am Dienstag, 19. Februar, laden die Gemeindevertretung und die Wemag/Wemacom zu einer Einwohnerversammlung ein. Sie beginnt um 19 Uhr im Luise-Reuter-Haus in Roggenstorf. Laut Bürgermeister Ben Straathof gibt es wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt auch mehr Informationen von anderen Breitbandanbietern.

Grevesmühlen Für die Einwohner von Grevesmühlen sowie die Ortsteile gibt es zwei Einwohnerversammlungen durch die Wemacom, der erste Termin ist am Dienstag, 19. Februar, um 19 Uhr im Rathaussaal. Der zweite Termin folgt am Donnerstag, 28. Februar, ebenfalls um 19 Uhr im Rathaussaal.

Weitere Termine: 4. März um 19 Uhr in Kirch Mummendorf, im Gemeindehaus, Mühlenstraße Nr. 3; 6. März um 19 Uhr in Gostorf im Sportlerheim; 7. März um 19 Uhr in Börzow im Dörphus; am 13. März um 19 Uhr in Mallentin im Gemeindezentrum.

Michael Prochnow

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